25.08.2008 · Europäische Unternehmen sind in den großen Biotech-Fonds meist kaum vertreten. Vor allem amerikanische Titel sind stark gewichtet. Das zahlt sich aus, wenn der Dollar weiter an Stärke gewinnt. Doch die Risiken dieser Fonds sollten nicht übersehen werden.
Mehr als 10 Prozent Kursgewinn in einem Monat, fast 10 Prozent in einem halben Jahr? Doch das geht derzeit noch - und zwar mit Aktienfonds, die auf Biotech-Werte spezialisiert sind. So ist der DWS Biotech Aktien Typ O im vergangenen Monat um 11,4 Prozent gestiegen, in den vergangenen sechs Monaten um 17,4 Prozent.
Noch besser schnitt zuletzt der OP Topic Biotechnology von Oppenheim-Fonds ab: Dessen Fondsmanager schaffte ein Plus von 12 Prozent im vergangenen Monat und von 19 Prozent im vergangenen halben Jahr. Und anders als der DWS-Fonds kommt er auch in den vergangenen fünf Jahren auf eine Wertsteigerung von fast 16 Prozent, während die DWS-Konkurrenz ihren Anlegern einen Wertverlust von 15 Prozent erklären muss.
Überwiegend an der Wall Street engagiert
Neben einer guten Branchenkonjunktur profitieren Biotech-Fonds derzeit auch davon, dass die amerikanische Börse weniger unter der Finanzkrise und übrigen Turbulenzen an den Weltbörsen leidet als die europäischen Märkte. So ist der OP-Fonds zu fast 80 Prozent in Biotech-Werte engagiert, die auf den amerikanischen Aktienmärkten gehandelt werden. So war die größte Einzelposition zuletzt die Aktie von Gilead Sciences aus Kalifornien, das unter anderem mit den Medikamenten Atripla, Emtriva, Truvada und Viread in der Behandlung von Aids aktiv ist.
Allerdings sind die Fondsmanager bei ihrer Aktienauswahl wenig originell. Neben der Aktie von Gilead Sciences ist in den Biotech-Fonds meist auch die Aktie von Amgen hoch gewichtet. Beim entsprechenden Produkt von Allianz Global Investors machen amerikanische Aktien sogar fast 90 Prozent der Positionen aus. An vorderster Stelle rangieren natürlich - Amgen und Gilead Sciences.
Allerdings ist der Oppenheim-Fonds deutlich teurer als das Konkurrenzprodukt aus dem Hause Deutsche Bank: Der OP Topic kostet einen Ausgabeaufschlag von 5 Prozent des Anlagebetrags und eine Verwaltungsgebühr von 2 Prozent. Die DWS verzichtet auf einen Ausgabeaufschlag und begnügt sich bei der Verwaltungsgebühr von 1,7 Prozent. Zwar kommt noch eine Depotbankgebühr von 0,1 Prozent hinzu, aber dennoch ist der DWS-Fonds günstiger.
Abgeschlagen rangiert im Vergleich zu diesen beiden Fonds das Biotech-Angebot des Allianz-Konzerns. Zwar kommt auch der Allianz-Dit Biotechnologie A auch auf eine akzeptable Rendite von knapp 14 Prozent in den vergangenen sechs Monaten. Doch mit einem Ausgabeaufschlag von 6 Prozent, einer Verwaltungsgebühr von 2 Prozent und Depotbankgebühren von 0,04 Prozent.
Angesichts der starken Ausrichtung auf amerikanische Werte bieten Biotech-Fonds zudem eine Wette darauf, dass der amerikanische Dollar wieder stärker wird. Auch wird in der Branche zunehmend über Übernahmen spekuliert, was die Aktienkurse der Branche zusätzlich antreiben könnte.
Die ersten Beobachter warnen jedoch schon davor, dass sich bei Biotech-Aktien an der Börse eine spekulative Blase gebildet haben könnte, die früher oder später zwangsläufig platzen muss. Von daher eignen sich Biotech-Fonds nicht für Anleger, die dem Geschehen in der Branche und an der Börse nicht aufmerksam folgen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |