Home
http://www.faz.net/-gvf-3149
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Anlagestrategie Optionsscheine und Knock-outs gegen böse Überraschungen

26.06.2005 ·  Die Urlaubszeit steht vor der Tür. Damit auch Anleger ihre Ferien genießen können, sollten sie frühzeitig vorsorgen. Mit den richtigen Strategien und Finanzprodukten wie Optionsscheinen und Knock-outs können sie mögliche Kursverluste abfedern.

Artikel Lesermeinungen (0)

Die Urlaubszeit steht vor der Tür. Damit auch Anleger ihre Ferien in aller Ruhe genießen können, empfiehlt es sich, frühzeitig vorzusorgen. Nicht nur Aktionäre sollten aus diesem Anlaß ihr Wertpapierdepot überprüfen und es gegebenenfalls über geeignete Strategien oder Finanzprodukte gegen Kursverluste absichern.

„Anleger können sich zunächst die einfache Frage stellen: Würde ich eine bestimmte Aktie heute noch kaufen, wenn ich sie noch nicht hätte, oder nicht, und daraus Konsequenzen ziehen“, bringt es Gottfried Heller von der Münchner Vermögensverwaltung Fiduka auf den Punkt. Nicht jedes Depot bedarf allerdings einer besonderen „Urlaubsbehandlung“. „Sind die Aktien niedrig bewertet und verfügen zudem über eine interessante Dividendenrendite, dann ist das Risiko, das Anleger eingehen, eher gering“, sagt Heller. Für Investoren mit einem normalen Sicherheitsbedürfnis dürfte dies eigentlich ausreichen. Doch die individuelle Risikobereitschaft ist verschieden. Dabei gilt: Je spekulativer ein Portfolio ausgerichtet ist, desto schwankungsfreudiger, also volatiler ist es.

Auf fallende Kurse spekulieren

Fallende Aktienkurse sind nicht per se schlecht für das Depot. Mit einigen derivativen Wertpapieren können Anleger davon sogar profitieren. Möglich ist dies mit Hebelprodukten wie Optionsscheinen (Puts) oder Knock-out-Papieren, die für die Spekulation auf sinkende Notierungen gedacht sind. Für den sicherheitsbewußten Anleger bedeutet dies: Gehen die Kurse zurück, nimmt zwar der Wert der Aktienanlagen ab, die Finanzprodukte dagegen steigen im Kurs und umgekehrt.

Das ganze hat natürlich seinen Preis. „Wollen Anleger volle Sicherheit, also eine Vollkasko-Versicherung, dann müssen sie mehr aufwenden, als wenn sie nur einen Teil des Risikos auffangen möchten“, erklärt Dirk Heß von Goldman Sachs. Ein gleicher prozentualer Schutz koste mit Knock-out-Titeln zwar weniger als mit Optionsscheinen. Doch Heß favorisiert angesichts der historisch niedrigen Volatilitäten Scheine, da Anleger hier von den bei Verlusten meist stärker schwankenden Kursen zusätzlich profitieren dürften.

Put-Optionsscheine für das kurzfristige Absichern

Für das kurzfristige Absichern während des Sommerurlaubs rät Heller zum Kauf von Put-Optionsscheinen, deren Laufzeit den Zeitraum möglichst eng abdeckt: „Alles andere ist zu teuer.“ Daher seien Titel mit Fälligkeit im September empfehlenswert. Heß rät zu etwas längerlaufenden Papieren, die zwar teurer seien, aber etwas mehr Sicherheit böten. Zudem bekämen Anleger einen Teil der gezahlten Prämie zurück, wenn sie die Titel frühzeitig vor dem Verfall verkauften. Knock-out-Produkte sollten über eine endlose Laufzeit verfügen.

Und was kostet ein solches Sommerpolster ungefähr? Angenommen, ein Anleger besitzt deutsche Aktien im Wert von 100.000 Euro. „Wählt er Dax-Puts mit Fälligkeit September und einem Basiskurs von 4.600 Punkten, was in etwa dem aktuellen Indexniveau entspricht, dann kämen Kosten von rund 2.400 Euro oder 2,4 Prozent des Depotvolumens auf ihn zu“, rechnet Heller vor. Bei einer Laufzeit bis Dezember wären es bereits 3,4 Prozent. Etwas billiger werde es bei einem Basispreis von 4400 Punkten. Dies koste 1,1 oder 2,2 Prozent des Gesamtvolumens.

Bei Stopp-Loss-Aufträgen auf Laufzeit achten

Wollen Anleger bei Einzelwerten übergroßen Kursverlusten entgehen oder Gewinne festzurren, dann haben sie zudem die Möglichkeit, vor dem Urlaub Verkaufsorders an ihre Depotbank weiterzuleiten. Bei einem Stop-Loss-Auftrag wird, falls ein Aktienkurs eine bestimmte Grenze erreicht, die Reißleine gezogen. Fällt die Aktie auf den gesetzten Stop-Loss-Kurs, dann erfolgt der Verkauf automatisch zum nächstfolgenden Preis. Ein limitierter Auftrag führt dagegen dazu, daß der Titel zum angegebenen Kurs oder aber darüber verkauft wird.

Wichtig ist die Gültigkeitsdauer des Auftrages. So sollten zum Beispiel Monatswechsel bedacht werden, da die Laufzeit einer Wertpapierorder oft von vornherein auf den Monatsultimo begrenzt ist - es sei denn, der Kunde wünscht es anders. „Dabei sollten Anleger beachten, daß die Aufträge zum Jahresende, bei Kapitalmaßnahmen wie Dividendenzahlungen oder dem Aussetzen von Kursen automatisch enden“, meint Steffen Pörner von der Börse Düsseldorf. Für limitierte Wertpapieraufträge würden von den Banken meist zusätzliche Gebühren erhoben, da sie einen höheren Aufwand mit sich brächten als andere, erläutert Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut.

Im Zweifelsfall mehr Bargeld halten

Auch Anleihen sind freilich nicht risikolos. Das Risiko steigt hier mit der Laufzeit. Experten wie Heller raten vor diesem Hintergrund zu einem Wechsel von langlaufenden Anleihen hin zu mittleren Laufzeiten. Was können Anleger noch tun, um ihre Risiken zu minimieren? Grundsätzlich sollte vorrangig in den Währungsraum investiert werden, in dem die meisten Ausgaben anfielen, rät Heller. In den Sommermonaten sei es zudem durchaus ratsam, ein bißchen mehr Bargeld zu halten als sonst, da es in dieser Zeit an der Börse schon häufiger zu Turbulenzen gekommen sei. Und falls alle Stricke reißen, können Anleger ihre Bank über das Telefon oder das Internet in der Regel auch aus dem Ausland erreichen.

Quelle: kpa./F.A.Z., 25.06.2005, Nr. 145 / Seite 19
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
25.05.2012
Tops & Flops Fonds Kurs Prozent

DWS Biotech Typ O

75,52 € +31,82 %

ESPA STOCK BIOTEC (T)

167,62 € +30,20 %

Allianz Biotechnologie A (EUR)

70,37 € +23,40 %

SEB Concept Biotechnology B

41,83 € +23,39 %

M&G Japan Smaller Companies Fund A

12,29 € +22,86 %

Delta Lloyd L New Energy Fund B

3,10 € −42,94 %

Earth Exploration Fund UI (EUR R)

34,20 € −45,89 %

Craton Capital Precious Metal Fund A

180,26 $ −48,05 %

KEPLER Öko Energien (T)

35,95 € −48,35 %

LUXEMBOURG SELECTION FUND - Asian Solar & Wind Fund A1

32,40 € −61,16 %
25.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.339,94 +0,38%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.377,69 −0,11%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14%
Gold 1.569,50 $ +0,06%