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Aktienmärkte Dax: Weitere Rückschläge - oder nur eine kleine Sommerflaute?

27.07.2007 ·  Lange hat es gedauert, bis der Dax sein altes Hoch knackte. Jetzt, zwei Wochen später, scheint es kein Halten auf dem Weg nach unten zu geben. Analysten geben Entwarnung: Alles nur eine kleine Sommerflaute. Die fundamentalen Daten stimmen.

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Es war ein Freitag, und es war der 13. Da nahm der Deutsche Aktienindex endlich die Hürde. Mit 8.151 Punkten löste der Dax vor genau zwei Wochen sein altes Hoch von 8.136 Punkten aus dem Boomjahr 2000 ab. Die jüngste Rekordjagd war vielen Börsianern nicht richtig geheuer. Es hatte einige Wochen gedauert, bis man sich an das neue Niveau traute. Heute zeigt sich: Die Sorgen waren berechtigt, subjektiv jedenfalls. Inzwischen haben die deutschen Top-Aktien im Schnitt fast ein Zehntel ihres Wertes wieder eingebüßt. Und an den Finanzmärkten geht die Angst um, das könne noch nicht alles gewesen sein.

„Das ist keine Blase derzeit“

Fundamental betrachtet sind solche Ängste jedoch übertrieben. Analysten wie Dennis Nacken von Allianz Global Investors mögen Parallelen zum desaströsen Jahr 2000 nicht ziehen. Damals waren die Bewertungen bei einem Dax von 8.000 mehr als doppelt so hoch wie beim aktuellen (Fast-)8.000-er Dax. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis lag im Durchschnitt etwa bei 30, heute bei 13. „Das ist weiß Gott nicht überteuert“, urteilt Kapitalmarktfachmann Nacken und spricht von einem „vernünftigen, moderaten Bewertungsniveau“. Zumal sich das langfristige KGV in einer Größenordnung von 15 bis 16 bewegt. Nackens Resümee: „Das ist keine Blase derzeit.“

Die rund zehnprozentigen Kursverluste im Vergleich zum Juli-Allzeithoch sind denn auch für viele kein Beinbruch. Solche Korrekturen seien nichts Ungewöhnliches, sondern vielmehr nach längeren Aufwärtsbewegungen einfach fällig. Dass dies jetzt so rapide passiert, wundert Dennis Nacken nicht: „Abschwünge gehen generell schneller und kräftiger vonstatten als Aufschwünge.“

Nur ein kleines Sommergewitter...

Und so geben die Analysten Entwarnung: Alles nur ein kleines Sommergewitter, keinesfalls aber ein Klimawandel. Die fundamentalen Daten stimmen. Der amerikanische Konsum ist robust, der Arbeitsmarkt in Ordnung, die Industrieproduktion ordentlich. Deutschland verzeichnet ein kräftiges Wachstum und Schwellenländer wie China entfalten einen unbändigen Nachfragehunger. Die Kapazitäten der Betriebe sind ausgelastet - in Amerika zu 82 Prozent, hierzulande mit knapp 90 Prozent.

Und jetzt, das zeigt der kleine Abschwung, ist auch die Sache mit dem Risiko geklärt. „In der Vergangenheit war der Blick auf die Risiken zu stark verstellt“, sagt Klaus Kaldemorgen, Chef der Fondsgesellschaft DWS. Jetzt überdenke man manche Übernahmen - in der Vergangenheit einer der wichtigsten Kurstreiber an den Börsen - noch mal.

Also: Börse frei für neue Rekordniveaus? So schnell dürfte das nicht gehen. Kaldemorgen rechnet nicht damit, dass der Dax 2007 nochmal an sein Allzeithoch 8.151 anknüpfen kann. Ein Niveau von 7.500 Punkten sei bis in den Herbst hinein „eine gute Basis“. Vor allem sollten sich Anleger jetzt nicht panikartig aus Aktien verabschieden, warnt der DWS-Chef. Natürlich nicht: Der damit einhergehende Kursrutsch wäre auch für die von seinem Unternehmen verwalteten Milliardenvermögen nicht richtig ideal.

...allerdings noch hohe Volatilität

Allianz-Mann Nacken rät „mutigen Investoren“ dazu, die aktuelle Kurskorrektur zum Einstieg zu nutzen. Schließlich seien auch historisch gesehen August und September schwächere Börsenmonate. Allerdings ist die Vermögensverwaltungsgesellschaft des Versicherers in Sachen Aktien derzeit nur „neutral“ gestimmt. Unter anderem deshalb, weil die Volatilität an den Märkten noch sehr hoch ist - die Kurse dem grundsätzlichen Optimismus zum Trotz also noch heftig nach unten und oben ausschlagen können. Irgendwann marschiere man gewiss wieder in Richtung der alten Indexhöchststände. Wann man die erreiche - noch in diesem Jahr? „Das Fundament ist gegeben, aber meine Hand würde ich dafür nicht ins Feuer legen“, sagt Nacken.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @tih
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