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Freitag, 17. Februar 2012
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Asien-Fonds Fernöstliche Geduld gefragt

10.04.2008 ·  Bei Asien-Fonds ist derzeit besondere Vorsicht angebracht. Je nachdem, über welchen Zeitraum die Statistik betrachtet wird, liegen diese Fonds im Plus oder im Minus. Die Risiken in der Region sind bei weitem nicht ausgestanden. Das empfiehlt nicht zwingend Langfrist-Engagements.

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Fondsmanager Sidharth Mahapatra scheint sich eine Weisheit von Konfuzius zu Eigen gemacht zu haben. „Der Edle bleibt fest in der Not“, lehrte der chinesische Religionsbegründer schon vor rund 2500 Jahren.

Und so hält auch der Manager der Asien-Fonds der französischen Gesellschaft Crédit Agricole Asset Management fest zu den Börsen, an denen er präsent ist. „Asien ist der Platz, an dem Anleger sein müssen“, verkündet er kühn.

Zumindest in den vergangenen sechs Monaten hätten Fondsanleger woanders sein sollen: 23 Prozent verloren Aktienfonds, die auf Asien-Pazifik ohne Japan spezialisiert sind, genauso wie Fonds, die lieber die Asean-Region abdecken. Bei den Länderfonds sah es noch schlechter aus: Indien-Fonds verloren 24 Prozent an Wert, China-Fonds sogar 32 Prozent. Singapur schnitt mit einem Minus von 25 Prozent ähnlich schlecht ab.

Hoher Wertverlust für Indien- und China-Fonds

Es ist eine Frage der Statistik und wie man sie sich zurecht legt: Wer vor einem Jahr beispielsweise in Indien-Fonds eingestiegen ist, kommt noch auf ein Plus von 7 Prozent, China-Fonds warfen im vergangenen Jahr sogar ein Plus von 8 Prozent ab. Auf diesen Zeitraum gesehen werden die großen Schwellenländer nur von Thailand-Fonds (plus 10 Prozent) und Indonesien-Fonds (plus 9 Prozent) übertroffen.

Dennoch hält Mahapatra China und seinem Heimatland Indien die Treue. Diese beiden Länder seien immer noch die wichtigsten Wachstumstreiber in Asien. Außerdem böten sie die Möglichkeit an den dort steigenden Konsumausgaben teilzuhaben.

Eine Menge anderer Fakten kann Mahapatra anführen, um zu zeigen, wie robust und dynamisch sich Indien und China entwickeln. Die Infrastruktur, so lautet Mahapatras Mantra derzeit, sei die große Investitionschance in diesen Ländern.

Wahlen stören im Kampf gegen Inflation

Doch unbestritten ist auch: Die internationalen Finanzmarktakteure bewerten diese zur Zeit anders. Denn derzeit überwiegt der Blick auf die Risiken. So muss auch Mahapatra einräumen, dass Inflation derzeit der öffentliche Feind Nummer Eins in China ist. Auch in anderen Ländern der Region muss mit einer höheren Teuerungsrate gerechnet werden, da in vielen Ländern wichtige Wahlen anstehen und Regierungen in solchen Phasen ungern mit einer restriktiven Wirtschaftspolitik auftreten.

Das Bild wäre jedoch unvollständig, wenn sich eine Aufzählung der Risiken auf Wahlen und internationale Kapitalflüsse beschränkte. Auch eine Vielzahl hausgemachter Schwierigkeiten und wirtschaftspolitischer Verwerfungen sind in den vergangenen Monaten vor allem an den chinesischen Börsen offenbar geworden. Schließlich bergen die Unruhen in Tibet sowohl in China wie auch in Indien politischen Sprengstoff, dessen Wirkung derzeit noch gar nicht abzusehen ist.

Auf die lange Sicht soll es sich lohnen

Obwohl Mahapatra an einer hohen Nachfrage nach den Asien-Fonds, die er managt, interessiert sein müsste, bleibt er vorsichtig. Die Region sei etwas für langfristig orientierte Anleger, sagt er, was nichts anderes bedeutet, als dass auch er weitere Kursverluste an den asiatischen Börsen für durchaus möglich hält.

Dieses Argument führen Fondsmanager gerne an, um die Anleger bei eventuellen Rückschlägen zu beruhigen. Doch in vielen solcher Fälle kann es vorteilhafter sein, das Geld kurzfristig verzinst anzulegen und erst später in Märkte mit Langfristwirkung einzusteigen.

Habgier führt in die Hölle

Auch räumt Mahapatra meint, dass es weder einen klaren noch einen leichten Weg aus dieser Krise gebe. Schließlich hatte er sich gleich zu Beginn des Gesprächs mit den Worten eingeführt: „Ich werde Sie nicht anlügen.“

Offenbar ist nun auch an Asiens Kapitalmärkten eine Tugend gefragt, die in fernöstlichen Religionen ohnehin hoch im Kurs steht, nämlich Geduld. Wie heißt es doch in der Bhagavadgita, einer zentralen spirituellen Schrift des Hinduismus? „Dreifach sind die Wege zur Hölle: Verlangen, Zorn und Habgier.“

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @hlr
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