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Anlagestrategie Trends dauern an der Börse selten lange

05.10.2006 ·  In einem Jahr liegen die Aktien einer Branche bei der Wertentwicklung ganz vorne, im nächsten Jahr können sie dann das Schlußlicht bilden. Eine neue Untersuchung stützt die These, daß Trends an der Börse nicht von Dauer sind.

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Informationstechnologie, kurz IT, ist der Trend der Zukunft. Die besten Tage der Branche sind vorbei, meinen Sie? Das mag sein, aber wahrscheinlich kommen wieder Zeiten, in denen sich mit IT-Werten viel Geld verdienen läßt.

Zur Erinnerung: 1999 - so lange ist das gar nicht her - legten die im MSCI World vertretenen IT-Aktien um 133,8 Prozent zu und waren damit die lukrativste Branche für Aktionäre, wie eine Analyse der jährlichen Wertentwicklungen von zehn Branchen weltweit durch Fidelity International zeigt.

Wertentwicklung der Branchen sehr schwankungsanfällig

Doch viele Anleger können sich wahrscheinlich eher an die Jahre danach erinnern: Im Jahr 2000 verloren die Aktien der Branche 37,9 Prozent an Wert, 2001 dann 25,9 Prozent und 2002 schließlich 48,1 Prozent. Damit lag die IT im Branchenvergleich ganz hinten. 2003 dagegen führen IT-Werte mit einem Plus von 22,8 Prozent die Rangliste wieder an (siehe FAZ.NET-Tabelle).

Natürlich wäre es fahrlässig, ausgerechnet jetzt auf IT-Aktien zu setzen. Die Untersuchung von Fidelity zeigt aber, daß die untersuchten Sektoren zwischen 1999 und 2005 oft extremen Schwankungen unterlagen. Als besonders schwankungsanfällig erwiesen sich neben der Informationstechnologie die Branchen Telekommunikation und Konsumgüter.

„Boom nach wenigen Monaten wieder vorbei“

„Eine Branche, die heute noch mit guten Ergebnissen glänzt, kann morgen schon ins Hintertreffen geraten“, sagt Klaus-Jürgen Baum, Sprecher der Geschäftsführung von Fidelity International in Deutschland. „Umgekehrt gilt, daß die schwächsten Branchen schon bald die besten Wertentwicklungen bringen können.“ Private Anleger, so sein Fazit, sollten daher nicht kurzfristigen Trends hinterherlaufen, insbesondere wenn sie langfristig und für ihre private Altersvorsorge sparen wollen.

Die Auswertung habe zudem das hohe Tempo gezeigt, mit dem die Branchen die Spitzenposition mit der höchsten jährlichen Wertentwicklung wechseln. „Auf- und Absteiger lösen sich schnell ab, es gibt keine länger anhaltenden Trends. Ein Boom in einer bestimmten Branche kann schon nach wenigen Monaten wieder vorbei sein“, so Baum. Privatanleger sollten daher auf keinen Fall auf einen bereits laufenden Boom setzen. „Wenn es in den Zeitungen steht, ist es schon zu spät. Das Risiko ist immens hoch, daß Privatanleger dann erhebliche Verluste erleiden.“

Nicht auf Chancen verzichten

Es ist klar, daß der Fidelity-Geschäftsführer Anlegern empfiehlt, nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern breit gestreut zu investieren. Schließlich verkauft sein Unternehmen Investmentfonds, die dem Investor genau diese Arbeit abnehmen sollen.

Für Anleger, die ihr Portfolio nicht ständig im Blick haben, sollten Fonds tatsächlich zu den besten Produkten erster Wahl gehören. Doch dann bitte keine Branchenfonds, sondern Produkte mit einem breit gestreuten Portfolio. Ganz ohne Arbeit geht es natürlich auch mit Fonds nicht - der Anleger muß schließlich regelmäßig überprüfen, ob er mit der Wertentwicklung seines Fonds noch zufrieden ist.

Wer dagegen sein Depot ständig im Blick hat, sollte nicht auf die Chance verzichten, auf einem Trend nach oben zu schwimmen. Er darf nur nicht zu lange an einen Trend glauben, der eigentlich schon vorbei ist. Der langjährige Aufwärtstrend vieler Rohstoffe etwa ist längst gebrochen, darum legen auch die Rohstoffaktien derzeit den Rückwärtsgang ein. Rohstoffwerte sind in der Fidelity-Auswertung seit fünf Jahren unter den besten vier Branchen im Jahr zu finden. Gut möglich, daß sie im kommenden Jahr eher am unteren Ende stehen werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @bemi
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