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Aktienfonds „Schwäche an Osteuropas Märkten vermutlich nur vorübergehend“

12.09.2007 ·  Auch einige Finanzmärkte in Osteuropa kamen im Zuge der jüngsten Kursturbulenzen phasenweise kräftig unter Druck. Die Osteuropa-Fondsexperten bei Pioneer Investments bleiben grundsätzlich aber für die Region positiv gestimmt.

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Auch die Finanzmärkte in Osteuropa konnten sich zuletzt den durch die Hypothekenkrise ausgelösten Kursturbulenzen nicht entziehen (siehe Infografik: Performance Aktienmärkte). Langfristig stimmt für die in dieser Region aktiven Anleger aber die Performance. Wie die Tabelle mit der Wertentwicklung der Osteuropa-Fonds zeigt, erreichte der MLIIF Emerging Europe Fund (Isin LU0011850392) als bester Vertreter seines Faches in den vergangenen fünf Jahren einen Zuwachs von fast 357 Prozent.

Bei so einer Bilanz stellt sich natürlich die Frage, ob die Erfolgsgeschichte in den kommenden Jahren fortgeschrieben werden kann oder nicht. Die Analysten von Pioneer Investments glauben nur an eine vorübergehende Schwäche und sehen die Region unverändert positiv.

Unter Druck: Ungarn, Türkei und Bankaktien

Blicke man zunächst auf die Währungsseite, lasse sich feststellen, dass die Investoren bei ihrem Fluchtversuch in den sicheren Hafen Staatsanleihen typische „Carry-Produkte“ (also Währungen mit hohen Zinssätzen) wie Anleihen in türkischer Lira oder ungarischen Forint verkauft haben. Auch die Aktienmärkte dieser beiden Länder sind mit am stärksten unter Druck gekommen, was laut Pioneer auch mit dem vergleichsweise hohen Anteil an ausländischen Investoren sowie den in beiden Fällen hohen öffentlichen Haushaltsdefiziten zu erklären ist (siehe Infografik: Volkswirtschaftliche Daten).

Auf sektoraler Ebene verzeichneten zudem auch in Osteuropa Finanzinstitute die stärksten Verluste, was wegen der Hypothekenkrise wenig überraschend ist. Allerdings weisen die Pioneer-Experten darauf hin, dass osteuropäische Banken nur in geringem Ausmaß im Subprime-Mortgage-Markt involviert sind. Die Refinanzierung des starken lokalen Kreditwachstums solle deshalb für die Banken kein Problem darstellen.

Die Flucht der Anleger in Euro- und Dollar-Staatsanleihen führte zu einer deutlichen Underperformance der CEE-Hartwährungsanleihen. Je höher das Risiko, desto größer war die Spreadausweitung. Am stärksten waren davon russische Firmenanleihen betroffen, deren Zinsdifferenz sich um 50 bis 200 Basispunkte ausweitete. Die Renditen auf den Anleihenmärkten in Lokalwährung stiegen mit der Volatilität in Ungarn, Polen und der Türkei.

Bewertungen gelten als attraktiv

Zuletzt hat sich wie allgemein an den Weltbörsen die Lage aber wieder etwas beruhigt und die Kurse konnten sich in allen Segmenten wieder etwas erholen. Bei Pioneer geht man dennoch davon aus, dass die Risikobereitschaft im laufenden Quartal weiterhin gering bleiben wird. Die Risikoaversion und die gehandelten Volatilitäten bzw. Absicherungsinstrumente liegen demnach weiterhin auf deutlich höherem Niveau als im Durchschnitt der vergangenen Monate. Deshalb könnten die Märkte in Zentralosteuropa kurzfristig auch weiterhin unter erhöhtem Druck bleiben.

Doch weil die Fundamentaldaten der Region als unverändert positiv eingestuft werden, glaubt man bei Pioneer, wie es in einer monatlichen Marktstudie heißt, nur an eine „vorübergehende Schwächephase an den osteuropäischen Finanzmärkten“.

Zumal nach den jüngsten Kursverlusten und den größtenteils sehr guten Unternehmensergebnissen die durchschnittlichen Bewertungen der Unternehmen in der Region als äußerst attraktiv bezeichnet werden könne (siehe Grafiken Aktienmärkte - Bewertungskennzahlen und CEE KGVs anhand der 12-Monats-Gewinnschätzungen). Besonders die relativen Bewertungen der Türkei und das geklärte politische Umfeld lassen diesen Markt attraktiv für weitere Investitionen erscheinen.

Der Pioneer-Osteuropafonds (Pioneer Funds Austria - Eastern Europe Stock Fund (Isin AT0000675186, +269 Prozent) und Pioneer Eastern European Equity A (Isin LU0119336021, +256 Prozent) sind indes hinter den besten Branchenvertretern zurückgeblieben (siehe Infografik).

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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