Home
http://www.faz.net/-gv6-775eb
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Asset Management Deutsche Bank erhöht Schlagkraft

Geschäfte mit Investmentfonds, Zertifikaten und Indexfonds regelt die Deutsche Bank zukünftig aus einer Hand. Dabei strebt sie vor allem für passive Produkte ein starkes Marktwachstum an.

© dpa Die Deutsche Bank in Frankfurt am Main

Die Deutsche Bank ist im Umbau ihrer Vermögensverwaltung (Asset Management) einen Schritt weiter vorangekommen. „Das aktive und das passive Asset Management gehören jetzt beide zum Geschäftsbereich Asset and Wealth Management“, sagte Reinhard Bellet, Leiter Passive Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, im Gespräch mit der F.A.Z. Unter aktiver Vermögensverwaltung werden im Finanzjargon Produkte wie Investmentfonds verstanden, bei denen der Fondsmanager aktiv versucht, den Referenzindex zu übertreffen.

Solche Produkte bietet die Deutsche Bank vor allem über die Fondsgesellschaft DWS an. Passive Produkte sind Indexfonds, zum Beispiel börsengehandelte Indexfonds (ETF). Auch regelbasierte Fonds gehören dazu, bei denen nicht ein Fondsmanager eingreift, sondern ein Computerprogramm Regeln für die Verwaltung des Fondsvermögens, zum Beispiel Kauf- oder Verkaufssignale, vorgibt.

Aktive Produkte waren in der Deutschen Bank in dem eigenen Geschäftsbereich Asset Management angesiedelt, passive Produkte dagegen vor allem im Investmentbanking der Bank. Der Bereich Asset and Wealth Management besteht heute hauptsächlich aus der Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden, aktiven Investments, passiven Investments und einem Bereich für alternative Investments wie Immobilien.

98 Milliarden in passiven Investments

98 Milliarden Euro verwaltet die Deutsche Bank laut Bellet in passiven Investments. Den größten Bereich stellen mit rund 40 Prozent Indexfonds dar, die unter der Marke DB X-Trackers vermarktet werden. Optionsscheine und Zertifikate unter der Marke X-Markets machen 26 Prozent des passiv verwalteten Vermögens aus. Regelbasierte Fonds unter der Marke DB Platinum kommen auf 9 Prozent. Der Rest verteilt sich auf Varianten von Indexfonds und Mandate, die individuell für institutionelle Investoren betreut werden.

Seit Donnerstag kündigen DB X-Trackers und X-Markets auf ihren Internetseiten an, dass sie nun Teil der Deutsche Asset&Wealth Management seien. Damit ist die Zusammenlegung der beiden Bereiche nun auch nach außen hin sichtbar. Mit dieser Zusammenfassung von aktiven und passiven Investments schließt die Deutsche Bank nach Lesart von Bellet zu den großen internationalen Anbietern auf: So haben die großen amerikanischen Vermögensverwalter wie Blackrock, State Street oder Vanguard allesamt sowohl aktive als auch passive Investments in ihrer Produktpalette.

Die Deutsche Bank sei der viertgrößte Anbieter passiver Produkte in Europa. Auf dem ersten Rang liegt Blackrock mit der ETF-Marke iShares, die passiv ein Vermögen von 425 Milliarden Euro verwaltet. Es folgen Legal&General mit 300 Milliarden Euro und State Street mit 203 Milliarden Euro. Vanguard ist mit 51 Milliarden Euro relativ schwach in Europa vertreten. Im ETF-Geschäft liegt die Deutsche Bank mit ihrer Marke DB X-Trackers nach der Marke iShares von Blackrock auf dem zweiten Rang in Europa.

Mehr zum Thema

„Bei unserem Wachstum haben wir weniger den Marktanteil im Blick, auch wenn dieser gerade im passiven Geschäft nicht ganz unwichtig ist“, sagte der in London lebende Bellet: „Aber solange der Markt stark wächst, fühlen wir uns auf dem zweiten Platz sehr wohl.“ Sein vorrangiges Ziel sei somit nicht, Konkurrenten zu verdrängen, sondern weiteres Marktwachstum für passive Produkte zu generieren. Denn im Vergleich zu den Vereinigten Staaten sei dieser Markt noch relativ klein in Europa.

Die Zukunft für sein Geschäft sieht er in Produkten, die zwar geringe Margen abwerfen, doch dafür leicht skalierbar seien. Ein Produkt gilt in der Ökonomie dann als leicht skalierbar, wenn ein höherer Absatz keine oder nur geringe Zusatzkosten verursacht. In diesem Fall rechneten sich auch Produkte, die nur geringe Margen abwerfen, bei denen sich jedoch Investitionen über hohe Verkaufszahlen amortisieren. Große Wachstumschancen sieht Bellet vor allem in regelbasierten Fonds wie denen von DB Platinum und in Mandaten, die individuell für einzelne Großinvestoren betreut werden.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Niedrigzinsumfeld Zertifikatemarkt in Deutschland schrumpft weiter

Es gibt immer noch weniger Zertifikate als als nach dem Lehman-Schock im Jahr 2008. Vor allem Zinsprodukte verkaufen sich nicht mehr. Und das Schrumpfen geht weiter. Mehr Von Daniel Mohr

23.06.2015, 09:45 Uhr | Finanzen
SwissLeaks So hat die HSBC Geld gewaschen und Steuern hinterzogen

Unter dem Namen SwissLeaks sind spektakuläre Vorwürfe gegen die Schweizer Tochter der britischen Bank HSBC bekannt geworden: Systematische Beihilfe zu Steuerhinterziehung und Geldwäsche.Es geht um Vermögen von mehr als 100 Milliarden Euro. Wie die Bank das gemacht hat... Mehr

25.02.2015, 10:44 Uhr | Wirtschaft
Aktienmarkt Europas Bankaktien machen Anleger nervös

Die Abhängigkeit von den Staaten erhöht die Ansteckungsgefahr für Banken. Griechenlands Krise trifft Geldhäuser deshalb stärker. Vor allem in einer Region. Mehr Von Hanno Mußler, Markus Frühauf, Manfred Schäfers

01.07.2015, 08:52 Uhr | Finanzen
Ostukraine Heirat trotz Bürgerkrieg

Weil der Bürgerkrieg in der Ostukraine andauert, geben sich dort derzeit nur wenige Paare das Ja-Wort. Ob die Ehen überhaupt anerkannt werden ist unklar. Die Verwaltung steht momentan still. Mehr

12.01.2015, 12:47 Uhr | Gesellschaft
Weitere Meldungen Dämpfer für Allianz: Mittelabfluss bei Fondstochter Pimco wieder beschleunigt

Der Versicherungskonzern Allianz muss bei seiner Fondstochter Pimco doch länger auf eine Trendwende warten. Ford ruft hunderttausende Wagen wegen Software-Fehlern zurück und Lufthansa-Chef Spohr fordert fairen Wettbewerb im Luftverkehr. Mehr

03.07.2015, 07:30 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 22.02.2013, 19:40 Uhr

Genossen gegen Monopolisten

Von Bernd Freytag

Heute geht es ums Ganze: Auf einer Versammlung entscheiden die Prokon-Gläubiger, ob der insolvente Windparkbetreiber als Genossenschaft fortgeführt oder aber verkauft wird - ein Glaubenskrieg. Mehr 1

Name Performance 1 Jahr
 
 
 
 
 
 
Wertpapiersuche