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Aktienfonds Wie ein Fonds mit Verlierer-Aktien Gewinne macht

07.10.2004 ·  Der JPMorgan Recovery Fund setzt auf Aktien, die andere schon abgehakt haben. Mit Erfolg, wie eine überzeugende Wertentwicklung seit Anfang 2003 zeigt.

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Mark Davids, Fondsmanager bei JPMorgan Fleming Asset Management, hat Verliereraktien im Visier. Sein 246 Millionen Dollar schwerer Europe Recovery Fund investiert in die europäischen Unternehmen, die in den vergangenen drei Jahren die schlechteste Wert- und Umsatzentwicklung hatten.

Mit Erfolg: In den letzten 17 Monaten hat sein Portfolio den Vergleichsindex um zwölf Prozentpunkte geschlagen. Dafür sorgten Aktien, die der Markt fälschlicherweise "schon abgeschrieben hat", allen voran Kuoni Reisen Holding AG und Royal Wessanen NV. "Sie werden von positiven Überraschungen viel stärker profitieren als andere", erklärt Davids im Interview mit Bloomberg News.

Vergleichsindex klar geschlagen

Sein Fonds, den er zusammen mit James Campbell und Francesco Conte verwaltet, verzeichnete zwischen Mai 2003 und Ende letzter Woche auf Euro-Basis einen Wertzuwachs von 38 Prozent, zeigen Bloomberg-Daten. Der Europe Index von Morgan Stanley Capital International Inc. ist im gleichen Zeitraum nur 26 Prozent gestiegen.

Der in Luxemburg domizilierte Fonds kann aus rund 2.000 europäischen Aktien schöpfen. Ein Drittel davon kommt in die Vorauswahl, erläutert Davids und verweist auf Kriterien wie Kursverluste und Umsatzentwicklung. Unter Berücksichtigung der Gewinn- und Geschäftsaussichten kommen dann etwa 250 Unternehmen in die engere Wahl. Die letzte Analyse der Fondskandidaten konzentriert sich auf die Bilanzdaten und die Bewertung der Aktiva, beschreibt Davids den Prozess. Am Ende blieben zwischen 50 und 150 Aktien übrig.

Hoffen auf die Wende

Im August war der Europe Recovery Fund in 86 Unternehmen investiert, darunter Vodafone Group Plc, der weltgrößte Mobilfunkanbieter, und Bulgari SpA, der drittgrößte Schmuckhersteller. In den drei Jahren bevor Davids ihre Aktien ins Portfolio nahm haben die beiden Unternehmen über die Hälfte ihrer Marktkapitalisierung verloren. Dann kam die Trendwende.

Das gilt auch für Kuoni. Seit Mitte Juni 2003 hat die Aktie 36 Prozent an Wert gewonnen, verglichen mit einem Plus von 18 Prozent für den MSCI Europe. Letztes Jahr hat der angeschlagene schweizerische Reiseveranstalter seine auf Geschäftsreisen spezialisierte Tochtergesellschaft verkauft. Dieses Jahr verringerte sich sein Halbjahresverlust auf 12,9 Millionen Franken, nach 44,1 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum.

Wessanen, auf Gesundheitsprodukte spezialisiert, verzeichnete einen Kursanstieg von 24 Prozent, seit Davids am 10. Oktober letzten Jahres Wessanen-Aktien ins Portfolio nahm. Im Juli 2003 hatte Ad Veenhof den Vorstandsvorsitz übernommen, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose binnen zwei Jahren fünfmal nach unten revidieren mußte. Grund dafür waren Verluste bei einer Tochtergesellschaft. Im zweiten Quartal 2004 rückte Wessanen wieder in die Gewinnzone vor.

Ölpreisrally bremst seit März die positive Fonds-Entwicklung

Bei den Schlußlichtern der Börse handelt es sich häufig um Unternehmen, denen Management- oder Strategie-Veränderungen bevorstehen, erläutert Davids. Mitunter müssen sie auch Vermögenswerte verkaufen, um die Performance zu verbessern, fügt der Fondsmanager hinzu. "Genau darauf bauen wir." Zu den jüngsten Neuzugängen im Portfolio will sich Davids nicht äußern.

Seit März allerdings hinkt der Recovery Fund der Benchmark hinterher. Den Grund dafür sieht Davids in der Ölpreisrally. Sie schürt Befürchtungen, wonach sich das Wirtschaftswachstum verlangsamen könnte, was wiederum die Ertragslage der Unternehmen schwächt.

Bis Freitag verzeichnete der Fonds einen Wertverlust von 5,7 Prozent, verglichen mit einem Plus von 2,4 Prozent für den MSCI Europe. Davids, der keine Angaben zu den Unternehmen machen will, die auch er besser hätte abschreiben sollen, räumt ein, daß es seit März schwieriger geworden ist. An seiner Anlagestrategie hält er trotzdem fest. "Erfolgsgeschichten wird es immer geben."

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