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Allianz Global Investors Kunden beschweren sich über Fondsgebühren

17.07.2009 ·  Manche Fondsgesellschaften wollen Beteiligung am Mehrertrag. Viele Anleger empfinden die Gebühr als unfair. Die zum Teil hohen Verluste der vergangenen Jahre hatten sie zu hundert Prozent allein zu tragen.

Von Christian Hiller von Gaertringen
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Die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors schreckt in diesen Tagen die Anleger auf. Auslöser sind neue Gebühren für ihre Fondspalette, die vom 1. August an in Kraft treten. Besonders verärgert sind die Kunden über eine leistungsabhängige Vergütung. Das begründet die Dresdner Bank in Schreiben an ihre Kunden lapidar: „So setzt sich zunehmend eine performanceabhängige und damit leistungsorientierte Vergütungskomponente der Managementleistung durch“, behauptet die Bank verschwurbelt in dem Serienbrief.

„Dieser Brief beleuchtet nur einen Teilaspekt“, sagt wiederum ein Sprecher von Allianz Global Investors. Tatsächlich umfasse die Reform drei Punkte: Für sämtliche Fonds führt Allianz Global Investors eine Kostenpauschale ein mit dem Ziel einer höheren Transparenz für den Anleger. In der Tat erfuhren die Fondskunden bisher von bestimmten Gebühren nur im Nachhinein, weil sie erst im alljährlichen Rechenschaftsbericht ausgewiesen wurden. Auch würden nicht alle Fonds von Allianz Global Investors gleichermaßen teurer, manche verbilligten sich. Nur für 19 ihrer Fonds führe Allianz Global Investors eine erfolgsabhängige Vergütung ein, schaffe sie jedoch für 16 Fonds ab.

Die Gebühr empfinden viele Anleger als unfair

Die Erfolgsbeteiligung wird fällig, wenn der Fonds sich besser schlägt als der Index, an dem sich der Fondsmanager messen lässt. Andere Fondsgesellschaften in Deutschland erheben solche leistungsabhängigen Vergütungen schon, etwa der deutsche Marktführer DWS für etwa ein Drittel seiner Fondspalette. Die Fondsgesellschaft der Sparkassen, Deka, dehnt sie vom nächsten Jahr an auf alle Aktienfonds aus. Die Union Investment der Volks- und Raiffeisenbanken fordert sie seit Dezember für 15 ihrer Fonds.

Die Gebühr empfinden viele Anleger als unfair. Denn die zum Teil hohen Verluste, die sie in den vergangenen Jahren erlitten, hatten sie zu hundert Prozent allein zu tragen. Und nun, nachdem es seit einigen Monaten etwas aufwärtsgeht an den Aktienmärkten, fordert die Fondsbranche eine Erfolgsbeteiligung - der Zeitpunkt ist zumindest nicht mit großer Sensibilität gewählt.

„Irgendwie jede Sensibilität abhandengekommen

„Erst vernichtet die Finanzindustrie 50 Prozent und mehr der Anlegerwerte, und dann, wenn es mittelfristig nur noch aufwärtsgehen kann, will der Fonds an den automatischen Gewinnen partizipieren“, empört sich ein Dresdner-Kunde in einem Brief, der dieser Zeitung vorliegt. „Den Banken und den Fondsgesellschaften ist irgendwie jede Sensibilität abhandengekommen.“

Mit ihren Erklärungsversuchen stehen die Verantwortlichen von Allianz Global Investors allein da, zumal die Dresdner Bank heute eine Marke der Commerzbank und nicht mehr Teil des Allianz-Konzerns ist und eine Struktur oder irgendeine Systematik sich in der neuen Gebührenpolitik von Allianz Global Investors nicht erkennen lässt.

Neue Konkurrenz schafft zusätzlichen Druck

In mageren Zeiten an den Finanzmärkten reagierten die Anleger schon immer empfindlicher auf Gebühren für Bankprodukte als in der Hausse. Dabei sind sie in Deutschland im internationalen Vergleich gar nicht überhöht, wie eine Übersicht der Fondsratingagentur Morningstar zeigt (siehe Grafik). Doch dieses Mal schafft neue Konkurrenz zusätzlichen Druck: Börsengehandelte Indexfonds (ETF) bilden die Referenzgröße, an der sich Fondsmanager messen, zuverlässig und günstiger als herkömmliche Fonds ab.

Die ETF-Branche will gegenüber der Referenz gar keinen Mehrertrag liefern und fordert keine Prämie für gute Leistung. Das zahlt sich aus: So beansprucht I-Shares für ihren ETF auf den Deutschen Aktienindex Dax gerade einmal eine Gesamtkostenquote von 0,17 Prozent, während Allianz Global Investors für den deutschen Aktienfonds Fondak aktuell eine Gesamtkostenquote von 1,49 Prozent verlangt.

„Wir geben unsere Einnahme nicht auf“

Nun hat DB X-Trackers, die ETF-Marke der Deutschen Bank, die Verwaltungsgebühr für ihren Indexfonds auf den Euro Stoxx 50 sogar ganz abgeschafft. Das löste in der Branche die Sorge aus, DB X-Trackers wolle eine neue Runde im Preiskampf einläuten. Doch Sprecher Torsten Michalik wiegelt ab: „Wir geben unsere Einnahme nicht auf.“ Vielmehr habe sich der Indexfonds in den vergangenen drei Jahren regelmäßig um 0,6 Prozentpunkte besser als der Index entwickelt, weil sich der Aktienkorb, der diesem ETF zugrunde liege, gut gegen Zinseinnahmen verleihen lasse. Diesen Vorteil wolle DB X-Trackers nun den Anlegern in dieser Form zugutekommen lassen.

Doch so oder so, die deutsche Fondsbranche steckt in der Klemme. Sie muss dem Preisdruck der ETF-Branche standhalten und gleichzeitig selbst einen teuren Kostenapparat unterhalten.

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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.

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