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Börsengehandelte Indexfonds (ETF) Was neue Trends für Anleger bedeuten

12.05.2009 ·  Viele Anleger befürchten, dass der jüngste Höhenflug der Aktien nicht viel mehr als eine Bärenmarktrally ist. Die Ungewissheit steigert die Beliebtheit der börsengehandelten Indexfonds (ETFs). Nach dem rasanten Wachstum der vergangenen Jahre ist die ETF-Branche reif für eine Konsolidierung.

Von David Bogoslaw
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Auch nach einer zweimonatigen Rally an den Aktienmärkten hält sich die Marktvolatilität weiterhin auf hohem Niveau. Einfach gesagt, machen sich die Anleger nicht nur darüber Sorgen, wann genau der Wirtschaftsaufschwung kommt, sondern sie befürchten auch, dass der jüngste Höhenflug der Aktien möglicherweise nicht viel mehr als eine weitere Bärenmarktrally ist. Die Ungewissheit steigert die Beliebtheit der kostengünstigen börsengehandelten Indexfonds (ETFs), die es den Anlegern erlauben, während des gesamten Handelstages mit hoher Flexibilität Positionen aufzubauen und wieder abzustoßen.

Barclays zieht sich nicht komplett zurück

Angesichts des Wettbewerbsdrucks, der von den beiden anderen großen ETF-Anbietern Vanguard und State Street Global ausgeht, ist es unwahrscheinlich, dass der neue Eigentümer von iShares nach der Veräußerung durch Barclays die Kostenquoten erhöhen wird, wie einige befürchten, meint Scott Kubie, Chef-Investmentstratege bei CLS Investments in Omaha, Nebraska. Seiner Ansicht nach liegt die Veräußerung am ehesten im Kapitalbedarf von Barclays zur Stärkung seiner Bilanz begründet, sowie darin, dass die Bank es vorzieht, kein Geld von der britischen Regierung anzunehmen.

Tatsächlich wird Barclays nach wie vor präsent sein. Da der Deal so strukturiert ist, dass Barclays einen großen Anteil an iShares behält, scheint ein Rückkauf in einigen Jahren möglich, sagt Richard Ferri, CEO von Portfolio Solutions.

Ferri, auch Autor des Buches „The ETF Book: All You Need to Know About Exchange-Traded Funds“ (Das ETF-Buch: Alles, was Sie über börsengehandelte Indexfonds wissen müssen), betrachtet die diversen aktiv verwalteten ETFs, die durch kleinere Akteure auf den Markt gebracht werden, eher als Experimente denn als ernsthafte Verkaufsbemühungen.

Um diese ETFs wirklich zum Erfolg zu führen, muss eine große, auf Privatanleger ausgerichtete Investmentfondsgesellschaft wie Pimco einen ETF lancieren, der von einem Manager geführt wird, der einen großen Namen hat und sich zum Ziel setzt, diese Strategie ausschließlich im ETF-Format anzuwenden, meint er. Dies dürfte wohl vor allem deshalb nicht geschehen, weil Investmentfonds-Manager mit großem Namen nicht an einer Ausschlachtung ihres eigenen Geschäfts interessiert sind.

Ein Versuch, die Verluste des vergangenen Jahres wettzumachen

Das Konzept einer vollständigen Transparenz für ETF-Bestände macht für aktiv verwaltete ETFs ebenfalls weniger Sinn. Vollständige Transparenz für ein Portfolio zu verlangen, könnte die Maßnahmen einschränken, die ein Manager ergreifen möchte, da er befürchtet, andere Investoren könnten ihm den Rang ablaufen, meint Archard von iShares.

Leveraged-ETFs, die den Tagesgewinn eines zugrunde liegenden Marktindexes verdoppeln oder verdreifachen, oder inverse ETFs, die sich gegenläufig zum Index bewegen und ein negatives Vielfaches von dessen Gewinn einbringen, haben viel Aufmerksamkeit erregt, was insbesondere auf das Interesse zurückzuführen ist, die Verluste des vergangenen Jahres wieder wettzumachen. Besonneneren Vermögensverwaltern wird jedoch zunehmend klar, dass diese am besten als Daytrading-Vehikel zu verwenden sind, die man nicht länger als ein oder zwei Tage halten sollte, da sie jeden Tag erneut ausbalanciert werden müssen und möglicherweise den zugrunde liegenden Index längerfristig nicht richtig abbilden.

„Die meisten Berater planen ihre Allokationen auf Grundlage langfristiger Risiko- und Gewinnberechnungen. Wenn man also einen Posten in ein Portfolio aufnimmt, dessen voraussichtlichen Gewinn man nicht kennt, weiß man nicht, wie man seine Allokationen vornehmen soll“, meint Archard. Durch die verwirrenden Folgen wird es für die Berater schwierig, Leveraged-ETFs oder inverse ETFs effektiv einzusetzen. Das ist der Grund, weshalb iShares entschieden hat, noch keine zu lancieren, fügt er hinzu.

Indem sie Anlageklassen wie Rohstoffe in eng definierte Kategorien unterteilt, die ein gezielteres Engagement erlauben, ist die ETF-Branche eine große Hilfe für die Vermögensverwalter, „die nach segmentierteren ETFs Ausschau halten, um sich die dort vorhandenen Möglichkeiten zunutze zu machen“, meint Kubie von CLS, das derzeit seine Vermögenswerte in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar in ETFs anlegt.

Berater machen sich schlau

Der Hauptgrund dafür, dass die Ausschüttung bislang meist über Finanzberater erfolgt, liegt darin, dass ETFs ein recht komplexes Produkt sind. Dieses erfordert, dass man den Creation-Redemption-Prozess sowie den Unterschied zwischen indiziertem Wert und tatsächlichem Preis versteht und weiß, warum die Fonds häufig mit Abschlag oder Prämie gegenüber ihrem Buchwert gehandelt werden.

„Bei ETFs handelt es sich um ein respekteinflößendes Produkt, das nicht einfach so von der allgemeinen Öffentlichkeit gekauft wird. Somit ist es Sache der Berater, ihren Kunden Wissen zu vermitteln“, erklärt Ferri. Das bedeutet, dass sich die Berater erst einmal selbst die nötigen Kenntnisse aneignen müssen, und das ist es, was nun vermehrt geschieht, fügt er hinzu.

Elan von Winward teilt nicht die Ansicht, dass Privatanleger ETFs für komplexer als offene Investmentfonds befinden, die sogar noch unattraktiver sind, da sie keinen raschen Ausstieg erlauben. Es ist nicht ungewöhnlich, dass seine Kunden ihre eigenen ETFs eröffnen und sie ihm dann übergeben, weil sie glauben, dass er sie besser verwalten kann, fügt er an.

Bestandskonzentrationen mit großen Fonds

Was steht der Branche nach den vielen neuen Varianten der vergangenen Jahre als Nächstes bevor? Momentan stehen die Zeichen eher auf Konsolidierung als auf Innovation, glaubt Elan. Mehrere eng fokussierte ETFs wurden geschlossen, da sie ihre Ausgaben nicht decken konnten. „Wie bei vielen anderen guten Ideen neigt die Wall Street dazu, über das Ziel hinauszuschießen und sich dann auf einem Gleichgewicht oder einem vernünftigeren Niveau einzupendeln“, meint er.

Obgleich die ETFs, die nun nicht mehr ganz der letzte Schrei sind, noch einen recht beschwerlichen Weg vor sich haben, bis sie ausgereift sind, werden sie in den kommenden Jahren eine größere Rolle in der amerikanischen Finanzwelt spielen.

David Bogoslaw ist Reporter für den Business Week Investing Channel.

Quelle: Text: Business Week Online
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