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Anlagetaktik Geld vom Tisch nehmen & trotzdem dabei bleiben

02.06.2009 ·  Die Börsen haben in den vergangenen Wochen deutliche Kurszuwächse verbucht. Wer Gewinne mitnimmt und einen Bruchteil davon risikoreich investiert, hat einen Teil auf der sicheren Seite und profitiert trotzdem von weiteren Kurszuwächsen.

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Trotz aller Unkenrufe und trotz durchwegs schlechter Unternehmens- und Konjunkturzahlen haben sich die Börsen in den vergangenen Wochen mit erstaunlicher Geschwindigkeit und überraschend hohen Kursgewinnen von ihren Tiefs erholt.

Die Wette der Anleger auf eine geld- und fiskalpolitisch induzierte Wirtschaftserholung und der verzweifelte Versuch von Fondsmanagern, mit raschen Wertpapierkäufen nicht hinter dem davonlaufenden Markt zurück zu bleiben, haben zu einer technischen Bewegung nach oben und zu eindrucksvollen Aufwärtstrends geführt. Mit der Tendenz zum rosaroten Blick nach vorne führt dies dazu, dass die Märkte weiter nach oben laufen können als vielfach erwartet.

Geld vom Tisch nehmen ohne Chancen völlig aufzugeben

Immerhin haben viele der öffentlichen Ausgabenprogramme ihre Wirkung in der Realwirtschaft noch nicht entfaltet. Sie stecken gewissermaßen in der Pipeline und könnten der Konjunktur kurz- und mittelfristig tatsächlich einen gewissen Auftrieb geben, auch dann, wenn die Effekte kaum nachhaltig sein werden und danach der große Kater kommen mag, da sich die Weltwirtschaft nach dem kreditfinanzierten Konsumboom der vergangenen Jahre auf eine neue Realität einstellen muss.

Routinierte Anleger werden - sofern sie rechtzeitig in den Markt eingestiegen sind - in Anbetracht der Trends dazu neigen, ihre Positionen zu halten, sich jedoch durch regelmäßig angepasste Stopp-Loss-Aufträge gegen Rückschläge oder ausgeprägtere Korrekturen absichern.

Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, schon einmal ein wenig Geld vom Tisch zu nehmen, ohne auf die Chance auf weitere Kursgewinne völlig zu verzichten. Dazu kann man als Anleger einen Teil der inzwischen erzielten Kursgewinne realisieren. Die Erlöse werden einerseits in vergleichweise solide Unternehmensanleihen mit attraktiver Rendite und andererseits zu einem geringen Teil in aggressive Anlageinstrumente mit hohem Hebel investiert. Zum Beispiel in ein Hebelprodukt , einen Futures-Kontrakt oder in einen traditionellen Optionsschein.

Mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz sind hohe Renditen möglich

Laufen die Aktienkurse weiter nach oben, so kann er weiterhin davon profitieren. Die Rendite hängt davon ab, wie risikofreudig er bei der Aufteilung seiner Anlagegelder zwischen risikolosem und riskantem Anteil war. Läuft der Markt gegen ihn, so macht er mit diesem Vermögensteil zwar unter Umständen deutliche Verluste. Allerdings bleibt das Risiko genau auf diese bewusst gewählten Positionen begrenzt.

Der Effekt lässt sich an der Wertentwicklung zweier Wertpapiere in den vergangenen Wochen deutlich machen. Während der Indexfonds ETFlab Dax (Isin DE000ETFL011) vom Zwischentief Anfang März bis Pfingstdienstag knapp 42 Prozent zulegen konnte, verbuchte ein willkürlich gewählter Dax-Kaufoptionsschein (Isin DE000DB57QC9, Ausübungskurs 4.000 Punkte, Laufzeit 16. September 09) trotz fallender Volatilitäten im selben Zeitraum einen Kurszuwachs von knapp 350 Prozent. Das heißt, mit dem Bruchteil einer Investition in den Indexfonds hätte sich mit dem Kauf eines riskanten Optionsscheins theoretisch dieselbe Rendite erzielen lassen.

Wer nun entstandene Gewinne mitnimmt und einen Bruchteil davon ähnlich riskant investiert, hat einen Teil seiner Erträge auf der sicheren Seite und profitiert trotzdem von weiteren Kurszuwächsen. Das Risiko dagegen ist auf den riskant angelegten Betrag begrenzt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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