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Altersvorsorge Lebensversicherer können weniger auszahlen

07.04.2009 ·  Die Angebote der deutschen Lebensversicherer unterscheiden sich erheblich. Die Ablaufleistung der erfolgreichsten Unternehmen liegt um bis zu einem Viertel über denen des Marktdurchschnitts.

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Die Leistungsfähigkeit der deutschen Lebensversicherer unterscheidet sich erheblich. Die Ablaufleistung der erfolgreichsten Unternehmen liegt um bis zu einem Viertel über denen des Marktdurchschnitts.

Das geht aus Berechnungen des Branchendienstes Map-Report hervor, der sich vor allem an Versicherungsmakler richtet. So läge etwa die Rendite einer Kapitallebensversicherung mit 30 Jahren Laufzeit, die die Debeka am Ende dieses Jahres auszahlen würde, um 24,2 Prozent oberhalb der durchschnittlichen Verzinsung der Marktteilnehmer.

Police der Debeka-Versicherung schneidet am besten ab

Für den Branchenvergleich hat Map-Report eine Beispielrechnung ausgewertet. So wurde ermittelt, welche Gewinnbeteiligung einem Angestellten im Dezember 2009 überwiesen würde, der seit 30 Jahren monatlich 100 Euro in eine kapitalbildende Lebensversicherung eingezahlt hat. Darin enthalten sind sowohl Gewinne aus der Kapitalanlage als auch solche, die sich aus Überschussbeteiligungen und Kostenersparnissen ergeben sowie Schlussgewinne. Mit einer Auszahlung von knapp 113.000 Euro schneidet demnach die Police der Debeka-Versicherung am besten ab; auch die HUK-Coburg könnte mit rund 102.000 Euro noch eine Rendite von mehr als 6 Prozent gewähren.

Vergleicht man die Werte mit denen aus dem Vorjahr, zeigt sich ein deutlicher Rückgang. Hatten damals die durchschnittlichen Auszahlungen noch rund 90.800 Euro betragen, so lagen sie jetzt nur noch bei etwa 88.700 Euro. Im Vergleich zum Jahr 2001, in dem die höchsten Auszahlungen geleistet wurden, verringerte sie sich sogar um 16.000 Euro. „Hier zeigen sich die Folgen der 15 Jahre andauernden Niedrigzinspolitik in Amerika“, erklärt Studienautor Manfred Poweleit. Das habe die Anleihezinsen in aller Welt gedrückt. Weil die Versicherer mehr als 80 Prozent in festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen investieren, leiden sie unter den niedrigen Zinsen. Anders als manche Aktien-, Fonds- oder Zertifikatesparer können die Kunden der Lebensversicherer aber immerhin überhaupt eine positive Rendite erwarten, betont Poweleit. Sie lag bei den Unternehmen, die ihre Daten zur Verfügung gestellt haben, zwischen 4,56 und 6,61 Prozent. Da die Kapitallebensversicherung für viele der staatlich geförderten Riester-, Rürup- und Betriebsrentenverträge Grundlage ist, sind diese Ergebnisse für Millionen von Sparern bedeutsam.

Bei einer Hochrechnung auf die Zukunft schneidet der Kölner Direktversicherer Europa am besten ab

In der Zukunft könnten sie geringer ausfallen. Auch dazu hat Map-Report einen Vergleich angestellt: Würden sich die Zinsbedingungen und die Anlagestrategien der Unternehmen nicht ändern und die Gewinnbeteiligungen auf Dauer gleich bleiben, ergäbe sich für die Versicherten, die heute einen Vertrag mit 30 Jahren Laufzeit abschließen, nur noch eine durchschnittliche Auszahlung von gut 68.100 Euro. Damit lägen die Renditen zwischen 2,9 und 5 Prozent. Diese Rechnung darf allerdings wegen der einschränkenden Annahmen nicht als Prognose missverstanden werden. In der Untersuchung dieser möglichen zukünftigen Auszahlungen schneidet der Kölner Direktversicherer Europa am besten ab, der in der Analyse der aktuellen Auszahlungen nicht berücksichtigt werden konnte, weil er entsprechende Policen noch nicht seit 30 Jahren anbietet. Für dieses Unternehmen ergäbe sich eine Gewinnbeteiligung, die mit 86.300 Euro sogar um 26,7 Prozent oberhalb des Branchenschnitts läge. Die Debeka käme demnach auf 80.900 Euro.

Die Unterschiede führt Branchenbeobachter Poweleit vor allem auf drei Ursachen zurück. So zeichneten sich all die Unternehmen mit hohen Auszahlungen dadurch aus, dass sie besonders kostengünstig wirtschafteten: Die Provisionen fielen nicht überdurchschnittlich hoch aus; und durch eine gute Datenverarbeitung hielten sie die Verwaltungskosten gering.

Direktversicherer, die auf eigene Vertreter verzichten und ihre Produkte von der Firmenzentrale aus vertreiben, schnitten aber nicht zwangsläufig besser ab als solche Unternehmen, die ihren Vermittlern Provisionen zahlen. Darüber hinaus seien die bestplazierten Lebensversicherer in ihrer Anlagepolitik erfolgreich. Eine gute Kapitalanlage sei nicht unbedingt vorsichtig. Ein geringer Anteil von gut ausgesuchten Aktien im Portfolio könne das Ergebnis positiv beeinflussen. Zudem wirke sich eine langfristig konsistente Geschäftsstrategie förderlich aus, die auf eine stabile Produktpolitik über mehrere Jahre setze.

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