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Bonuszertifikate Für Zeiten des Stillstands

25.08.2009 ·  Neue Varianten bieten mehr Sicherheit: Bonuszertifikate sind für denjenigen eine attraktive Anlageform, der nicht mehr mit Kurssteigerungen, aber auch nicht mit größeren Kursrückschlägen rechnet. Wer hingegen auf Hausse setzt, fährt mit Indexfonds besser.

Von Daniel Mohr
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Wer das Potential für Kurssteigerungen an den Aktienmärkten nach der Rally seit März erst einmal für ausgeschöpft hält, gleichzeitig aber auch nicht mit größeren Kursrückschlägen rechnet, der findet in Bonuszertifikaten eine attraktive Anlageform.

Ein Produkt klassischer Prägung ist ein Zertifikat der Société Générale auf den Dax. Es startet an diesem Dienstag in den Handel. Der Emissionspreis beträgt knapp 73 Euro. Fällt der Dax von seinem aktuellen Niveau von rund 5500 Punkten während der Laufzeit des Bonuszertifikats bis Juni 2010 nie unter 3800 Punkte, so erhält der Anleger mindestens einen Bonusbetrag von 82 Euro je Zertifikat ausgezahlt. Höher wird diese Auszahlung nur, wenn der Dax auf mehr als 8200 Punkte steigt. Bei einem Dax-Stand von 11.000 Punkten beliefe sich die Auszahlung zum Beispiel auf 110 Euro. Während der Dax sich somit im Vergleich zu heute verdoppelt hätte, hätte das Zertifikat nur um 50 Prozent zugelegt.

Zusätzliche Sicherheit mindert Rendite

Das Beispiel verdeutlicht, dass Bonus-Zertifikate nur bei seitwärts gerichteten oder leicht fallenden Märkten eine bessere Rendite erbringen als die Aktienanlage selbst. Viele Bonuszertifikate begrenzen auch die möglichen Gewinne nach oben (Cap). Wer daher eine deutlich positive Marktmeinung hat, erzielt mit Indexfonds eine bessere Rendite, da diese genau die Entwicklung des Aktienindex nachvollziehen.

Außerdem erleidet der Anleger mit einem Bonuszertifikat die vollen Aktienkursverluste, sobald die Sicherheitsschwelle auch nur einmal während der Laufzeit nach unten durchbrochen wurde. Anschließend entwickelt sich das Bonuszertifikat wie die zugrunde liegende Aktie beziehungsweise der Aktienindex. Ein Anspruch auf die Zahlung des Bonusbetrags besteht nun nicht mehr. Da während des Kursrutsches an den Aktienmärkten bis zum März fast alle Bonuszertifikate nicht über einen ausreichenden Sicherheitsschutz verfügt haben und viele Anleger hohe Verluste erlitten haben, werden nun vermehrt Varianten auf Bonuszertifikate aufgelegt. Ihnen ist gemeinsam, dass das Durchbrechen der Sicherheitsschwelle und damit der Wegfall des Bonusanspruchs seltener wird. Gleichzeitig mindert die zusätzliche Sicherheit jedoch die Rendite des Zertifikats.

Kurzfristiger Rutsch unter die Sicherheitsschwelle

Auf 1,5 Prozentpunkte schätzt Jochen Fischer von Goldman Sachs die Renditeminderung gegenüber klassischen Bonuszertifikaten im Jahr bei der Reservoir-Variante von Bonuszertifikaten, die sein Haus nun anbietet. So ist ein Produkt auf den Euro Stoxx 50 im Handel (GS14ZK1), das bis August 2011 läuft. Fällt der Euro Stoxx 50 während der Laufzeit unter die Sicherheitsschwelle von 2023 Punkten (aktueller Stand: 2770 Punkte), dann geht dadurch nicht sofort der Bonusanspruch verloren, sondern es wird ein „Reservoir“ angezapft und langsam aufgebraucht. Die Sicherheitsschwelle beträgt 76 Prozent des Ausgangsniveau des Index.

Sollte zum Beispiel der Euro Stoxx 50 an einem Tag auf 70 Prozent seines Ausgangsniveaus fallen, werden 6 Punkte (76 minus 70) des Reservoirs aufgezehrt. Verharrt der Index am nächsten Tag auf dem niedrigeren Niveau, so würden nochmals 6 Punkte aufgebraucht und so weiter. Insgesamt umfasst das Reservoir 50 Punkte. Nur wenn diese vor Ablauf der Laufzeit aufgebraucht wurden, geht der Bonusanspruch verloren und der Anleger trägt die Aktienkursverluste voll. Falls das Reservoir nicht aufgebraucht wird, erhält der Anleger am Ende der Laufzeit 120 Euro je Zertifikat (aktueller Preis: 104 Euro). Diese Variante der Bonuszertifikate schützt vor drastischen, wochenlangen Kursrückgängen nicht, verhindert aber, dass ein kurzfristiger Rutsch unter die Sicherheitsschwelle die Rendite des Bonuszertifikats vermasselt.

Korridor-Bonus-Zertifikate

Andere Zertifikateanbieter sind dazu übergegangen, nur am Ende der Laufzeit zu prüfen, ob der Index oder der Aktienkurs oberhalb der Sicherheitsschwelle notieren oder nicht. Falls zuvor die Sicherheitsschwelle schon einmal unterboten wurde, bleibt diese ohne Relevanz. So erhalten Anleger für ein Zertifikat der Hypo Vereinsbank am Ende der Laufzeit im Dezember 2013 59 Euro, wenn der Euro Stoxx 50 dann nicht unter 1560 Punkten notiert. Aktuell kostet das Zertifikat 52 Euro.

Für Anleger, die ziemlich fest davon überzeugt sind, dass die Aktienmärkte keine größeren Sprünge in die eine oder andere Richtung machen werden, gibt es auch Korridor-Bonus-Zertifikate. Ein Produkt der Deutschen Bank kostet derzeit knapp 112 Euro. Der Anleger bekommt Mitte Dezember 130 Euro für ein Zertifikat ausgezahlt, wenn der Dax bis dahin nicht auf weniger als 3003 Punkte gefallen ist, aber auch nicht auf mehr als 6238 Punkte gestiegen ist.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Wirtschaft.

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