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Aktienfonds Telekoms belasten früheren Höhenflieger FPM Stockpicker

13.01.2006 ·  Über Jahre war der FPM Stockpicker Germany All Cap der beste Deutschlandfonds. Doch in der Halbjahresbilanz findet er sich am Tabellenende wieder. Der neue FPM Large Cap-Fonds ist aber schon vor der Zulassung in Deutschland gefragt.

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Über Jahre war der FPM Funds Stockpicker Germany All Cap der beste Deutschlandfonds. Die Zahlen zum Wertzuwachs sprechen für sich. Seit der Auflegung am 29. Januar 2001 ist ein Kursgewinn von 84 Prozent aufgelaufen. Der nächstbeste Mitbewerber, der HSBC Trinkaus Special, kommt auf ein Plus von knapp 52 Prozent. Beim Dreijahresvergleich führt der FPM Stockpicker mit einem Kursgewinn von 187 Prozent mit weitem Abstand vor dem DWS Aktien Strategie Deutschland, der um 124,5 Prozent zugelegt hat. So liegt er auch deutlich vor dem Dax und dem MDax (siehe Grafik 1)

Doch im Jahr 2005 ist es für den FPM Stockpicker All Cap zunehmend schlechter gelaufen. In der Halbjahresjahresbilanz findet er sich sogar am Tabellenende wieder. Einem Plus von 8,5 Prozent bei steht ein Zuwachs von 22,5 Prozent beim Klassenbesten, dem Ring Aktienfonds von der DWS, wieder. Auch hinter Dax und MDax ist der Fonds zurückgefallen (siehe Grafik 2). Und die Monatsbilanz sieht für das - vor Jahresfrist wegen eines überbordenen Mittelzuflusses geschlossene - Produkt der Frankfurter Fondsboutique mit den mehrfach preisgekrönten Stockpickern Martin Wirth und Manfred Piontke nur unwesentlich besser aus.

Die betroffenen Anleger scheinen dem Fondsmanagement die Talfahrt aber nicht sonderlich übelzunehmen. Denn Anfragen zu den Gründen der zuletzt deutlichen sogenannten Underperformance oder Beschwerden hat es nach Angaben eines FPM-Sprechers nicht gegeben. Und das neue Produkt leitet offensichtlich nicht unter dem schwachen Abschneiden in der zweiten Jahreshälfte 2005: Der FPM Funds Stockpicker Large Cap hat schon deutlich mehr als ein Dutzend Millionen Euro angezogen - obwohl er in Deutschland noch gar nicht zugelassen ist.

Positionen bei Verlustbringern abgebaut

Die Underperformance des All Cap-Fonds hat Martin Wirth im Monatsbericht November den Anlegern erläutert: „Dies lag an Gewinnmitnahmen in Aktien, die dieses Jahr bereits eine außerordentlich gute Kursentwicklung gezeigt hatten und im Zuge eines sinkenden Interesses bei kleiner kapitalisierten Aktien verkauft wurden. Andererseits zeigten Titel von Unternehmen, die keine Gewinnüberraschungen liefern konnten, ebenfalls nur verhaltene Kursentwicklungen. Beispielhaft sind hier Depfa, Mobilcom, BMW oder Celesio zu erwähnen.“ Und mit am meisten die Performance verdorben hat die Talfahrt der Telekom-Aktie.

Vor diesem Hintergrund hat das Fondsmanagement zuletzt Positionen bei Mobilcom und Telecom reduziert, „weil wir ansonsten zuviel Boden verloren hätten“, sagte der Sprecher. Grundsätzlich bleibe das Fondsmanagement aber den beiden Telekoms gegenüber positiv gestimmt. Wenn sich die Stimmung drehe, würden die Positionen eher verstärkt als abgebaut.

Nur Titel mit Börsenwert von mehr als drei Milliarden Euro

Das Anlageuniversum des FPM Funds Stockpicker Germany Large Caps umfaßt nach Angaben von FPM nur Titel mit einer Marktkapitalisierung von drei Milliarden Euro oder mehr. Diese Vorgabe erfüllen außer allen Dax-Werten derzeit auch 15 MDax-Titel, darunter außer Depfa und EADS unter anderem auch Beiersdorf und Boss, Degussa und Deutsche Postbank; Fresenius und Hypo Real Estate sowie Puma und Südzucker. Im TecDax nimmt außer T-Online keine Aktie die Drei-Milliarden-Hürde.

Bisher hat die Fondsboutique rund 17 Millionen Euro eingesammelt. Obwohl der Large Cap wegen der fehlenden Zulassung in Deutschland noch gar nicht beworben werden darf. Zum Vergleich: Die mit erheblichem Werbeaufwand im Mai auf den Markt gebrachte Moneybuilder-Fonds Global von Fidelity kommt derzeit in etwa auf dasselbe Volumen und der Moneybuilder Europe auf gut zehn Millionen Euro. Seit der Aufnahme der Notierung Mitte November hat der Large Cap einen Kursgewinn von 7,7 Prozent erzielt. Zwar liegt er damit knapp hinter dem Dax.

Bisher in Luxemburg und Österreich zugelassen

Der Fonds wird wie die beiden anderen FPM-Produkte losgelöst von einem Index betreut. Zum Vertrieb zugelassen ist der Large Cap-Fonds bisher nur in Österreich und in Luxemburg. Für Deutschland erwarten die Fondsmanager die Zulassung zu Ende Februar. Für die schon jetzt über FPM und nach der Zulassung über die DWS zu beziehenden Anteile wird ein Ausgabeaufschlag von vier Prozent verlangt. Die jährliche Verwaltungsgebühr von 0,9 Prozent ist für einen aktiv gemanagten Aktienfonds unterdurchschnittlich. Dafür steht den Fondsmanagern wie bei FPM üblich eine erfolgsabhängige Vergütung von 15 Prozent des Wertzuwachses zu, wenn der Fonds binnen sechs Monaten ein Plus von vier Prozent oder mehr erwirtschaftet.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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