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Anlegerumfrage Anleger so pessimistisch wie Anfang 2003

26.02.2009 ·  Infolge der Finanzkrise hat sich die allgemeine Stimmung in Deutschland unter den Anlegern verschlechtert und fällt auf das Niveau des ersten Quartals des Jahres 2003 zurück. Dies geht aus einer Umfrage von Union Investment hervor.

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Infolge der Finanzkrise hat sich die allgemeine Stimmung in Deutschland unter den Anlegern verschlechtert und fällt auf das Niveau des ersten Quartals 2003 zurück. Zudem rechnet nur knapp ein Drittel der Befragten (31 Prozent) mit steigenden Aktienkursen. Das sind zwölf Prozentpunkte weniger als im vierten Quartal des Jahres 2008.

Mit Blick auf die Gesamtwirtschaft gehen 64 Prozent von einer Verschlechterung aus - ähnlich viele wie im Vorquartal. Ungeachtet dessen vermutet weiterhin nur ein Fünftel der Befragten (22 Prozent) negative Folgen für die eigene finanzielle Situation. Dies geht aus einer Umfrage von Union Investment zum Anlegerverhalten im ersten Quartal des Jahrs 2009 hervor.

Aktienmärkte: Negative Aussichten

Der positive Trend aus dem vorangegangenen Quartal kann zu Beginn des Jahres 2009 nicht fortgesetzt werden: 37 Prozent der Anleger rechnen mit fallenden Aktienmärkten in den nächsten sechs Monaten, drei Prozentpunkte mehr als im letzten Quartal. Nur noch knapp jeder Dritte (31 Prozent) glaubt an einen Aufwärtstrend an den Aktienbörsen. Davon gehen 30 Prozent von leicht steigenden Kursen aus gegenüber 40 Prozent im Vorquartal. Weniger Optimisten gab es seit Beginn der Befragung in 2001 lediglich in drei Quartalen, zuletzt Ende 2003 (19 Prozent). Eine Seitwärtsbewegung der Märkte erwartet nun jeder Vierte der Befragten (24 Prozent) im Vergleich zu 18 Prozent im vierten Quartal 2008.

Hans Joachim Reinke, Mitglied des Vorstands der Union Asset Management Holding AG, führt die negative Stimmung darauf zurück, dass wir uns in der schärfsten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit befinden. Männer blicken mit 36 Prozent wesentlich optimistischer in die Zukunft als Frauen mit 24 Prozent. Männer, Fondsanleger (33 Prozent) und insbesondere Aktieninvestoren (39 Prozent) sind hinsichtlich der Börsenentwicklung zuversichtlicher als der Durchschnitt der Gesamtbefragten (31 Prozent).

Gesamtwirtschaft: Die Mehrheit erwartet weiterhin eine Verschlechterung

Ähnlich wie im Vorquartal (68 Prozent) rechnen knapp zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Höher war der Anteil der Pessimisten lediglich im vierten Quartal des Jahres 2002 mit einem Anteil von 72 Prozent. Auch die Erwartungen an eine konstante Entwicklung der wirtschaftlichen Situation liegen mit etwa einem Viertel (23 Prozent) auf dem Niveau des Vorquartals. Die Anzahl der Optimisten hingegen kann um drei Prozentpunkte auf zwölf Prozent zulegen.

Eigene finanzielle Situation: Von der Wirtschaftskrise kaum betroffen

Die Einschätzung der eigenen finanziellen Situation in den nächsten sechs Monaten hat sich vor dem Hintergrund der anhaltenden Konjunktureintrübung überraschenderweise kaum gegenüber dem letzten Quartal verändert. Während nur ein Fünftel der Befragten (22 Prozent) von einer Verschlechterung ausgeht, rechnen 17 Prozent mit einer Verbesserung (minus vier Prozentpunkte). Die Mehrheit der Bevölkerung (61 Prozent) erwartet weiterhin keine Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die eigene finanzielle Situation gegenüber 57 Prozent im Vorquartal. Die Kluft zwischen der Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen und der persönlichen Lage bleibt wie in den letzten beiden Quartalen groß - vergleichbar mit dem vierten Quartal 2002, dem schlechtesten seit Beginn der Befragung im Jahr 2001.

Geldanlage: Sicherheit hat oberste Priorität

Auch auf das Sparverhalten scheint sich die Wirtschaftskrise nur geringfügig auszuwirken. So spart die Mehrheit der Befragten (79 Prozent) genauso viel wie vorher. 14 Prozent legen hingegen weniger auf die Seite als bisher, während sieben Prozent einen größeren Geldbetrag sparen. Mit Blick auf die Risikobereitschaft bei Geldanlagen sind sich die Befragten allerdings uneinig. Einerseits spielt nun der Sicherheitsaspekt bei jedem Zweiten eine größere Rolle als vor der Krise. Andererseits ist bei ähnlich vielen (46 Prozent) das Risikoverhalten gleich geblieben. Lediglich fünf Prozent sind bereit mehr Risiko einzugehen, um einen höheren Gewinn zu erzielen. Betrachtet man die verschiedenen Präferenzen bei der Geldanlage, steht für 58 Prozent der Sicherheitsaspekt an erster Stelle, mit weitem Abstand vor der freien Verfügbarkeit (26 Prozent), der Gewinnerzielungsabsicht (zehn Prozent) und schließlich der steuerlichen Vorteile (fünf Prozent).

Basis der Umfrage

Seit Anfang des Jahres 2001 lässt Union Investment durch das Marktforschungsinstitut Forsa quartalsweise eine Erhebung zum Anlegerverhalten durchführen. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Die aktuelle Befragung für das erste Quartal 2009 fand in der Zeit vom 2. bis 11. Februar statt. (Bei Umfragewerten, die sich nicht zu hundert Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.)

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