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Bankenkrise Amerikanische Hypothekenkrise erreicht China

 ·  Die Krise am amerikanischen Hypothekenmarkt erreicht Asien: Die beiden größten chinesischen Banken haben bekannt gegeben, mit insgesamt 12,5 Milliarden Dollar in nachrangigen Immobilienfinanzierungen in Amerika engagiert zu sein.

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Die Krise am amerikanischen Hypothekenmarkt erreicht Asien: Die beiden größten chinesischen Banken haben nun bekannt gegeben, mit insgesamt 12,5 Milliarden Dollar in nachrangigen Immobilienfinanzierungen in Amerika engagiert zu sein.

Nachdem die Bank of China (BoC) erklärt hatte, sie habe 9,65 Milliarden Dollar investiert, gab der Kurs ihrer Aktien an der Börse in Hongkong am Donnerstag in der Spitze mehr als acht Prozent nach. Ihre Tochtergesellschaft BoC Hongkong ist mit weiteren 1,6 Milliarden Dollar beteiligt. Auch die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), die größte Bank der Volksrepublik, hat 1,22 Milliarden im amerikanischen Häusermarkt investiert. Die größte Bank Südostasiens, die Singapurer Staatsbank DBS Holdings Group, räumte am Freitag ein, mit 1,6 Milliarden Dollar doppelt so stark belastet zu sein wie bislang veröffentlicht.

Nur Hongkong wertet es negativ

BoC, die zweitgrößte Staatsbank Chinas, hat zwar ein hervorragendes Halbjahresergebnis vorgelegt. Doch nahmen Anleger das Engagement in den Vereinigten Staaten zum Anlass, die Aktie in Hongkong zum Verkauf zu stellen. Allerdings zeigte sich bei den Bankwerten einmal mehr die unterschiedliche Spekulationsneigung in Festlandchina und in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong. Während die BoC in Hongkong mit einem Minus von gut fünf Prozent aus dem Handel ging, legte sie in Schanghai um knapp ein Prozent zu. Gerade die Bankwerte trieben den Shanghai Composite Index auf einen Rekord von 5.107 Punkten. Damit stieg der Aufschlag derjenigen Werte, die sowohl in Schanghai wie auch in Hongkong gehandelt werden, in China auf fast 70 Prozent.

Das Engagement der BoC in Wertpapieren, die mit zweifelhaften Immobilienkrediten gesichert sind, ist das bislang größte einer asiatischen Bank. Auch das Papier der ICBC, am Börsenwert gemessen die größte Bank der Welt, verlor in Hongkong an Wert, obwohl das Institut zuvor einen Gewinnsprung von gut 60 Prozent bekannt gegeben hatte. Das Engagement der ICBC im amerikanischen Subprime-Markt entspricht 4,3 Prozent ihres Devisenportfolios. „Unser Engagement ist absolut minimal, und es handelt sich nur um unrealisierte Verluste“, sagte ICBC-Präsident Yang Kaisheng.

„Keine Panik“

Die Aktien von BoC haben in Hongkong in diesem Jahr schon zehn Prozent an Wert verloren. Damit zählt das Papier zu den schwächsten des Hang-Seng-Index. Allerdings schätzt die BoC ihre eigenen Risiken eher als gering ein: So bildete sie für ihr Amerika-Engagement nur Rückstellungen in Höhe von 1,15 Milliarden Yuan (112 Millionen Euro). Diese Höhe sei angemessen, weil der ganz überwiegende Teil der Investitionen von den Kreditbewertungsagenturen mit „A“ oder sogar noch besser bewertet worden sei. Zudem habe sein Institut seit Juni „Anpassungen“ in seinem Engagement vorgenommen, sagte Chairman Xiao Gang.

Die Analysten der amerikanischen Citibank unterstützen Xiaos Sicht: Mehr als 97 Prozent im Subprime Portfolio der BoC seien mit „AA“ bewertet. „Keine Panik“, heißt die Schlussfolgerung der Citibank. Andere hingegen stuften die Bank deutlich zurück. CLSA stellte sie von „überdurchschnittlich“ auf „verkaufen“, die Schweizer UBS von „neutral“ auf „verkaufen“. Wenn allerdings alle Subprime-Investitionen der BoC, die geringer als „AAA“ bewertet sind, nun ausfielen, erlitte die Bank einen Einbruch von 30 Prozent bei ihrem für dieses Jahr erwarteten Gewinn, rechnet die Credit Suisse vor.

Verluste auch in Indien

Zusätzlich wird die Stimmung von der Sorge belastet, dass eine Abkühlung der Konjunktur des chinesischen Exportmarktes Amerika letztlich auch auf das Wachstum Chinas und damit die Geschäftslage seiner Banken durchschlagen werde. Die China Merchants Bank und Bank of Communications haben eigenen Angaben zufolge keine Anlagen in Verbindung mit dem amerikanischen Hypothekenmarkt. Die China Citic Bank hatte erklärt, sie sei mit drei Millionen Dollar investiert.

Noch ohne Kenntnis der Lage der chinesischen Bank hatte Credit Suisse zur Wochenmitte erklärt, die Auswirkungen der Krise in Amerika auf asiatische Banken außerhalb Japans seien begrenzt: „Allerdings räumen wir ein, dass es ein gewisses Informationsrisiko in einem unsicheren Umfeld gibt. Unsicherheiten über das Engagement und die Liquidität einzelner Banken könnten zu derselben Art von Druck auf die Profitabilität führen, den derzeit einige der Spitzenbanken in Amerika und Europa zu spüren bekommen.“

Vor dem Bekanntwerden der Entwicklung in China stand die indische ICICI Bank für das größte Portfolio mit Bezug zum amerikanischen Hypothekenmarkt: Sie meldete ein Engagement von 1,45 Milliarden Dollar. Allerdings sind in Australien mehrere Banken in Mitleidenschaft gezogen worden, allen voran die Macquarie Bank, die vor einem Wertverlust von bis zu 25 Prozent bei zwei ihrer Fonds warnte. Der Kurs der Macquarie-Aktie war daraufhin um mehr als 10 Prozent eingebrochen.

Quelle: F.A.Z., 25.08.2007, Nr. 197 / Seite 21
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