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Bestseller-Autor Nassim Taleb Aus kleinen Fehlern lernen

 ·  Der deutsche Mathematiker Carl Friedrich Gauß ist einer seiner Lieblingsgegner: Nassim Taleb glaubt nicht an die Normalverteilung; sie decke nur einen kleinen Teil der Wirklichkeit ab. Wie der Bestseller-Autor und Essayist mit der Ungewissheit zu leben versucht.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (7)

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Edgar Timm
Edgar Timm (duet) - 12.05.2012 14:07 Uhr

Ich sehe da keine Widersprüche, denn ...

in der Gauss´schen Normalverteilung haben wir viele Ereignisse, die sich um einen Mittelwert scharen, während die Extremwerte relativ selten auftreten. Wenn also das Duchschnittsgewicht einer Population 80 kg beträgt, gibt es eben auch Menschen, die 40 kg und solche, die 160 kg wiegen.
.
Genauso dasselbe passiert mit einem gut diversifizierten Wertpapierdepot: Trotz sorgfältiger Auswahl (wer will schon gern Verluste machen?) stellen Sie -bei Anwendung von Buffets buy&hold-Strategie- nach einigen Jahren fest, dass sich einige Werte mehr als verdreifacht haben, während andere Papiere unter 50% des Einstandspreises vor sich hin dümpeln - und möglichereise nach 3 weiteren Jahren wieder aus dem Keller kommen. Und auch das ganze Depot in Summe mal prächtig "unter Wasser" steht, um kurze Zeit später wie Phönix aus der Asche zu steigen.
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Eine schöne Grafik dazu veröffentlicht die FAZ regelmässig - suche: Renditedreieck DAX 2011
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Ein Meteoriteneinschlag könnte das Spiel jedoch beenden ;-)

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Siegfried Reutzel

Gauß ist Wissenschaft - Taleb ist Angst !

Gauß beschrieb mit der Normalverteilung naturwissenschaftliche Fakten, deren Anwendung natürlich nicht für alle Zufälligkeiten angemessen ist.
Taleb beschäftigt sich mit dem Unvorhersehbaren und trägt damit in keiner Weise zu einem Erkenntnisfortschritt bei. Dass etwas gering wahrscheinliches auch nur geringe Beachtung verdient ist ein großer evolutionärer Fortschritt der Menschheit.
Es macht ja auch wenig Sinn jeden Tag mit seinem Tod zu rechnen und entsprechend zu agieren, wenn eine gewisse Lebenserwartung wahrscheinlich ist, aber natürlich nicht zwingend. Insofern sagt uns Taleb damit nichs Neues. Jede Entscheidung muss unter Unsicherheit und Risiko abgewogen und getroffen werden. Und da liegt der Mensch oder die Finanzwissenschaft nun auch immer mal falsch. Daraus die Erkenntniss zu ziehen, sich ins Eck zu setzen und jedes Risiko vermeiden hätte die Menschheit nicht dahin gebracht wo wir heute stehen.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.05.2012 12:56 Uhr
Carolus Doomdey
Carolus Doomdey (Domday) - 10.05.2012 12:56 Uhr

Taleb ist nicht Angst

"Dass etwas gering wahrscheinliches auch nur geringe Beachtung verdient ist ein großer evolutionärer Fortschritt der Menschheit." Sollten wir uns deswegen nicht mit Reaktorunfällen beschäftigen? Sind Sie auch sicher, dass Sie bei der Berechnung der geringen Wahrscheinlichkeiten auch alle Faktoren in Ihr Modell eingegeben haben?

"Daraus die Erkenntniss zu ziehen, sich ins Eck zu setzen und jedes Risiko vermeiden" Ich glaube, Sie haben Taleb gründlich mißverstanden.

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Nikolaus Neininger

Rumsfeld

Um dies mal entsprechend (dem in diesem Zusammenhang sehr weisen) Rumsfeld zu sortieren:
Der Tod liegt in der Kategorie "known knowns";
Die korrekte Anwendung der Gaußverteilung gehört in die Kategorie "known unknowns" - außer der Mathematik betrifft dies einen sehr großen Teil der Physik, die typischen Beispiele für "Wahrscheinlichkeit" wie Roulette etc., und manche andere Verteilungen (Körpergröße); diesen Bereich nennt Taleb "Mediokristan"
Sehr riskante, aber extrem seltene Ereignisse stellen die Kategorie "unknown unknowns" dar ("Extremistan" bei Taleb) - und man macht einen sehr großen Fehler, wenn man in dieser Kategorie mit Gaußverteilungen rechnet und sich auf dieser Basis einredet, man könne das Risiko einschätzen.
Es geht nicht darum, nun deshalb gar nichts zu tun - es geht darum, der vermeintlich "mathematisch korrekten" Pseudosicherheit nicht blind zu vertrauen.
Sie schnallen doch sich im Auto an, obwohl die Todesrate pro Einwohner hier nur bei 0,005% liegt, oder?

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Timo Litty
Timo Litty (littinho) - 10.05.2012 10:15 Uhr

Typisch Wirtschafts"wissenschaftler"

Das eine Summe beliebig verteilter Zufallsvariablen für gegen unendlich strebende Summanden normalverteilt ist, ist nicht falsch oder verkehrt oder sonst was. Das ist Mathematik und eindeutig korrekt und im Beweis nachzulesen. Wenn Herr Taleb gegen Gauss kämpft, soll er das einfach aufschreiben und so eine Fileds Medallie abstauben...

Das Problem ist doch immer das Gleiche: Leute, die maximal die Hälfte verstehen, nutzen unpassende Methoden für ihre Zwecke. Natürlich ist Mathematik eindeutig korrekt, aber doch nicht, wenn ich fragwürdige Sachen reinstecke und es auf die falschen Probleme anwende.

Der Hammer ist ja auch nicht "verkehrt", nur weil ich mit ihm ein Fenster putzen will....

Aber BWLer müssen ja immer alles in Zahlen pressen (natürlich eindimensional), alles muss in ein "Ranking". Von den Unis, über die Arbeitgeber, usw.

Das Ganze erzeugt durch Mathematik natürlich eine Pseudoobjektivität.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.05.2012 13:26 Uhr
Wolfgang Schlage

"Typisch Wirtschafts'wissenschaftler'" - zu abfällig!

Die Wirtschaftswissenschaft kann es sich als Verdienst anrechnen, Risiken quantitativ (also nicht nur intuitiv) messen und managen zu wollen und in Teilbereichen sehr erfolgreich damit zu sein. Sonst gäbe es keine Versicherungen - auf die wir uns täglich verlassen. Das ist schon einmal toll.

Dann hat man versucht, dies auf den Wertpapierbereich zu übertragen, um Begriffe wie "diversifiziertes Portfolio" und "Risikokompensation" zu mehr zu machen als zu einer intuitiven Einschätzung. Ein lobenswerter Versuch. Und hier hat sich eben herausgestellt, dass die Gaussche Normalverteilung nicht ausreicht und dass außerdem systemische Zusammenhänge alle bisherigen Rechnungen zerstören können. Dies hat Herr Taleb richtig und publikumswirksam thematisiert.

Dies alles zeigt aber nicht das Scheitern, sondern die Vitalität der Wirtschaftswissenschaften. Es ist wie bei den Naturwissenschaften und Ingenieuren: wie viele Flugzeuge mussten erst runterfallen, bis sie jetzt einigermaßen funktionieren?

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Alois Mantler
Alois Mantler (louisms) - 10.05.2012 08:41 Uhr

der Riese auf tönernen Füßen

ist schon altbekannt.
nachzulesen z. B. im Buch Daniel der Bibel

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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.

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