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Anlage-Strategie Starke Tagesgewinne in Bärenmärkten nichts Außergewöhnliches

19.03.2008 ·  Der S&P 500 Index glänzte am Dienstag mit einem Plus von gut vier Prozent. Das ist erfreulich, muss aber noch nicht die Wende sein. In der Vergangenheit waren derart starke Kursgewinne vielmehr durchaus typisch für intakte Bärenmärkte.

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Auf die erneut starke Zinssenkung in Amerika hat der amerikanische Aktienmarkt am Dienstag mit sehr deutlichen Aufschlägen reagiert. Beim S&P 500 stand am Ende ein beeindruckendes Plus von 4,24 Prozent zu Buche. Unter den seit 1950 aufgetretenen stärksten Kursanstiegen belegt der 18. März damit nun den 17. Platz. Mit einem Schlussstand von 1.331 Punkten hat sich der Index zudem wieder etwas Luft zur nächsten wichtigen Unterstützungszone um 1.270 Punkten verschafft.

Der hohe Tagesgewinn ist für die meisten Anleger sicherlich eine Erleichterung nach den in den Wochen zuvor erlittenen klaren Verlusten. Ob diese starke Tagesbilanz aber schon das Signal für eine nachhaltige Wende zum Besseren war, bleibt abzuwarten.

Völlig ausgeschlossen ist das zwar nicht, aber auch nicht garantiert. Zumindest legt der Blick zurück auf die Börsen-Historie noch eine gewisse Skepsis nahe. Denn wie die Analysten beim amerikanischen Finanzdienstleister Standard & Poor´s beobachtet haben, waren in der Vergangenheit derart starke Kursgewinne vielmehr durchaus typisch für intakte Bärenmärkte.

Nach starken Tagesgewinnen folgt normalerweise eine Gegenbewegung auf dem Fuß

Im Einzelnen gab es seit 1950 bisher zuvor erst 21 Handelstage, an denen der S&P 500 Gewinne von mehr als vier Prozent verzeichnen konnte. Das größte Tagesplus gab es dabei übrigens am 21. Oktober 1987 kurz nach dem Einbruch von 22 Prozent am so genannten Schwarzen Montag zu feiern.

Nach Kursgewinnen von mehr als vier Prozent an einem Tag war es in der Vergangenheit dann aber regelmäßig so, dass der Index anschließend ein Tagesminus von mindestens einem Prozent erlitt. Im Schnitt dauerte es nur drei Tage, bis es soweit war. Und durchschnittlich kam es daraufhin sogar zu einem Abschlag von 1,9 Prozent.

Interessant bei der Analyse der Börsenhistorie ist zudem, dass sich 13 der bisher beobachteten 21 Handelstage mit einem Gewinn von mehr als vier Prozent, und damit fast 62 Prozent aller Fälle, in Phasen von Bärenmärkten ereigneten (nur ein Mal wurde so ein großes Plus kurz vor einem Hoch in einem Bullenmarkt registriert). Mit anderen Worten: Trotz der fulminanten Tagesgewinne markierte der S&P 500 Index anschließend noch einmal neue Tiefstände.

Standard & Poor´s will noch keine Entwarnung geben

Wer die Börsengeschichte positiv interpretieren will, der konzentriert sich aber nicht auf die Mehrzahl der Fälle, sondern auf die fünf Mal, an denen sich Kursgewinne von mehr als vier Prozent in der Nähe eines Bodens im Bärenmarkt ereigneten. Bei Standard & Poor´s hält man mit Verweis auf die Börsenhistorie aber einen zweiprozentigen Kursrückgang beim S&P 500 Index noch vor dem Wochenende für durchaus möglich.

Dafür spricht aus Sicht von Chefstratege Sam Stovall auch die Tatsache, dass der Index insgesamt erst 18 Prozent gemessen an seinem Hoch verloren hat, was in Zeiten vor einer Rezession in Amerika ebenfalls historisch und im Durchschnitt gesehen noch etwas zu wenig ist. Für eine Entwarnung könnte es deshalb noch etwas zu früh sein, wobei auch Standard & Poor´s eine kurzfristige Rally nicht ausschließen will.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht der FAZ-Redaktion wider.

Quelle: @JüB
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