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Altersvorsorge : Im Alter wird das Haus oft zur Last

  • -Aktualisiert am

Die Kosten, um sein Haus so gut in Schuss zu halten, sollten nicht unterschätzt werden Bild: ddp

Ein eigenes Haus gilt als die beste Altersvorsorge. So denken viele, wenn sie jung sind. Doch für ältere Menschen sind die Häuser dann oft zu groß, und der Unterhalt wird ihnen zu teuer. Hausbesitzer müssen deshalb früh überlegen, wie und wo sie später wohnen wollen.

          Rund zwei Jahre hat der Verkauf des Einfamilienhauses von Christa und Ludwig Bruns in der Umgebung einer bayerischen Kreisstadt gedauert. Ein aufwendiger Prozess, der dem damals 75 Jahre alten Ingenieur und seiner Frau schlaflose Nächte bereitete. „Ich habe manche Träne vergossen, als wir uns zu dem Verkauf entschlossen hatten“, berichtet Christa Bruns.

          Das Ehepaar hatte sich mit seinem selbstentworfenen Haus 40 Jahre zuvor einen Lebenstraum erfüllt. Dennoch erkannten die beiden, dass die Immobilie für ein Leben im Alter nicht geeignet war. „Vor allem belastete uns die Frage, was passiert, wenn einer von uns beiden später allein zurückbleibt“, sagt Ludwig Bruns. Denn mit steigendem Alter und eingeschränkter Mobilität wird ein Haus auf dem Land schnell zur Last.

          Der Verkauf fällt vielen schwer

          Auf keinen Fall wollten die beiden später im Alter gezwungen sein, die Entscheidung für oder gegen einen Umzug unter Druck zu treffen. So entschieden sich die Bruns für eine Seniorenresidenz und verkauften ihr Haus - nachdem sie es anfangs selbst erfolglos versucht hatten - über einen Immobilienmakler. „Man kann sich etwas vormachen, aber auf lange Sicht hilft das nicht“, sagt Ludwig Bruns, „wir hatten klare Vorstellungen, wo und wie wir leben wollen. Allerdings waren wir auch bereit, uns den Umständen so weit wie nötig anzupassen.“ Wichtig sei es, sich in Ruhe über den gemeinsamen Weg zu einigen und die Entscheidung auch konsequent in die Tat umzusetzen. „Das lässt sich nicht von heute auf morgen bewerkstelligen“, gibt er zu bedenken.

          Bild: F.A.Z.

          Nicht immer läuft der Entscheidungsprozess so geradlinig ab wie in diesem Fall. Viele Menschen ignorieren die Folgen des Älterwerdens und wollen sich nicht mit Gedanken daran belasten, solange es ihnen noch gutgeht. Zudem hat sich die Einstellung zum Alter verändert: Ältere Menschen sind heute länger aktiv, haben eine höhere Lebenserwartung und stellen andere Ansprüche an sich und ihre Umwelt. Sie unterschätzen aber auch oft, wie sehr sich das Leben in den späteren Jahren verändert und welche Wohnbedingungen sie dann brauchen.

          Viele Menschen zögern zu lange

          Meist schieben viele die wichtige Frage hinaus, wie sie mit ihrem Haus oder ihrer Wohnung verfahren wollen - so lange, bis es nicht mehr geht. Wenn sie dann krank werden und wenn sie, oder ihre Angehörigen, schnell eine neue Wohnung oder einen Pflegeplatz finden müssen, belastet das alle Beteiligten sehr. Wer aber eine Immobilie unter Zeitdruck verkaufen muss, kann dabei viel Geld verlieren.

          Eine gute Planung allein schützt aber noch nicht vor bösen Überraschungen. Eine davon ist oft der Wert des Hauses: In manchen Regionen Deutschlands gibt es so gut wie keine Nachfrage, entsprechend sind die Preise gesunken. Vor allem außerhalb der wirtschaftsstarken Regionen lassen sich Eigenheime nur schwer, manchmal überhaupt nicht verkaufen. Wer also damit gerechnet hat, mit dem Erlös seine Rente aufzubessern oder eine andere Wohnung zu finanzieren, muss oft ganz neu planen.

          Ohne das passende Konzept wird das Haus zur Altersfalle

          Es ist wichtig, rechtzeitig ein für die eigenen Bedürfnisse passendes Konzept zu finden und sich mit der Alterstauglichkeit der Immobilie auseinanderzusetzen. Das kann verhindern, dass diese irgendwann zur Altersfalle wird und spart zudem noch Geld. Schließlich ist die selbstgenutzte Immobilie für viele Menschen auch die teuerste Anschaffung, die sie im Laufe ihres Lebens tätigen.

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