Home
http://www.faz.net/-gvf-tn5z
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Anlegererhebung 2. Quartal Stimmung unter Aktienanlegern hellt sich auf

03.06.2008 ·  Nach einem Vertrauensschwund im ersten Quartal hat sich die Erwartungshaltung im zweiten geringfügig verbessert. Das zeigt eine Erhebung, die das Marktforschungsinstitut Forsa quartalsweise im Auftrag von Union Investment durchführt.

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (0)

Rund 32 Prozent der Gesamtbevölkerung glauben unverändert in den nächsten sechs Monaten an einen Aufwärtstrend der Börsen. Die Zahl der Pessimisten, von denen 24 Prozent mit leicht fallenden und fünf Prozent mit stark fallenden Kursen rechnen, ging derweil zurück. Damit hat sich die Erwartungshaltung im zweiten Quartal nach einem Vertrauensschwund im ersten per Saldo geringfügig verbessert, bleibt allerdings auf einem niedrigen Niveau.

Auffallend ist, dass den optimistischeren Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Aktienmärkte kaum Taten folgen: Der Anteil der Befragten, die keine Konsequenzen für ihre Geldanlage ziehen, liegt unverändert hoch bei 73 Prozent. Eine stärkere Aktivität ist hingegen bei den Aktien- und Aktienfondsbesitzern zu beobachten: So blieb die Zahl derjenigen, die sich passiv verhalten, also weder kaufen noch verkaufen möchten, nahezu stabil bei 24 Prozent. 42 Prozent hingegen äußern gegenüber 39 Prozent im Vorquartal Kaufabsichten. 24 Prozent planen Verkäufe und möchten die Gewinne aus den gestiegenen Kursen mitnehmen.

Gesamtwirtschaft: Männer extremer positioniert

Bei der Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Situation in Deutschland in den nächsten sechs Monaten ist die größte Dynamik zu erkennen. Auch im zweiten Quartal des Jahres 2008 wird nicht mehr an den positiven Trend des ersten Halbjahres 2007 angeknüpft.

So verlieren die Optimisten aufgrund sinkender Konjunkturprognosen zum vierten Mal in Folge an Boden: Nur noch jeder Fünfte rechnet mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage - Männer vertreten diese Meinung mit 24 Prozent, Frauen lediglich mit zwölf Prozent. Die Erwartungen an eine konstante Entwicklung der wirtschaftlichen Situation liegen mit 42 Prozent der Bevölkerung um sieben Prozentpunkte niedriger als im Vorquartal.

Entsprechend ist der Anteil der Pessimisten deutlich gestiegen und erreicht mit 39 Prozent einen neuen Höchststand seit dem vierten Quartal 2006. Interessant ist hierbei, dass der Frauenanteil niedriger ist (12 Prozent) als der Anteil der Männer (24 Prozent) und dass die Aktien- und Fondsanleger mit 30 beziehungsweise 34 Prozent weniger negativ eingestellt sind, was die Entwicklung der deutschen Gesamtwirtschaft betrifft.

Persönliche Lage: Bereits jeder Vierte erwartet eine Verschlechterung

Die Einschätzung der eigenen finanziellen Situation in den nächsten sechs Monaten hat sich in diesem Quartal deutlich verschlechtert. Dies sei vor allem auf steigende Lebenshaltungskosten und Energiepreise zurückzuführen, heißt es. So erwarten nur noch 20 Prozent der Befragten eine Verbesserung (minus fünf Prozentpunkte), 26 Prozent eine Verschlechterung (plus zehn Prozentpunkte).

Etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung (54 Prozent) rechnet weiter mit keiner Veränderung der persönlichen Lage. Bei genauer Betrachtung wird deutlich, dass Frauen weniger optimistisch sind als Männer: 14 Prozent der Frauen glauben an eine Verbesserung, bei den Männern sind es 24 Prozent. Dass sich die Situation verschlechtern wird, vermuten 28 Prozent der Frauen, aber nur 24 Prozent der Männer.

Abgeltungssteuer: Rund die Hälfte der Befragten glaubt, davon nicht betroffen zu sein

Gut ein halbes Jahr vor der Einführung der Abgeltungssteuer haben immerhin vier von fünf Befragten schon mal etwas über die zukünftigen Regelungen gehört. Allerdings gibt fast jeder Zweite an, nicht von der neuen Steuer betroffen zu sein. Die Mehrheit von ihnen (77 Prozent) begründet ihre Einschätzung damit, dass ihre Kapitalerträge unterhalb des Freistellungsauftrages liegen. Bei dem von der Abgeltungssteuer betroffenen Teil haben erst 13 Prozent konkrete Umschichtungen ihrer Geldanlagen vorgenommen. Geplant haben es lediglich 22 Prozent.

Altersvorsorge: Fast zwei Drittel haben noch keinen Riester-Vertrag

82 Prozent der Befragten geben die private Altersvorsorge als wichtigstes Sparziel an, weswegen sich bereits 70 Prozent mit dem Thema sehr stark beziehungsweise stark beschäftigt haben. Die Riester-Rente bleibt mit 94 Prozent die bekannteste Form der Altersvorsorge, mit großem Abstand vor der Rürup-Rente mit 22 Prozent und der Betrieblichen Altersvorsorge mit 15 Prozent.

Fast alle Befragten sind berechtigt, staatliche Förderung zu beziehen. Lediglich fünf Prozent geben an, dass sie nicht zulagenbegünstigt sind. Umso erstaunlicher ist, dass bisher nur 37 Prozent einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben. Im Vergleich dazu sind Fondsbesitzer mit einem Anteil von 42 Prozent noch überdurchschnittlich eifrige Riester-Sparer. Hauptargument gegen einen Riester-Vertrag ist die Präferenz einer anderen Altersvorsorge.

Grundlage der Erhebung

Seit Anfang des Jahres 2001 lässt Union Investment durch das Marktforschungsinstitut Forsa quartalsweise eine Erhebung zum Anlegerverhalten durchführen. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Die aktuelle Befragung für das zweite Quartal 2008 fand in der Zeit vom 5. bis 15. Mai statt. (Bei Umfragewerten, die sich nicht zu hundert Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.)

Quelle: @cri
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
25.05.2012
Tops & Flops Fonds Kurs Prozent

DWS Biotech Typ O

75,52 € +31,82 %

ESPA STOCK BIOTEC (T)

167,62 € +30,20 %

Allianz Biotechnologie A (EUR)

70,37 € +23,40 %

SEB Concept Biotechnology B

41,83 € +23,39 %

M&G Japan Smaller Companies Fund A

12,29 € +22,86 %

Delta Lloyd L New Energy Fund B

3,10 € −42,94 %

Earth Exploration Fund UI (EUR R)

34,20 € −45,89 %

Craton Capital Precious Metal Fund A

180,26 $ −48,05 %

KEPLER Öko Energien (T)

35,95 € −48,35 %

LUXEMBOURG SELECTION FUND - Asian Solar & Wind Fund A1

32,40 € −61,16 %
25.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.339,94 +0,38%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.377,69 −0,11%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14%
Gold 1.569,50 $ +0,06%