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Anlagestrategie „Das kurzfristig geparkte Kapital wartet auf attraktive Anlagechancen“

25.08.2006 ·  Noch ist die Risikobereitschaft vieler Investoren gering. Doch die hohen Bargeldmittel werden bald investiert. Zumindest ist das die Annahme im neuesten Strategieausblick der österreichischen Fondsgesellschaft Erste-Sparinvest.

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Der Kurseinbruch im Mai hat eine reduzierte Risikobereitschaft vieler Investoren nach sich gezogen. Die seither sehr volatilen und launischen Finanzmärkte ließen Anleger mangels deutlicher Trends in den vergangenen Monaten zurückhaltend agieren. In unsicheren Börsenphasen regiert der Slogan „Cash is king“. Über die Sommermonate wurden in den Portfolios hohe Cash-Quoten gehortet, die nun auf neue attraktive Anlagechancen warten.

Wie die Anlageexperten der österreichischen Fondsgesellschaft Erste-Sparinvest in ihrem Strategieausblick auf das zweite Halbjahr 2006 schreiben, gilt dies sowohl für private und institutionelle Investoren aber auch für Unternehmen.

Rentenfonds: Attraktives Einstiegsniveau

Gemäß einer Studie des Research-Unternehmens Thomson Financial sitzen die hundert weltweit größten Unternehmen auf einem Cashpolster in Rekordhöhe von 858 Milliarden Euro. Umfragen zufolge soll ein Drittel der Vermögensverwalter überdurchschnittlich hohe Cash-Quoten halten. „Dies trifft auch für Österreich zu“, meint Franz Gschiegl, Vorstand der Erste-Sparinvest. „Dieses Kapital ist nur kurzfristig geparkt und wartet auf attraktive Anlagechancen. Diese „Cashmunition“ sollte im kommenden Börseherbst interessante Anlageziele vorfinden, sowohl im Segment der Anleihen als auch bei ausgewählten Aktienfonds.

Bei den Rentenfonds klart sich nach Ansicht der Erste-Sparinvest der Himmel nach dem schwierigen ersten Halbjahr wieder auf. Im Frühjahr waren sowohl Euro- als auch amerikanische Staatsanleihenfonds unter Druck geraten, nachdem die amerikanische Notenbank die Leitzinsen bis zu 5,25 Prozent angehoben und damit weltweit die Angst vor Zinserhöhungen geschürt hatte.

Die Zinserhöhungsängste sind nun an den Rentenmärkten eingepreist und sollten nach und nach in den Hintergrund treten. Wichtige volkswirtschaftliche Indikatoren signalisieren eine Abschwächung der amerikanischen Wirtschaft. Der Markt beginnt, sich mit den amerikanischen Zinssenkungen anzufreunden: Dies alles deutet auf einen optimalen Einstiegszeitpunkt an den Bondmärkten hin.

Interessante Perspektive bei Schwellenländerfonds

„Im dritten und vierten Quartal wird die Sonne an den Rentenmärkten scheinen“, betont der Leiter des Erste-Sparinvest Anleihenfondsmanagements, Karl Brandstötter. In Europa rechnet er maximal mit zwei kleinen Zinserhöhungen durch die EZB auf 3,5 Prozent. Ausgehend von Amerika erhalten auch die europäischen Rentenmärkte positive Impulse. Die Erste-Sparinvest sieht beim Bund-Future, dem wichtigsten Preisindex für Euro-Staatsanleihen, kurzfristig ein Potential von 118,60 Prozent und mittelfristig in Richtung 120. Brandstötter rechnet daher, daß die Euro-Staatsanleihenfonds ins Plus drehen werden.

Eine interessante Perspektive eröffnen Emerging-Markets-Rentenfonds, die neben dem Zinsabstand zu den Staatsanleihenfonds auch über ein beträchtliches Aufwertungspotential ausgewählter Währungen verfügen (besonders türkische Lira und ungarischer Forint). Europäische High-Yield-Anleihen sind seit Jahresbeginn der Outperformer an den Rentenmärkten und bleiben als Beimischung ein wichtiger Ertragsbringer.

„Dynamischen“ Renten-Investoren empfiehlt er eine Übergewichtung von Anleihenfonds mit hohen Bonitäten im Ausmaß von rund 50 Prozent. Um die Ertragschancen zu erhöhen, sollten im Portfolio zu rund 20 Prozent Unternehmensanleihenfonds und 15 Prozent Emerging-Markets-Anleihenfonds ergänzt werden. Die restlichen 15 Prozent teilen sich auf währungsgesicherte amerikanische Hypothekenanleihen- und Wandelanleihenfonds auf. Die Ertragserwartung eines solchen Portfolios für die nächsten zwölf Monate beziffert Brandstötter mit fünf bis sieben Prozent. Bei den Währungen erwartet die Erste-Sparinvest eine Aufwertung europäischer Währungen gegen dem Dollar und dem Yen.

Aktienfonds: Europa und Japan in „Pole Position“

Ein stabiles weltwirtschaftliches Fundament, die Beruhigung an der amerikanischen Zinsfront, anhaltend steigende Unternehmensgewinne und generell dynamische Schwellenländermärkte eröffnen den Investoren in den nächsten sechs bis zwölf Monaten interessante Anlagechancen an den Aktienmärkten. Jedoch mahnt der OECD Leading-Indikator zur Vorsicht.

Als positive Unterstützung für die Entwicklung der Aktienmärkte wertet der Leiter des Aktienfondsmanagements in der Erste-Sparinvest, Harald Egger, die derzeitige Gewinnsituation bei den Unternehmen, die sich noch sehr erfreulich entwickelt. Die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse zeigt, daß die Profitabilität auf einem hohen Niveau verharrt. Seit 2002 haben sich die Gewinne der im MSCI Weltaktienindex vertretenen Unternehmen verdoppelt. Von negativen Gewinnrevisionen ist weit und breit noch nichts zu spüren.

Als Kurstreiber erweist sich einmal mehr die dynamische Prosperität der Schwellenländer. Große Volkswirtschaften wie China und Indien trumpfen trotz Warnungen vor einer Überhitzung mit einem zweistelligen Wirtschaftswachstum auf. Die Weltwirtschaft dürfte heuer um 4,9 Prozent wachsen. Auf Basis der Gewinnschätzungen für das Jahr 2007 sind die Aktienmärkte weltweit sehr attraktiv bewertet. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis der wichtigsten Aktienmärkte per 27. Juli lautet wie folgt: Dow Jones (Amerika): 13,1, DJ Euro Stoxx 50 (Europa): 11,1, Nikkei 225 (Japan): 16,3, Bovespa (Brasilien): 7,9, RTS (Russland): 11,1, ATX (Österreich): 11,7.

„Aktienmärkte keineswegs zu teuer“

„Selbst wenn die Gewinne nun deutlich zurückgehen würden, wären die Aktienmärkte keineswegs zu teuer“. Als einen nicht zu unterschätzenden Risikofaktor sieht Egger, daß der OECD Leading Indikator, der die Tendenz der volkswirtschaftlichen Entwicklung in den G7-Staaten mit einer Vorlaufzeit von sechs bis neun Monaten voraussagt, seit Mai fällt. Dies könnte bedeuten, daß sich die Weltwirtschaft ab November abkühlt, was nicht gleichzusetzen sein muß mit einer Rezession. Für die Börsianer stellt sich nun die Frage, wie lange ein solcher Abschwung dauern wird und wie stark er ausfällt.

An den Aktienmärkten wird es daher zu einem „Favoritenwechsel“ kommen: Die bisher in der Performance führenden kleineren Werte (Small Caps) sollten von den großkapitalisierten Blue Chips überholt werden. In der „Pole Position“ der Erste-Sparinvest-Aktienfonds befinden sich Aktien aus Europa und Japan. Bei den Branchen erscheinen die zinssensitiven Finanztitel und Rohstoffwerte besonders aussichtsreich.

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