18.02.2008 · Der deutsche Zertifikatemarkt ist im Dezember geschrumpft. Nach Angaben des Deutschen Derivate Verbands sank die Anlagesumme in Zertifikaten zum Jahresende auf Basis der Daten von 13 Emittenten um rzbd 4 Prozent auf 93 Milliarden Euro.
Der deutsche Zertifikatemarkt ist im Dezember deutlich geschrumpft. Nach Angaben des Deutschen Derivate Verbands (DDV) sank zum Jahresende auf Basis der Daten von 13 Emittenten die Anlagesumme in Zertifikaten um knapp vier Milliarden Euro auf nun 93 Milliarden Euro.
Das geschätzte Volumen für den Gesamtmarkt ging im Dezember von 143 auf 135 Milliarden Euro zurück. Viele Zertifikate seien im Dezember fällig geworden und die Anlagesumme sei nicht vollständig wieder in Zertifikate investiert worden, teilte der DDV mit.
Langsameres Wachstum im laufenden Jahr erwartet
Gleichwohl geht der Verband von einem weiteren - wenn auch langsameren - Wachstum der Branche aus. "Es bestehen gute Chancen, dass im Jahr 2008 erstmals ein Volumen von 150 Milliarden Euro erreicht wird", sagt Hartmut Knüppel, geschäftsführender Vorstand des DDV. Im Jahr 2007 wuchs die Anlagesumme in Zertifikaten um 17 Prozent auf 93 Milliarden Euro. In spekulativen Hebelprodukten wurden etwas mehr als eine Milliarde Euro angelegt. Im Jahr 2006 hatte das Marktwachstum noch 30 Prozent betragen, 2005 gar 45 Prozent.
In der Schwäche der Aktienmärkte sieht der Verband jedoch Chancen für die Zertifikate. "Die Produkte mit Schutzmechanismen haben ihren Nutzen für die Anleger gerade bei den jüngsten Kurseinbrüchen abermals unter Beweis gestellt", sagt Knüppel. Zwar hätten bei den Bonus- und Teilschutzprodukten bis Ende Januar 18 Prozent ihren Schutz verloren, immerhin 82 Prozent ihn aber beibehalten. "Dies zeigt aber auch, dass die Anleger die Risikopuffer nicht zu klein dimensionieren sollten."
Nach wie vor wollen die meisten Käufer von Zertifikaten an der Entwicklung des Aktienmarktes partizipieren, ohne jedoch das volle Aktienrisiko tragen zu müssen. Dafür entgehen ihnen oft die Dividenden oder sie partizipieren nicht voll vom Anstieg der Aktien. 85 Prozent der Zertifikate basieren auf Aktien, 8 Prozent auf Rentenpapieren, 5 Prozent auf Hedge-Fonds und 2 Prozent auf Währungen und Rohstoffen.
Besonders gefragt: Expresszertifikate
Besonders gefragt waren bei den Anlegern im Jahr 2007 Expresszertifikate. Diese Anlage eignet sich für seitwärts gerichtete oder leicht steigende Märkte, schützt aber auch in leicht fallenden Märkten weitgehend vor Verlusten. Die Anlagesumme in Expresszertifikaten stieg im Jahr 2007 um 72 Prozent und erreichte zum Jahresende einen Marktanteil von 16 Prozent.
Die Anlagesumme in Discountzertifikaten stieg mit 34 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich. Diese Produkte sind in seitwärts gerichteten und leicht fallenden Märkten eine lukrative Anlage. Ihr Marktanteil stieg auf nun 14 Prozent. Etwas riskanter sind die Bonuszertifikate, deren Wachstum sich 2007 auf 28 Prozent belief. Der Marktanteil stieg auf 22 Prozent. Hier hat der Anleger ebenfalls einen Sicherheitspuffer in fallenden Märkten, er kann aber meist unbegrenzt von steigenden Kursen profitieren. Allerdings trägt er das volle Risiko des Basiswerts - zum Beispiel der Aktie -, wenn die Sicherheitsschwelle innerhalb der Laufzeit unterschritten wurde.
Weiterhin den größten Anteil am Zertifikatemarkt haben Garantiezertifikate. Hier ist zum Ende der Laufzeit der Erhalt des eingesetzten Kapitals weitgehend garantiert. Dafür partizipiert der Anleger nur teilweise von Kurssteigerungen. Das Interesse der Anleger an diesen Produkten hat jedoch spürbar nachgelassen. Das Wachstum betrug im Jahr 2007 nur noch ein Prozent, der Marktanteil ging auf 32 Prozent zurück.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |