13.03.2010 · Hierzulande gibt es nicht nur im Dax, sondern ebenso unter den kleineren Aktiengesellschaften dividendenstarke Titel. Und während in diesem Jahr die Ausschüttungen insgesamt zurückgehen, steigt die Dividendensumme im Tec-Dax sogar.
Von Kerstin PaponAls Aktien mit hohen Ausschüttungen an ihre Aktionäre sind vor allem große Standardwerte bekannt. Im Dax gelten die beiden Versorger Eon und RWE sowie die Deutsche Telekom als besonders dividendenstark. Doch auch in der zweiten Reihe gibt es einige Aktien, die Dividendenjägern gefallen könnten. Darunter sind der Rückversicherer Hannover Rück und der Modekonzern Hugo Boss, die hohe Dividendenrenditen, also ein überdurchschnittliches Verhältnis von Dividende und Aktienkurs, aufweisen. Im Tec-Dax wächst in diesem Jahr die Zahl der ausschüttenden Gesellschaften. Gleichwohl fließt der Löwenanteil der Dividenden nach wie vor im Dax.
Wählt man aus den 110 Unternehmen des H-Dax die gemessen an der Dividendenrendite zehn besten aus, so kommen zwar sechs Namen aus dem Dax, allerdings vier aus dem M-Dax oder Tec-Dax. Das geht aus einer Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hervor. Nach Schätzungen der Analysten stammen gleichwohl 90 Prozent oder rund 20,1 Milliarden Euro der in diesem Jahr für 2009 von H-Dax-Unternehmen ausgeschütteten Dividendensumme (22,2 Milliarden Euro) aus dem Dax. Rund 2 Milliarden Euro schütten die mittelgroßen Gesellschaften des M-Dax aus.
Mehr Dividenden als 2009
Die Technologieunternehmen aus dem Tec-Dax dürften 290 Millionen zur Gesamtsumme beitragen. Doch während die diesjährigen Ausschüttungen insgesamt nach Schätzungen der LBBW im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um 10 Prozent zurückgehen sollten, dürften sie im Tec-Dax um 80 Prozent steigen. Der Grund hierfür: Mit Aixtron, BB Biotech, Drillisch, Freenet und United Internet zahlen fünf Unternehmen in diesem Jahr Dividende, die das zumindest im Jahr 2009 nicht getan haben. Sie sind allerdings keine Erstzahler. Alle fünf haben in den vergangenen Jahren immer mal wieder Dividenden ausgeschüttet. Mit am kontinuierlichsten tat dies der Internetdienstleister United Internet, nur eben 2009 für das Jahr 2008 nicht. Mit geschätzten 55,3 Millionen schüttet er unter den Tec-Dax-Werten zudem am meisten aus, seine Dividendenrendite beträgt jedoch nur 1,9 Prozent.
Die Hälfte der Tec-Dax-Gesellschaften zahlt aber nach wie vor gar keine Dividende. Unter den Nebenwerten im M-Dax beträgt der Anteil der „Nichtzahler“ rund 30 Prozent. Ein Drittel der Dividendensumme stammt hier von einer Handvoll Unternehmen. Im Dax hingegen schütten nur 13 Prozent der Gesellschaften gar nichts an ihre Aktionäre aus. „Kleinere Unternehmen konzentrieren sich in der Regel stärker auf das Wachstum als große, sie haben in ihren Märkten meist auch ganz andere Möglichkeiten zu wachsen“, sagt Christian Ludwig, Aktienanalyst des Bankhauses Lampe: „Deswegen verwenden sie ihre Gewinne im Zweifelsfall auch eher dafür, als sie in Form von Dividenden an die Anleger auszuschütten.“ Zudem sei für kleinere Gesellschaften der Zugang zu Fremdkapital meist schwieriger als für größere. Daher seien sie an einer Stärkung der Eigenkapitaldecke interessiert.
Schlechtes Zeichen: Mehr Dividende als operativ verdient
Dividenden sind für Anleger zu einem wichtigen Faktor in der Aktienanlage geworden. Dies gilt noch mehr in Zeiten wie diesen, in denen es keine allzu große Phantasie für deutliche Kursgewinne gibt. Zumal Aktien derzeit im Durchschnitt besser rentieren als Anleihen. Die Spannweite der Dividendenrenditen zwischen einzelnen Aktien und Indizes ist indes groß. Der Dax liegt mit geschätzten 3,3 Prozent weit vor dem M-Dax (1,9 Prozent) und Tec-Dax (1,1 Prozent).
Dass eine hohe Dividendenrendite nicht immer ein gutes Auswahlkriterium ist, zeigt das Unternehmen Gagfah. Dieser Immobilienwert ist nach LBBW-Daten mit 11,9 Prozent im H-Dax führend. „Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn Unternehmen mehr Dividende ausschütten, als sie operativ verdient haben, und genau dies tut Gagfah“, sagt Lampe-Analyst Frank Neumann. Hier werde das Eigenkapital aufgezehrt. In einem solchen Fall liegt die Ausschüttungsquote (Dividende im Verhältnis zum Gewinn) über 100 Prozent. Neumann verweist bei Gagfah auf den Hauptaktionär, den amerikanischen Finanzinvestor Fortress, der sich dort bediene. Michael Köhler, Aktienexperte der LBBW, rät Anlegern denn auch, neben der hohen Dividendenrendite darauf zu achten, dass die Ausschüttungsquote nicht auf Dauer zu hoch sei, sonst könne es keine nachhaltige Zahlung von Dividenden geben. Zudem sei Dividendenkontinuität wichtig. Die meisten Dividenden fließen in der Zeit von April bis Mai. Seit 2000 hätten sich gerade in dieser Zeit dividendenstarke Titel in neun von zehn Jahren besser entwickelt als der breite Markt, sagt Köhler.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.848,03 | +1,42% |
| FAZ-INDEX | 1.526,72 | +1,43% |
| TecDAX | 778,36 | +0,73% |
| MDAX | 10.441,40 | +1,41% |
| SDAX | 5.048,27 | +1,17% |
| REX | 422,26 | −0,26% |
| Eurostoxx 50 | 2.520,31 | +1,24% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,56 | +1,37% |
| Dow Jones | 12.949,90 | +0,35% |
| Nasdaq 100 | 2.584,24 | −0,31% |
| S&P500 | 1.361,23 | +0,23% |
| Nikkei225 | 9.384,17 | +1,58% |
| EUR/USD | 1,3138 | +0,07% |
| Rohöl Brent Crude | 119,95 $ | −0,08% |
| Gold | 1.723,00 $ | +0,58% |
| Bund Future | 138,50 € | −0,16% |