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Altersvorsorge Zwei Drittel glaubt an nicht mehr steigende oder gekürzte Renten

 ·  Die meisten Bundesbürger bleiben in Sachen Rente weiter skeptisch. Die von der BfA verschickten Renteninformation erweisen sich somit nach einer Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge als Placebo ohne Wirkung.

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Zwei Drittel der rentenversicherungspflichtig Beschäftigten gehen davon aus, daß die Renten in Zukunft nicht mehr steigen bzw. sogar gekürzt werden. Das ergibt eine aktuelle Befragung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) zur "Renteninformation" der Bundesanstalt für Angestellte (BfA). Versicherte unter 35 Jahren rechnen sogar zu drei Vierteln mit regelmäßigen "Nullanpassungen" oder gar Kürzungen.

Die Hochrechnung der Altersrente erfolgt in der "Renteninformation" in drei Varianten: einer Nullvariante ohne jährliche Steigerung des Rentenwerts sowie zwei Varianten mit jährlichen Steigerungen von 1,5 bzw. 2,5 Prozent. Lediglich zwei Prozent der Befragten halten es jedoch für realistisch, daß die Renten jährlich um 1,5 Prozent oder mehr steigen werden. Demnach könnte sich die BfA die Berechnungsvarianten mit regelmäßigen Steigerungen sparen.

Glaubwürdiger erschiene den Befragten eher die - zumindest gleichzeitige - Berechnung von "Kürzungsvarianten". Dazu Bernd Katzenstein, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA): "Eine durchaus realistische Sicht, da Rentenerhöhungen angesichts der Wirtschaftsentwicklung in den kommenden Jahren kaum wahrscheinlich sind."

Beruhigende Wirkung bleibt aus

78 Prozent der insgesamt 1.000 Befragten finden es aber grundsätzlich positiv, daß sie ein entsprechendes Schreiben der BfA erhalten haben. Und immerhin zwei Drittel (68 Prozent) sind der Auffassung, daß die Renteninformation für sie nützliche Informationen enthält. Zudem geht die Hälfte der Befragten (53 Prozent) davon aus, daß die Renteninformation sie dazu bringt, sich mehr mit dem Thema Altersvorsorge zu beschäftigen.

Allerdings: Nur jeder fünfte Befragte (21 Prozent) sieht seine Rentensituation nach Erhalt der BfA-Berechnungen gelassener als vorher. "Die beabsichtigte beruhigende Wirkung bleibt also weitgehend aus", so Katzenstein.

VdK erwartet im kommenden Jahr erneut Rentenkürzung

Zu diesem Themenkomplex paßt auch eine Meldung vom Mittwoch morgen. Demnach geht der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, davon aus, daß die Senioren auch in den kommenden Jahren auf eine Rentenanpassung verzichten müssen. Für 2005 sei sogar eine erneute Minusrunde zu erwarten, sagte Hirrlinger der “Chemnitzer Freien Presse“ (Mittwochausgabe), berichtet ddp. Bereits in diesem Jahr hätten die knapp 20 Millionen Rentner erstmals eine Kürzung ihrer Bezüge hinnehmen müssen. Wenn im nächsten Jahr Zahnersatz und Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung ausgegliedert werden, bedeute das rund ein Prozent weniger Rente, rechnete der VdK-Präsident vor.

In diesem Jahr habe es dieselbe Kürzung durch die Verdoppelung des Beitrages zur Pflegeversicherung gegeben. Hirrlinger nannte es absurd, bei immer geringeren Einkommen das Konsumverhalten der Bevölkerung zu beklagen. Wer kein Geld habe, könne es auch nicht ausgeben. Die Rentner seien besonders von dem Kaufkraftschwund betroffen.

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