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Aktienmarkt-Analyse Die baltischen Börsen lassen sich nicht aus der Erfolgsspur drängen

19.07.2007 ·  Nach neuen Kursrekorden gleich zu Jahresbeginn sind die baltischen Börse anschließend auf Korrekturkurs eingeschwenkt. Doch nun nimmt der OMX Baltic Benchmark-Index langsam wieder Anlauf auf neue Kurshöhen.

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Zugegeben, die Auszeiten die sich die baltischen Börsen zeitweise nehmen, sind länger geworden und auch die zwischenzeitlichen Korrekturen ausgeprägter. Bisher haben es die Aktienmärkte in Estland, Lettland und Litauen aber immer wieder zurück in die Erfolgsspur geschafft.

Bester Beleg dafür ist der OMX Baltic Benchmark-Index. Der hat sich seit Anfang 2000 fast verneunfacht und schickt sich gerade an, das vom Jahresbeginn stammende Rekordhoch anzugreifen.

Volkswirtschaften bergen Chancen und Risiken

Die Chancen, dass ihm der Sprung über die bisherige Bestmarke gelingt, stehen nicht schlecht. Die größte Gefahr besteht neben möglichen externen Schocks in Überhitzungsrisiken. Denn das Problem der baltischen Staaten ist nicht ein Mangel an Wachstum, sondern ein Übermaß an konjunktureller Dynamik. In Lettland ist die Wirtschaft im ersten Quartal beispielsweise um 11,2 Prozent gewachsen, in Estland um 9,8 Prozent und in Litauen um 8,3 Prozent.

Das rasante Expansionstempo hat zu teilweise gefährlichen Entwicklungen wie zunehmenden Kreditfinanzierungen oder viel zu hohen Leistungsbilanzdefiziten (2007 dürfte sich dieses in Estland auf rund 17 Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt belaufen und in Lettland betrug es im esten Quartal sogar 25,7 Prozent) geführt. Gefahren gehen zudem von den teilweise noch immer steigenden Inflationsraten aus. So betrug die Teuerung in Estland im Juni 5,8 Prozent und damit so viel wie seit August 2001 nicht mehr. Und in Lettland kletterte die Preise sogar um 8,8 Prozent.

Bewertungen im grünen Bereich

Die damit verbundenen Gefahren werden sich auch so schnell nicht in Luft auflösen. Wer sich in diesen Ländern als Investor engagiert, muss sich dessen bewusst sein. Bisher ist letztlich aber immer alles glatt gegangen und wenigstens sind die Bewertungen inzwischen dank starker Gewinnsteigerungen auf Unternehmensebene inzwischen nicht mehr durch die Bank so hoch wie noch in manchen früheren Übertreibungsphasen.

Vereinzelt finden sich sogar Unternehmen wie die lettischen Betriebe Ventspils Nafta (Hafen), Lasco (Reederei) und Liepajas Metalurgs (Stahl), die lediglich um ihrem Buchwert gehandelt werden. Die von den Baltikum-Experten von Danske Capital beobachten baltischen Aktien kamen im Juni im Schnitt auf einen Kurs-Buchwert von 1,9. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2007 betrug elf. Beides auch im internationalen Vergleich günstige Werte, insbesondere dann, wenn das hohe Wachstumstempo und die relativ hohen Eigenkapitalrenditen berücksichtigt werden.

Verbessertes Produktangebot verglichen mit früher

Wer gezielt auf Einzelwerte setzen will, der geht am besten den Weg über die OMX, wo die baltischen Aktien bereits seit geraumer Zeit gehandelt werden. Anders als früher sind inzwischen zudem auch spezielle Produkte wie Fonds oder Zertifikate erhältlich. Unter den entsprechenden Länderfonds hat etwa der Danske Fund Baltic (ISIN LU0249693986) eine hiesige Vertriebszulassung. Und im Bereich der Zertifikate gibt es Angebote wie das Baltic 10 Index Open End Zertifikat (ISIN: NL0000757417) oder ein OMX Vilnius Indexzertifikat (ISIN DE000AA0G6N8), jeweils begeben von der ABN Amro.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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