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Altersvorsorge in der Finanzkrise Gefühlte Vermögenseinbußen

30.07.2009 ·  Die Finanzmarktkrise hat auch die private Altersvorsorge in Deutschland nicht verschont. Doch die gefühlten Verluste sind erheblich höher als die tatsächlichen. Nicht nur darin zeigt sich ein erheblicher Vertrauensverlust.

Von Kerstin Schwenn
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Die Finanzmarktkrise hat auch die private Altersvorsorge in Deutschland nicht verschont. Doch die subjektiven Einschätzungen der Bevölkerung übersteigen die tatsächlichen Einbußen erheblich. Dies ist das Ergebnis einer Studie des deutschen Instituts für Altersvorsorge (Dia).

Nach dem „Dia-Deutschlandtrend Vorsorge“ vom Mai geben 20 Prozent der Befragten an, sie hätten einen Verlust von mehr als 50 Prozent erlitten. Durchschnittlich schätzten die Deutschen ihre Einbußen auf mehr als 20 Prozent. „Dies hält jedoch der Realität nicht stand“, sagte der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen, Leiter der Studie, am Dienstag in Berlin. „Die überwiegende Mehrheit der Haushalte hat nominal weniger als 3 Prozent ihrer gesamten Altersvorsorge verloren.“

Ein Achtel, nicht die Hälfte

Das Geldvermögen deutscher Haushalte schrumpfte nach Dia-Angaben in der Finanzkrise im Saldo um 140 Milliarden Euro. Zwar hätten die Haushalte in der Finanzkrise Geldvermögen von etwa 260 Milliarden Euro verloren, berichtet das banknahe Institut. Auf der anderen Seite hätten sie Sparguthaben und sonstige Anlagen von 120 Milliarden Euro aufgebaut. Das durchschnittliche Geldvermögen eines Haushalts lag Ende 2008 bei 111.000 Euro, 4000 Euro weniger als ein Jahr zuvor.

Um die Einbußen zu berechnen, untersuchte das Institut Haushalte mit repräsentativen Altersvorsorgeportfolios. Dabei wurden neben der gesetzlichen Rente acht der häufigsten Anlage- und Vorsorgeformen - unter anderem Aktien, Aktienfonds und Immobilien - berücksichtigt. Die Simulation der Kapitalentwicklung und Renditen ergab Kapitalwertveränderungen der Altersvorsorge zwischen plus 2,9 und minus 12,4 Prozent seit Ausbruch der Krise 2007. „Sicherlich gibt es auch Haushalte in Deutschland, deren Aktiendepots sehr umfangreich sind und damit deutlich höhere Einbußen erlitten haben. Sie sind jedoch entweder sehr jung, sehr reich oder beides“, sagte Raffelhüschen.

Kein Vertrauen mehr in Fonds

Derweil kommt eine Studie des Versicherungskonzerns Axa zu dem Schluss, das Vertrauen der Deutschen in Investmentfonds für die Altersvorsorge habe durch die Finanzkrise stark gelitten. Nur noch 42 Prozent hielten Fonds für ein geeignetes Anlageinstrument, teilte Axa in Frankfurt unter Hinweis auf eine Befragung von 1000 Personen mit.

Im vergangenen Jahr seien es noch mehr als zwei Drittel gewesen. Besonders stark sei das Vertrauen in Ostdeutschland geschwunden. Nach Angaben des Branchenverbandes BVI investierten die Anleger im ersten Halbjahr 2009 jedoch schon wieder mehr in Fonds. Das Gesamtvolumen der Investmentfonds habe seit Jahresbeginn um knapp 4 Prozent zugenommen und erreiche jetzt insgesamt 1,26 Billionen Euro.

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Jahrgang 1963, Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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