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Börsengehandelte Indexfonds Die ETF-Branche wächst rasant weiter

06.07.2010 ·  Börsengehandelte Indexfonds gibt es in Europa seit zehn Jahren. Sie versuchen nicht, eine höhere Rendite als ihr Referenzindex zu erzielen - und liegen damit im Trend der Zeit. DB X-Trackers will seine Position als Innovationsführer festigen.

Von Christian Hiller von Gaertringen
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Die ETF-Branche in Europa hat in der ersten Hälfte dieses Jahres ihr Wachstum fortgesetzt. Nach Berechnung des ETF-Anbieters der Deutschen Bank, DB X-Trackers, erhöhte sich das verwaltete Vermögen börsengehandelter Indexfonds (ETF) in diesem Jahr bisher um 16 Prozent auf 197,6 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr betrug das Wachstum der Branche 63 Prozent. Damit entwickelt sich der ETF-Markt deutlich dynamischer als herkömmliche Investmentfonds. Dieses Anlagesegment ist laut dem europäischen Fondsverband Efama per Ende April nur um 1,4 Prozent gewachsen.

Börsengehandelte Indexfonds (ETF) gibt es in Europa mittlerweile seit zehn Jahren. Anders als herkömmliche Investmentfonds versuchen diese Produkte nicht, eine höhere Rendite als ihr Referenzindex zu erzielen. Vielmehr wollen sie lediglich die Entwicklung des Aktienindex, des Rentenindex oder des Aktienkorbs nachzeichnen, auf den sich der ETF bezieht. Im Gegenzug sind die Kosten für den Anleger geringer. So kostet beispielsweise der Investmentfonds DWS Investa, der in deutsche Standardwerte anlegt, eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1,4 Prozent. Für den Indexfonds DB X-Trackers Dax ETF, ebenfalls von der Deutschen Bank, sind nur 0,15 Prozent fällig.

„Wir wollen der Innovationsführer auf dem ETF-Markt sein“

Ungeachtet des hohen Wachstums in der ETF-Branche führen die Marktteilnehmer den Konkurrenzkampf mit sportlicher Härte. So zeigt sich Thorsten Michalik, Leiter DB X-Trackers, überzeugt, bald den Konkurrenten Lyxor vom zweiten Platz in Europa zu verdrängen. Bisher kommt der Ableger der französischen Großbank Société Générale mit 34,4 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen auf einen Marktanteil von 17,4 Prozent. Die Einheit der Deutschen Bank erreicht mit 28,7 Milliarden Euro einen Marktanteil von 14,5 Prozent. Mit großem Vorsprung – 64,7 Milliarden Euro und 32,7 Prozent – ist Blackrock europäischer Marktführer, seitdem die amerikanische Fondsgesellschaft im Juni vergangenen Jahres den ETF-Anbieter iShares von der britischen Bank Barclays übernahm.

„Wir wollen der Innovationsführer auf dem ETF-Markt sein“, sagte Michalik der F.A.Z. „Ziel ist, dass unsere Produkte die Referenz werden.“ Denn bei Indexfonds sei es besonders wichtig, der Erste zu sein, der ein neues Produkt anbiete. So besitze iShares auch deshalb mit iShares Dax, der ein Vermögen von 3,1 Milliarden Euro verwaltet, den größten ETF auf deutsche Standardwerte, weil sie die ersten gewesen seien, die solch ein Produkt auf den Markt gebracht hätten. Eine ähnliche Position strebt DB X-Trackers nun bei ETF auf Währungen, Rohstoffe oder auch auf Schwellenländer an.

ETFS Physical Gold drittgrößter europäischer ETF

Besonders stark sind im ersten Halbjahr ETF auf Rohstoffe gewachsen. So zählen Indexfonds auf Gold mittlerweile zu den größten ETF in Europa überhaupt. Der ETFS Physical Gold ist nun mit einem Fondsvolumen von 4,3 Milliarden Euro der drittgrößte europäische ETF überhaupt, nach einem ETF auf den Aktienindex Euro Stoxx 50, der die Kursentwicklung von Standardwerten aus dem Euro-Raum nachzeichnet, und einem ETF auf den marktbreiten amerikanischen Aktienindex S & P 500.

Allerdings weisen Indexfonds auf Rohstoffe eine besondere Tücke auf: Klassische ETF sind wie Investmentfonds Sondervermögen, die nicht in die Insolvenzmasse gehen, falls die Fondsgesellschaft Insolvenz anmeldet. Bei Rohstoffen jedoch sind Exchange Traded Commodities (ETC) üblich, die ähnlich wie Zertifikate Schuldverschreibungen des Emittenten sind. Dennoch werden viele ETC als ETF bezeichnet. Damit der Käufer von ETC oder eines Rohstoff-ETF nicht dem Adressrisiko der emittierenden Bank ausgesetzt ist, werden diese Produkte häufig mit physischen Gold unterlegt. Die europäische ETF-Branche halte mittlerweile ein Goldvermögen von mehr als 10 Milliarden Dollar, teilte ETF Securities jüngst mit.

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