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Carmignac Gestion Von Paris nach Luxemburg

 ·  Die französische Fondsgesellschaft, die momentan verstärkt auf Japan und ausgewählte Schwellenländer setzt, verlagert ihr Geschäft aus Steuergründen. Das Umfeld in Frankreich sei nicht sehr günstig.

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© Jockisch, Anna Vergrößern Das Hauptquatier von Carmignac Gestion in Paris

Die französische Fondsgesellschaft Gestion verlegt einen Teil ihrer Fondsverwaltung aus Steuergründen nach Luxemburg. Das berichtete das Unternehmen vor der Presse in Paris. „Wir müssen Talente anziehen und sie gut bezahlen, das Umfeld ist dafür in Frankreich nicht sehr günstig“, sagte der Generaldirektor Eric Helderlé. Eine in Luxemburg bestehende Filiale soll zur fondsverwaltenden Tochtergesellschaft unter Führung des stellvertretenden Generaldirektors Eric Le Coz ausgebaut werden.

In seiner Anlagestrategie setzt Carmignac in diesen Tagen vor allem auf die japanische Wirtschaft und auf ausgewählte Schwellenländer, allen voran China. Die von der japanischen Zentralbank vorangetriebene Abwertung des Yen sowie die unternehmensfreundliche Politik der neuen Regierung in Tokio seien positive Entwicklungen für japanische Aktien, berichteten Fondsmanager. Daher haben die Fonds Carmignac Investissement und Carmignac Patrimoine ihre Positionen in den japanischen Aktienindizes Topix und Nikkei sowie in Titeln wie Toyota und Nomura aufgebaut.

Gleichzeitig geht die Fondsgesellschaft jedoch von weiteren Wertverlusten der japanischen Währung aus - ein Aspekt, den Anleger in Europa beachten müssen. „Alle unsere Positionen in Japan sind währungstechnisch abgesichert. Unsere Devisenmanager verfolgen beim Yen die Strategie der Leerverkäufe“, berichtete Carmignac-Fondsmanager Simon Pickard. Die japanische Zentralbank werde ihre extreme geldpolitische Lockerung fortsetzen, denn Japan versuche der seit zwanzig Jahren anhaltenden Deflation zu entkommen.

„Der letzte Mann, der noch steht“

In einer Welt der Abwertungswettläufe sei der Euroraum „der letzte Mann, der noch steht“, sagte Pickard. Daher hat Carmignac gleichzeitig sein Engagement im Euroraum erhöht. Gegenüber Ende November erhöhte der Fonds Carmignac Patrimoine beispielsweise seine Präsenz in Euroanlagen von 52 auf 60 Prozent. Beim Carmignac Investissement stieg das Euroengagement von 29 auf 52 Prozent. Die Gewichtsverlagerung geht weniger auf eine fundamentale Erholung als auf die Erwartung fortgesetzter Eurostärke zurück. Die Rezession im Euroraum werde sich 2013 zwar fortsetzen.

„Wir haben Schwierigkeiten, Zeichen für eine Wende im Euroraum zu sehen“, sagt Frédéric Leroux, doch immerhin habe die Politik der Europäischen Zentralbank unter Führung von Mario Draghi das Risiko eines Auseinanderfallens des Währungsraumes ausgeräumt. „Das Systemrisiko ist deutlich kleiner, nach Italien und Spanien wird jedoch auch Frankreich in die Rezession rutschen“, meint Leroux. Dennoch hat sich Carmignac unter den Staatsanleihen zuletzt stärker in italienischen und spanischen Papieren engagiert. Bei den Festzinspapieren von Deutschland und den Vereinigten Staaten sieht die Fondsgesellschaft zunehmende Risiken.

Im vergangenen Jahr schnitt in der Carmignac-Fondspalette der europäische Aktienfonds Carmignac Grande Europe mit einer Wertsteigerung von 17,9 Prozent am besten ab. Zum Vergleich: Der Aktienindex Stoxx 600 kam in diesem Zeitraum nur auf ein Plus von 14,37 Prozent. Schlusslicht war dagegen der Rohstoff-Fonds Carmignac Commodities mit einem Wertverlust von 9,65 Prozent.

Der schwere Multi-Milliarden-Fonds Carmignac Patrimoine schnitt mit einem Wertgewinn von 5,42 Prozent schlechter als in den Vorjahren ab. Das gesamte verwaltete Vermögen konnte Carmignac nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr 2012 aber wieder steigern. Es legte um 17 Prozent auf 53,7 Milliarden Euro zu und kam damit wieder in die Nähe des Rekordjahres 2010, als das Vermögen die Grenze von 55 Milliarden Euro überschritt. Der Nettozufluss neuer Mittel betrug 4,5 Milliarden Euro.

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