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Sonntag, 19. Februar 2012
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Anlagestrategen Warren Buffett zieht Junkbonds den Aktien vor

04.03.2003 ·  Anlageguru Warren Buffett setzt auf hochverzinsliche Anleihen mit hohem Ausfallrisiko. Junk Bonds böten „vernünftige Preise“. Aktien hält der zweitreichste Mann der Welt dagegen weiter für zu teuer.

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Investmentguru Warren Buffett macht weiter einen Bogen um Aktien, weil er sie auch nach drei Jahren mit fallenden Kursen für überbewertet hält. Stattdessen kauft der zweitreichste Mann der Welt für seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway Inc. Junkbonds, hochverzinsliche Anleihen mit hohem Ausfallrisiko. Im Jahr 2002 hat er sein Junkbond- und Kreditportfolio auf 8,3 Milliarden Dollar versechsfacht.

"Trotz der seit drei Jahren fallenden Aktienkurse, die die Attraktivität von Stammaktien deutlich erhöht haben, finden wir immer noch sehr wenige, für die wir überhaupt Interesse aufbringen", schreibt Buffett in seinem jährlichen Brief an seine Aktionäre, den Fortune.com in Auszügen vorab veröffentlichte. "Wir sind weiterhin kaum in Aktien engagiert."

Aktien sind Buffett noch immer zu teuer

Buffett, der sein Vermögen damit machte, dass er Anteile von Unternehmen wie Coca-Cola Co. billig erwarb, hält an seiner Auffassung fest, dass Aktien zu teuer bewertet sind. Er hält sich daher lieber an Investments in Hochzinsanleihen und Kredite. "Er investiert weiter kräftig in Ausfall gefährdete Vermögenswerte", beschreibt James Armstrong, Präsident von Henry H. Armstrong Associates.

Buffett kauft nach eigenen Angaben jetzt Junkbonds, weil er dort "vernünftige Preise" finden kann. Diese Investments sind mit einem höheren Risiko behaftet als Aktien, weil die entsprechenden Unternehmen oft unter einer hohen Schuldenlast ächzen, räumt der Berkshire Hathaway-Chef ein. Er rechne zwar hin und wieder mit "großen Verlusten" in seinem Junkbond-Portfolio, aber bisher habe er "in diesem Feld ziemlich gut abgeschnitten", so Buffett.

„Wenn wir Junkbonds kaufen, haben wir es mit Unternehmen zu tun, die sich in einer schwierigen Situation befinden", schreibt Buffett. „Das Management kann Interessen verfolgen, die denen der Aktionäre direkt zuwiderlaufen." Im Juli hat Berkshire zusammen mit zwei Partnern für 500 Millionen Dollar Wandelanleihen von Level 3 Communications Inc. erworben. Einige Konkurrenten des Glasfasernetzbetreibers haben bereits Insolvenz angemeldet, darunter Global Crossing Ltd.

Junkbonds zuletzt gut gelaufen

Bei Aktien ist Buffett weit skeptischer. "Die wahnwitzigen Bewertungen, die während der Großen Blase erreicht wurden", sind noch nicht vom Tisch, warnte er. Deshalb halten er und Charlie Munger, Vice Chairman von Berkshire, sich noch zurück. "Wenn man mit Erfolg investieren will, muss man gelegentlich untätig bleiben", betont er.

Buffett ist nicht der einzige Investor, der den Reiz der Junkbonds entdeckt hat. Die Anleihen haben seit Oktober eine Rallye hingelegt, die den Anlegern einen Ertrag von durchschnittlich 15 Prozent beschert hat, berichtet Merrill Lynch & Co. Dementsprechend sind die Renditen der hochspekulativen Anleihen gefallen.

Derivate sind für Buffett eine Zeitbombe

In seinem Brief spricht sich Buffett scharf gegen Derivate aus. Er bezeichnet sie als "Zeitbomben, sowohl für die beteiligten Parteien, als auch für das Wirtschaftssystem". Der Berkshire-Chairman liquidiert General Re Securities, die Derivatesparte einer Versicherung, die Berkshire gekauft hat. Seit einem Jahr baut er das Geschäft ab, aber die Sparte verfügt immer noch über Forderungen von 6,5 Mrd. Dollar.

Der vollständige Brief Buffetts an die Berkshire-Aktionäre wird am Samstag zusammen mit dem Jahresbericht der Gesellschaft veröffentlicht. Die Aktie gewann am Montag 2,8 Prozent. Für die letzten zwölf Monate liegt sie 13 Prozent im Minus.

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