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Astronomische Einkommen Hedge-Fonds-Manager verdienen Milliarden

16.04.2008 ·  Die Manager großer Hedge-Fonds haben im vergangenen Jahr mehr verdient als je zuvor. Spitzenverdiener der Branche war der Amerikaner John Paulson. Er wettete mit seinem Fonds auf ein Platzen der amerikanischen Immobilienblase. Das brachte ihm ein Einkommen von 3,7 Milliarden Dollar.

Von Daniel Schäfer
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Die Manager großer Hedge-Fonds haben im vergangenen Jahr mehr verdient als je zuvor. Spitzenverdiener der Branche war der Amerikaner John Paulson. Der Gründer des Hedge-Fonds Paulson & Co. kam dank seiner Wetten auf ein Platzen der amerikanischen Immobilienblase auf ein Einkommen von 3,7 Milliarden Dollar. Er verwies damit die Investmentlegende George Soros auf den zweiten Platz. Der durch seine Spekulationen gegen das britische Pfund in den Neunziger Jahren berühmt gewordene Investor erzielte einen Verdienst von 2,9 Milliarden Dollar.

Die von dem Fachmagazin „Alpha“ erhobene Rangliste droht eine neue Debatte über Managereinkünfte in Amerika heraufzubeschwören. Denn die Einkommen der Hedge-Fonds-Manager sind in den vergangenen Jahren explodiert: Reichten im Jahr 2002 noch 30 Millionen Dollar, um es auf die Liste der 25 bestbezahlten Fondsmanager zu schaffen, waren es im vergangenen Jahr schon 360 Millionen Dollar. Angesichts der schweren Finanzkrise, die bei zahlreichen Investmentbanken in New York und London zu Stellenstreichungen führt, war kürzlich eine Diskussion über die hohen Gehälter und Bonizahlungen der Banken entbrannt. Allerdings haben einige dieser Banken Milliardenabschreibungen zu verkraften. Dagegen sind diejenigen Hedge-Fonds-Manager, die es mit ihrem hohen Salär auf die Liste geschafft haben, durchweg extrem erfolgreich gewesen.

Das Vermögen der Paulson-Hedge-Fonds stieg um mehr als das Doppelte

Am meisten Freude bereitete der 51 Jahre alte Paulson seinen Investoren. Der einstige Investmentbanker von Bear Stearns, der im Jahr 1994 seinen Hedge-Fonds gründete, hat auf ein Ende des amerikanischen Hypothekenbooms gewettet. Nachdem im Sommer vergangenen Jahres die Blase auf dem Immobilienmarkt platzte und die Zahl der Hypothekenausfälle nach oben schoss, verdiente Paulson gigantische Summen. Einer seiner Fonds hat im vergangenen Jahr eine Rendite von 590 Prozent erwirtschaftet. Das Vermögen der Paulson-Hedge-Fonds stieg um mehr als das Doppelte; mit einem verwalteten Kapital von rund 28 Milliarden Dollar katapultierte sich Paulson damit in die Liga der weltgrößten Hedge-Fonds.

Paulson nutzte für seine Wetten unter anderem in großem Stil sogenannte Credit Default Swaps. Das sind Wertpapiere, mit denen sich Anleger gegen Kreditausfälle absichern können. Vor eben diesem Markt für Kreditausfallversicherungen, der in den vergangenen Jahren zu einer Spielwiese spekulierender Hedge-Fonds geworden ist, warnt seit kurzem die Nummer zwei auf der Gehaltsliste, George Soros. „Das hängt wie ein Damoklesschwert über den Märkten“, sagte der 77 Jahre alte Investor kürzlich bei einer Buchvorstellung. Seiner Ansicht nach drohen diese Kreditderivate, deren Volumen nach neuesten Schätzungen auf mehr als 62 Billionen Dollar gewachsen ist, die Stabilität des Finanzsystems zu gefährden.

Insgesamt musste die Branche Verluste verzeichnen

Der als Philanthrop bekannte Soros ist nicht der einzige Mahner. In der Finanzbranche und darüber hinaus wächst das Unbehagen über die mittlerweile fast 2 Billionen Dollar große Hedge-Fonds-Branche. Zwar investieren die meisten dieser Anlagegesellschaften eher konservativ und ohne Schuldenhebel. Doch vor allem die auf Kredite spezialisierten Fonds sind seit Jahresbeginn durch die Finanzkrise gebeutelt. Mehrere große Hedge-Fonds waren zuletzt in eine Schieflage geraten. Insgesamt hat die Branche nach Zahlen des Analystenhauses Hedge Fund Research im ersten Quartal Verluste von 2,8 Prozent verzeichnet.

Im vergangenen Jahr verdienten die 25 besten Hedge-Fonds-Manager im Schnitt 892 Millionen Dollar, nach 532 Millionen Dollar im Vorjahr. „Alpha“ misst die Einkommen anhand zweier Komponenten. Erstens wird der Anteil der Manager an den Gewinnbeteiligungen und Verwaltungsgebühren gemessen. Und zweitens werden Gewinne aus eigenem, in die Fonds investiertem Geld berücksichtigt.

Nicht auf die Liste schaffte es der durch seinen Kampf gegen das Deutsche-Börse-Management bekannt gewordene Hedge-Fonds-Manager Christopher Hohn. Er verdiente zwar 600 Millionen Dollar; das Geld floss aber direkt in die wohltätige Stiftung seiner Frau.

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