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Veröffentlicht: 06.09.2014, 19:23 Uhr

Studie Viele Deka-Fonds sind schlecht

Die Deutschen haben Milliarden in Sparkassenfonds angelegt. Doch die Rendite ist enttäuschend. Woran das liegt und welche Alternativen sich den Anlegern bieten.

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© Lucas Wahl Hauptsitz der DekaBank in Frankfurt

Im Frühjahr präsentierte die Sparkassenfondsgesellschaft Deka stolz einen neuen Werbeslogan. Eine renommierte Werbeagentur hatte daran getüftelt, herausgekommen war der Spruch: „Deka - Neue Perspektiven für mein Geld“.

Dennis Kremer Folgen:

Die würden sich viele Kunden wohl in der Tat einmal wünschen. Denn eine Auswertung des Analysehauses Morningstar für die F.A.S. zeigt: Die Deka ist im Vergleich zu anderen Häusern die schlechteste große deutsche Fondsgesellschaft (siehe Grafik). Dies bedeutet nun nicht, dass ausnahmslos jeder Fonds mit einer schwachen Leistung aufwartet. Aber im Durchschnitt der wichtigsten Fonds landet die Deka im Vergleich mit 49 internationalen Häusern abgeschlagen auf Platz 37. Andere deutsche Anbieter wie Union Investment vermögen zwar auch nicht gerade zu glänzen, sie liegen aber alle vor der Deka.

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Die Morningstar-Analysten haben für die Auswertung alle wichtigen Fonds der Gesellschaft untersucht, die seit mindestens drei Jahren existieren. Das Ergebnis ist niederschmetternd: Danach sind 57 Prozent der für die Auswertung betrachteten Kundengelder in Fonds angelegt, die über längere Zeiträume eine unterdurchschnittliche oder bestenfalls mittelmäßige Wertentwicklung aufweisen. Morningstar-Analyst Ali Masarwah sagt: „Viele Deka-Fonds leiden schon seit Jahren, es handelt sich um eine ausgeprägte Malaise.“ Trotzdem verwaltet die Sparkassenfondsgesellschaft immer noch eine Menge Geld: Mehr als 100 Milliarden Euro befinden sich allein in Wertpapier- und Geldmarktfonds. Denn die Deka verfügt über einen unschlagbaren Vorteil: In den Sparkassenfilialen der Republik bekommt der Kunde in der Regel zunächst Deka-Fonds angeboten, wenn er sich für die Geldanlage über die Sparkasse interessiert. Zwar vermitteln die Berater mittlerweile auch schon mal Fonds anderer Gesellschaften, doch zuallererst bieten sie meist einen Deka-Fonds feil. Dieser hervorragende Vertriebsweg erklärt, warum die Deka trotz aller Schwächen immer noch Kundengelder in derart enormer Höhe verwaltet.

Dann lieber gleich einen Indexfond

Gerade mit Blick auf die großen Aktienfonds des Hauses müssen sich die Anleger aber fragen, ob sie der Fondsgesellschaft nicht die Treue aufkündigen sollten. Denn es sind vor allem bekannte Aktienfonds wie der „AriDeka“ oder der 3,8 Milliarden Euro schwere „DekaFonds“, die nicht überzeugen. Schaut man allein auf Aktien, rutscht die Gesellschaft im Morningstar-Vergleich sogar noch weiter ab: Sie erreicht dort gerade einmal Rang 46 von 50.

Infografik / Deka-Fonds im Blick © F.A.Z. Vergrößern Deka-Fonds im Blick

Für dieses schlechte Abschneiden gibt es neben Fehlern der Vergangenheit vor allem einen Grund: Zuletzt haben die Deka-Manager diese großen Aktienfonds nah am jeweiligen Vergleichsindex ausgerichtet. Handelt es sich dabei beispielsweise um den Dax, bedeutet dies: Der Manager baut sein Portfolio so um, dass es möglichst die Zusammensetzung des deutschen Börsenbarometers abbildet. Ein „benchmarknaher Ansatz“ heißt dies im Branchenjargon, für den Kunden aber ist das ein Ärgernis. Denn er muss hohe Gebühren dafür zahlen, dass der Manager schlicht versucht, einen Index nachzuahmen - und da diese Gebühren die Rendite schmälern, schneidet der Fonds am Ende eben meist schlechter ab als sein Vergleichsindex. Eine bessere Lösung für Anleger wären da eigentlich ETF: Sie bilden ein Börsenbarometer exakt nach, kosten aber weniger.

Die Verantwortlichen bei der Deka geben sich trotzdem optimistisch: „Der Blick zurück zeigt, dass wir in der Vergangenheit bei großen Aktienfonds Probleme hatten. Hier sind wir aber auf dem richtigen Weg, wie die gute Wertentwicklung der vergangenen zwölf Monate zeigt“, sagt Frank Hagenstein, seit anderthalb Jahren Deka-Chefanleger. Ob solche Worte die Anleger beschwichtigen können, darf bezweifelt werden.

Namen der verantwortlichen Fondsmanager werden nicht genannt

Viel lieber spricht Hagenstein über die Anleihefonds seines Hauses, hier habe man zuletzt einige Branchenpreise gewonnen. Das Ergebnis ist tatsächlich bei weitem nicht so schlecht wie bei den Aktienfonds. Im Vergleich erreicht die Deka hier Rang 22 von 50. Aber berauschend ist dies nun eben auch nicht: Denn gemessen am Volumen der betrachteten Gelder, beträgt der Anteil der Fonds mit einer schlechten bis durchschnittlichen Morningstar-Note immer noch 49 Prozent.

Von den Spitzenplätzen sind Deka-Fonds darum immer noch weit entfernt: Selbst der Milliarden-Fonds „RenditDeka“, der von den Analysten eine gute Bewertung erhält, schafft es im Vergleich mit ähnlichen Fonds der Konkurrenz nur mit Mühe ins erste Drittel der Gruppe. Für viele Deka-Anleihefonds gilt: Große Risiken gehen die Manager nicht ein, gewagte Wetten auf die Kursentwicklung bestimmter Anleihen vermeiden sie meist. In einer Zeit, in der die Zinsen für sichere Staatsanleihen noch nie so niedrig waren, bedeutet so viel Vorsicht aber auch: Besser als ihr Vergleichsindex sind die Manager selten. Eine Rechnung, die für Anleger nicht aufgeht.

Zumal den Analysten Sorge bereitet, dass gerade das Anleiheteam immer wieder durcheinandergewirbelt wird: Einzelne Fonds wie der DekaLux-Bond haben innerhalb von 14 Jahren bereits neun verschiedene Manager gehabt, auch 2014 haben bereits mehrere Anleihefachleute das Unternehmen verlassen. Diese Fluktuation sei ein Branchenmerkmal, sagt Chefanleger Hagenstein, man gewinne auch immer wieder neue Talente hinzu.

Trotzdem scheint den Verantwortlichen die Unruhe unangenehm zu sein: Welcher Manager einen Fonds gerade leitet, lässt sich für Außenstehende jedenfalls nicht feststellen. Auf den Übersichten („Factsheets“), die Anleger zu den Deka-Fonds auf der Internetseite des Unternehmens finden, wird der Name des verantwortlichen Fondsmanagers nie genannt. Wer genau dem eigenen Geld gerade neue Perspektiven eröffnet, bleibt für die Deka-Anleger also im Verborgenen.

Quelle: F.A.S.

 

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