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Veröffentlicht: 25.06.2016, 17:38 Uhr

Crispin Odey 220 Millionen Pfund Gewinn mit dem Brexit

Viele Anleger haben nach dem Brexit-Votum Geld verloren. Doch Hedgefonds-Manager Crispin Odey macht 220 Millionen Pfund Gewinn – dank einer privaten Umfrage. Er hat den Erfolg dringend nötig.

von
© Odey Wealth „Ich glaube, ich könnte der Gewinner sein“: Hedge-Fonds-Manager Crispin Odey
 
Ein Hedge-Fonds-Manager hat am #Brexit 220 Millionen Pfund verdient. @PatrickBernau stellt ihn vor
 
Wie verdient man Geld mit dem Brexit? Man braucht nur die richtige Umfrage

Zwei Billionen Euro haben die globalen Aktienmärkte am Freitag an Wert verloren, nachdem sich die Briten in ihrer Volksabstimmung für einen Austritt aus der Europäischen Union entschieden haben. Einer aber hat nicht nur für die „Brexit“-Kampagne gespendet, sondern auch Geld auf ihren Erfolg gesetzt: Hedgefonds-Manager Crispin Odey. „Ich glaube, ich könnte der Gewinner sein“, sagte er der britischen Zeitung „Daily Mail“ und bestätigte damit Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg.

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Odey gehört in Großbritannien zu den bekannteren Finanz-Größen. Einst war er für ungefähr ein Jahr mit der ältesten Tochter von Medienmogul Rupert Murdoch verheiratet, seine zweite Frau stammt aus einer der Gründerfamilien der Barclays-Bank. Britische Zeitungen schätzen das Vermögen der Familie auf rund eine Milliarde Pfund. Ein Bio-Supermarkt, den er finanziert hat, benannte einst sogar eine Wurst nach ihm.

Beruflich hatte er häufig den richtigen Riecher – vor allem im Umgang mit großen Krisen. Nur anfangs lief sein Hedge-Fonds, den er mit Geld des berühmten Spekulanten George Soros gegründet hat, schlecht. Mitte der 90er-Jahre verlor er mit einer Wette auf die amerikanischen Zinsen Geld und hatte Jahrelang Schwierigkeiten, Kunden zu finden, die ihm ihr Geld anvertrauen wollten.

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Nach den Terroranschlägen vom 11. September aber wettete er darauf, dass künftig viel mehr Versicherungen verkauft würden – und verdiente sein erstes großes Geld. Mitte des Jahrzehnts wurde er misstrauisch: Die Banken schienen ihm nicht mehr solide, er misstraute vor allem den deutschen Landesbanken. Odey investierte in Nahrungsmittel, setzte gleichzeitig auf Kursverluste bei den Banken – und als im Jahr 2008 die Finanzkrise im großen Stil ausbrach, machte sein Unternehmen einen ansehnlichen Gewinn. Großbritannien wurde auf ihn aufmerksam, als er sich schon vor der Pleite von Lehman Brothers 28 Millionen Pfund auszahlte. Später verdiente er Geld, indem er korrekt darauf wettete, dass die Barclays-Bank nicht vom Staat gerettet werden muss.

Der Verfechter des Brexit gab eigene Umfragen in Auftrag

Anfang 2015 allerdings sah er einen neuen Crash kommen. Wieder wettete er auf fallende Kurse. Als der Crash ausblieb, verlor er wieder Geld. Das ist diese Mal anders. Zu Recht nahm Odey  an, dass ein Votum für den EU-Austritt die Finanzmärkte in Unruhe bringen würde. Er kaufte Gold, das in Zeiten der Unruhe immer teurer wird. Er kaufte Dollar – in der Annahme, dass der Brexit den Wert des Pfundes gegenüber dem Dollar nach unten treiben würde. Und er wettete gegen die Aktien des Bauunternehmens Berkeley, der Bank Lloyds und des Medienkonzerns ITV. Dann gab er eine private Umfrage in Auftrag, um seine Wetten im Zweifel abbrechen zu können.

Wäre die Abstimmung für die EU ausgegangen, wie die Demoskopen noch direkt nach Schließung der Wahllokale prognostizierten, dann hätte Odin wieder Geld verloren. So aber machte er mit einem Fondsvolumen von rund 1,5 Milliarden Pfund einen Gewinn von 15 Prozent – also rund 220 Millionen Pfund.

George Soros, Chairman of Soros Fund Management LLC gives speech in Frankfurt © Reuters Vergrößern George Soros

Crispin Odey ist allerdings nicht der einzige, der mit einer Wette auf den „Brexit“ Geld verdient hat. Die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg nennt einige Computer-verwaltete Fonds, die am Freitag Geld gewonnen hätten.

Und dann ist da noch George Soros. Der berühmte ungarisch-amerikanische Spekulant, der einst das britische Pfund aus dem europäischen Währungssystem hinausspekulierte, hat im ersten Quartal ausweislich seiner Finanzberichte Gold gekauft und auf den Verfall von Aktienkursen gewettet. Ob er seine Investments seitdem verändert hat, ist unklar. Vergangene Woche aber warnte er die Briten in einem Zeitungsbeitrag noch davor, dass ein Brexit einen „schwarzen Freitag“ auslösen könne. Sein Sprecher wollte nicht sagen, ob Soros mit dem Brexit am Ende Geld verdient hat oder nicht.

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