28.09.2004 · Die großen Anleger nehmen Portfolioanpassungen vor, um der schwächeren Konjunktur Rechnung zu tragen. Sie bauen Positionen in zyklisch orientierten defensiven Titeln ab, die sie während des ersten Halbjahres aufrecht erhielten.
Institutionelle Anleger kehren den Branchen der "Old Economy", als das sind Chemie, Container, Industriegüter, Straßen- und Schienenverkehr, zunehmend den Rücken. Dabei haben sie sich mit ihrer Hilfe in der ersten Jahreshälfte über Wasser gehalten hatten.
Durch den jüngsten Rückgang der Energiepreise ließen sich die Anleger dagegen kaum beeinflussen. Obwohl der Markt insgesamt seit den Tiefständen im August bis Anfang September fünf Prozent zugelegt hat, weisen die Trends der Portfolioströme nach wie vor auf eine leicht zögerliche Haltung institutioneller Anleger hin. Besonders besorgt zeigten sich die Anleger über die jüngsten Konjunkturdaten, die hinter den Erwartungen zurückblieben. Dabei blicken sie unter anderem auf die Einkommen der privaten Haushalte, die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, die Verkäufe neuer Eigenheime und den ISM-Index.
Abgesehen von Rohstoffen sind zyklische Branchen unbeliebt
Diese Daten haben ihre Haltung in Bezug auf zyklische Aktien negativ beeinflußt. Anleger können sich mit Ausnahme von Rohstoffaktien nach wie vor nicht für Branchen erwärmen, die eine starke Abhängigkeit vom Wirtschaftswachstum zeigen. Wenig Begeisterung wecken weiterhin auch Titel der Gesundheitsbranche, obwohl sie defensive Eigenschaften aufweisen.
Der State Street Investor Confidence Index zeigt gegenüber dem korrigierten Wert für August einen Rückgang um 1,2 Punkte von 86,5 auf 85,3. Institutionelle Anleger haben ihre Risikopositionen seit Januar des Jahres 2004 angesichts des moderateren Wirtschaftswachstums, steigender Zinsen, Sorgen wegen höherer Rohstoff- und Energiepreise, Ungewißheit angesichts der anstehenden Präsidentschaftswahlen in Amerika und der weltweiten Unsicherheit zurückgenommen. Der Index bildet das allgemeine Kaufverhalten von institutionellen Anlegern in Bezug auf risikoträchtigere Anlagen ab.
Änderung der Mittelflüsse könnte wieder zu aggressiverem Verhalten führen
Da die Trends der Porffolioströme weiterhin auf eine defensive Ausrichtung hindeuten, meiden die institutionellen Anleger zyklische Titel und Werte mit hohem „Beta“. Das sind jede Titel, die deutlich stärker als der Gesamtmarkt steigen oder fallen. Je nach dem, in welche Richtung sich der Markt bewegt. Sollten die Institutionellen allerdings beobachten, daß die Mittel den Technologiewerten wieder zu- und bei antizyklischen Konsumgütern abfließen, könnten sie wieder zu einer aggressiveren Haltung neigen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |