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Arabische Aktienmärkte 1001 Börsentraum

25.06.2008 ·  Der Ölboom bringt jede Menge Geld in die Länder rund um den Persischen Golf. Anders als früher fließen die Öleinnahmen verstärkt an die dortigen Aktienmärkte. Die Kurse steigen kräftig, allerdings ist der Zugang zu den Börsen noch schwer.

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Wahrlich traumhafte Zustände herrschen derzeit an den arabischen Aktienmärkten. Der hohe Ölpreis sorgt für sprudelnde Einnahmen, und anders als in Zeiten früherer Preisschocks fließt ein Teil des Geldes an die Finanzmärkte der Region. Davon profitieren nicht nur die Unternehmen rund um die Ölbranche. Auch die Aktienkurse von Banken, Baukonzerne, Tourismusunternehmen und sogar Schulbetreiber steigen.

Während in den etablierten Industrieländern die Leitindizes der Aktienmärkte überwiegend rote Vorzeichen aufweisen, legen in Arabien die Kurse im Durchschnitt kräftig zu.

Der Dollar mindert etwas die Kursgewinne

23 Prozent hat der Dow Jones in den vergangenen zwölf Monaten in Euro gerechnet verloren, der Dax rund 17 Prozent und der FTSE 100 sogar 27 Prozent. Der Index der Börse Kuwait legte im gleichen Zeitraum mehr als 30 Prozent zu, in Euro gerechnet bleibt ein Plus von immerhin noch 23 Prozent. Der Tadawul All Share Index in Saudi-Arabien erhöhte sich um 19 Prozent, in Katar stieg der DSM-20-Index in Landeswährung um 66 Prozent und in Euro um 44 Prozent, in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Euro um 20 Prozent.

Da die arabischen Währungen sämtlich an den amerikanischen Dollar gekoppelt sind, fallen die Kursgewinne bei der Umrechnung in Euro etwas geringer aus. Dennoch sind arabische Aktien derzeit ein heißer Tipp.

Den Märkten fehlt es noch an Transparenz

Allerdings sind die Risiken eines Engagements auf diesen Märkten beträchtlich. Das liegt nicht nur an mangelnder Transparenz und am regulatorischen Umfeld, die europäischen Anlegern den Zugang erschweren. Die Kursbewegungen sind für westliche Beobachter nicht immer nachzuvollziehen. Bilanzdaten sind oft erst mit großer Verzögerung erhältlich, für Anleger wichtige Daten wie ein Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Ausblicke auf die Geschäftsentwicklung fehlen häufig ganz.

Seit Jahresanfang hat der Top-Favorit an der Börse Kuwait um sagenhafte 577 Prozent auf zuletzt 1760 kuwaitische Dinar (4266 Euro) zugelegt. Die Mena Holding Group ist ein breit diversifizierter Baukonzern, der auch für die Ölbranche arbeitet, im Immobiliengeschäft und in der Logistik aktiv ist und auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 427 Millionen Euro kommt.

Kursaufschwung an der Börse in Riad

Aref Energy Holding ist seit September vergangenen Jahres Teil der Aref Investment Group und ebenfalls an der Börse Kuwait notiert. Das Unternehmen ist im Energiesektor, auch in der Ölförderung aktiv und legt Wert auf die Feststellung, dass sämtliche Aktivitäten streng nach der islamischen Schari'a betrieben werden. Aref Energy war an der Börse zuvor als Xexcellent Education bekannt und tatsächlich im Schulwesen aktiv.

Zu den Favoriten in der Region zählte lange die saudische Börse. Der Tadawul All Share Index verlor seit Jahresanfang knapp 12 Prozent und bewegt sich seit Ende Januar in einer engen Spanne zwischen 9000 und 10.000 Punkten.

Sogar in Glasfaser können Anleger investieren

Gerade die Börse in Riad zeigt, wie breit gestreut mittlerweile die Anlagemöglichkeiten in der Region sind. Zu den Favoriten des Jahres zählt beispielsweise mit einem Kursgewinn von 46 Prozent der Technologiewert Saudi Arabian Amiantit Company (SAAC), der unter anderem Glasfaserkabel herstellt.

Gemischt sieht die Lage in den Vereinigten Arabischen Emiraten aus. An der Börse Abu Dhabi. hat der Abu Dhabi Securities Exchange General Index am Mittwoch 0,5 Prozent auf 4971 Punkte verloren.

Die First Gulf Bank, die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Geschäftsbank im Emirat, führte die Liste der Tagesverlierer mit einem Kursverlust von 1,3 Prozent auf 26 Dirham an, während in Dubai die Dubai Islamic Bank, die größte Geschäftsbank der Vereinigten Arabischen Emirate, die nach den Regeln der Schari'a arbeitet, 1,5 Prozent auf 8,2 Dirham zulegte.

Die wenigen Fonds überzeugen zur Zeit nicht

Bislang noch haben europäische Privatanleger wenige Möglichkeiten in der Region anzulegen. Die britische Bank Schroders hat den Fonds Schroder ISF Middle East USD A (Isin: LU0314587907) im vergangenen Herbst aufgelegt, der aber mit einem Wertverlust von 6,8 Prozent in den vergangenen sechs Monaten bisher nicht überzeugen konnte. Zudem investiert der Fonds auch in israelische und türkische Aktien. So ist der israelische Pharma-Hersteller Teva mit 9,5 Prozent derzeit die größte Einzelposition des Fonds.

Nicht ganz so schlecht entwickelt sich der Fonds Deka Middle East and Africa CF (Isin: LU0271177163), der in den vergangenen sechs Monaten 4,5 Prozent an Wert verloren hat, aber ebenfalls Aktien aus anderen Regionen als Arabien ins Portfolio aufnimmt. Doch der JP Morgan Middle East Equities A (D) USD (Isin: LU0083573666) hat im vergangenen halben Jahr sogar mehr als 13 Prozent an Wert eingebüßt, obwohl auch dieser in israelische und türkische Titel investiert.

Zwar sind die arabischen Finanzmärkte mehr als eine Ölwette wert, doch der Zugang zu ihnen ist noch geheimnisvoll wie die Welt aus 1001 Nacht.

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M&G Japan Smaller Companies Fund A

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Delta Lloyd L New Energy Fund B

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Earth Exploration Fund UI (EUR R)

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Craton Capital Precious Metal Fund A

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KEPLER Öko Energien (T)

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LUXEMBOURG SELECTION FUND - Asian Solar & Wind Fund A1

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