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Amerikanische Konjunktur Wirtschaftliches Umfeld spricht gegen rasche Erholung

 ·  An den Finanzmärkten geht der Optimismus um. Dabei ist die amerikanische Häusermarktkrise - die Ursache der konjunkturellen Schwäche - noch lange nicht abgeschlossen. Sie schlägt längst auf den Konsum durch.

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An den Finanzmärkten geht seit Mitte des vergangenen Monats der Optimismus um. Die amerikanische Zentralbank werde mit den Zinssenkungen, der Rettung von Bear Stearns und mit der massiven Injektion von Liquidität gegen Inzahlungsnahme von Wertpapieren zweifelhafter Qualität die amerikanische Wirtschaft schon wieder auf die Beine bringen, heißt es.

Da sich die restlichen Regionen weltweit wirtschaftlich robust entwickelten, könnten die Unternehmen den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen und die Gewinne nach einer gewissen Delle weiter steigern. Das gelte zumindest für Dienstleistungs-, Rohstoff- und Industrieunternehmen. Selbst die Erträge der Banken würden sich rasch und deutlich wieder erholen, so die Hoffnung.

Amerikanische Häusermarktkrise noch lange nicht abgeschlossen ...

Die nüchterne Betrachtung der Fakten dürfte diese Argumentationskette jedoch brechen lassen können. Denn sorgte die Krise am amerikanischen Immobilienmarkt über die Verbriefung und die globale Vermarktung dubioser Hypothekenderivate schon bisher für riesige Abschreibungen bei vielen Anlegern und vor allem auch den Finanzunternehmen, so scheint dieser Prozess noch lange nicht abgeschlossen zu sein. Viele Banken konnten sich zwar in den vergangenen Wochen zu hohen Kosten refinanzieren.

Wirtschaftliches Umfeld spricht gegen rasche Erholung

Allerdings werden künftig die Geschäfte nicht mehr so laufen wie in der Vergangenheit, die Finanzierungskosten sind deutlich höher und zudem werden mit einiger Wahrscheinlichkeit weitere Abschreibungen auf die Immobilien- und Verbraucherkreditportfolios notwendig werden. Schließlich ist die amerikanische Häusermarktkrise noch lange nicht abgeschlossen.

Das zeigt sich alleine schon daran, dass die Häuserpreise weiter fallen. Der S&P/Case-Shiller Composite-20 City Home Price Index ging alleine im Februar um 12,7 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr zurück. Weitere Berichte zeigen, dass sich diese Tendenz auch im März fortgesetzt hat. Langfristige Vergleiche zeigen, dass die Preise noch deutlich weiter fallen müssen, um trendbereinigt auch nur auf das Durchschnittsniveau der vergangenen Jahrzehnte zu kommen. Auf diese Weise werden jedoch die Refinanzierungsmöglichkeiten der amerikanischen Verbraucher weiter beschnitten, die im Rahmen des verschuldungsgetriebenen Konsumbooms der vergangenen Jahre das Rückgrat der amerikanischen Wirtschaft dargestellt hatten.

... denn sie schlägt längst direkt bremsend auf den Konsum durch

Inzwischen können Hausbesitzer keine Finanzmittel mehr mit der geschickten Refinanzierung immer teurer werdender Häuser generieren. Im Gegenteil, immer mehr geraten aufgrund eines schwächer werdenden Arbeitsmarktes und aufgrund gestiegener Zinsen in Zahlungsverzug und müssen sich einschränken. Auf diese Weise geht bei steigenden Verbraucherpreisen nicht nur der reale Konsum zurück, sondern die Kreditgeber sitzen auf immer mehr unverkäuflichen Häusern, die sie als Sicherheiten angenommen hatten.

Die Problempositionen, die Abschreibungen und die wegfallenden Verdienstmöglichkeiten dürften die Banken noch längere Zeit belasten. Hatten sie in den vergangenen Jahren überproportional vom Immobilienboom profitieren können, so hat sich die Entwicklung inzwischen gerade ins Gegenteil verdreht. Dieser Prozess dürfte noch lange nicht abgeschlossen sein, sondern er zieht in der gesamten Wirtschaft direkt und indirekt immer weitere negative Kreise.

Längst gehen auch die Gewinne der Nicht-Finanzunternehmen zurück. Längst ist die Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern eingebrochen. Längst steigt die Arbeitslosenquote. Und längst haben sich die Zahlungsschwierigkeiten der Verbraucher auch auf die Konsumentenkredite ausgeweitet.

Daran dürften auch die Zinssenkungen der amerikanischen Zentralbank nichts ändern können, weil sie gegen den strukturellen Bereinigungsprozess einfach nicht wirken. Selbst wenn Banken mehr Kredite an diese mit dem Rücken zur Wand stehende Klientel vergeben wollten, so können sie nicht, weil sie nicht genügend Eigenkapital haben. In diesem Sinne lässt sich der aktuelle Optimismus der internationalen Anleger hinterfragen, insbesondere mit Blick auf die Erholung der Finanzwerte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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