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Sonntag, 19. Februar 2012
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Aktienfonds Privatanleger an Wall Street zurückhaltend

12.03.2010 ·  Private Investoren hielten zuletzt vier Fünftel der Aktien amerikanischer Unternehmen. Vor allem Fonds sind populär und gelten als Stimmungsbarometer der Kleinanleger. Doch die ziehen immer mehr Geld ab - trotz der anhaltenden Hausse.

Von Norbert Kuls, New York
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Trotz der seit einem Jahr anhaltenden Hausse halten sich amerikanische Privatanleger mit dem Kauf heimischer Aktien zurück. Das geht aus Daten über Mittelflüsse in Investmentfonds hervor. Die Fonds sind eine populäre Form der Geldanlage und gelten deswegen als Barometer für die Stimmung der Kleinanleger. Privatanleger können einen starken Einfluss auf den Aktienmarkt haben: Nach Angaben der Notenbank Federal Reserve hielten private Investoren Ende des vergangenen Septembers vier Fünftel der Aktien amerikanischer Unternehmen entweder direkt oder über Fonds.

Nach Daten des Branchenverbandes Investment Company Institute (ICI) haben Anleger in diesem Jahr aus Fonds, die in amerikanische Aktien investieren, bereits 4,6 Milliarden Dollar abgezogen. Im vergangenen Jahr waren es 53 Milliarden Dollar gewesen. Gleichzeitig haben Kleinanleger seit Anfang des Jahres 14 Milliarden Dollar in Investmentfonds umgeschichtet, die international engagiert sind. Die größten Zuflüsse verzeichneten die als risikoärmer geltenden Rentenfonds mit einem Plus von 56 Milliarden Dollar.

Die Zurückhaltung im amerikanischen Aktienmarkt gilt als ungewöhnlich. „Wir haben das noch nie gesehen - solch ein großer Börsenaufschwung und der kleine Mann ist draußen“, sagte Vincent Deluard, Analyst für den auf Fondsdaten spezialisierten Informationsdienst Trimtabs Investment Research. Der breitgefasste Aktienmarktindex S&P 500 ist in den vergangenen zwölf Monaten um knapp 70 Prozent gestiegen.

Die Erinnerung an zwei geplatzte Blasen ist zu frisch

Einzelne Marktbeobachter begründen die abwartende Haltung mit der immer noch frischen Erinnerung der Anleger an das Platzen der spekulativen Blase der Technologiewerte ab dem Jahr 2000 sowie der jüngsten Baisse als Folge der Finanzkrise. „Die Leute sind im Abstand von sieben Jahren in zwei Blasen gelockt worden und für viele ist es jetzt vorbei“, meint David Rosenberg vom kanadischen Vermögensverwalter Gluskin Sheff. Die Optimisten unter den Börsianern erwarteten zwar einen neuen Schub, sobald Privatanleger wieder einstiegen. „Aber das wird nicht geschehen“, sagt Rosenberg. Diejenigen potentiellen Anleger, die weder verunsichert noch wütend sind, seien zudem wahrscheinlich zu arm, um Aktien zu kaufen. In der vergangenen Woche hatte sich nicht nur die jüngste Hausse gejährt. Es war auch das zehnjährige Jubiläum für den seither nie wieder erreichten Kursrekord der Technologiewerte.

Traditionell investieren Privatanleger bei anhaltendem Kursanstieg immer stärker in den Aktienmarkt. „Typischerweise reagieren Investoren auf neue Haussephasen mit bedeutend höherem Barmittelzufluss“, heißt es in einer Studie der Fondsgesellschaft Vanguard. Als die Aktienkurse im März 2003 nach der mehrjährigen Baisse wieder kletterten, schichteten Investoren 152 Milliarden Dollar in Aktienfonds um. Mit anhaltenden Kursgewinnen schwollen die Zuflüsse weiter an. Aktuell wird eine mögliche Begeisterung für Aktien aber von der Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung und gesetzliche Änderungen in Washington begrenzt. „Wir wissen nicht, was mit Einkommenssteuersätzen und der Dividendensteuer geschehen wird und die Kosten für die gesundheitliche Versorgung sind hoch“, sagte der kalifornische Finanzberater Neil Hokanson dem „Wall Street Journal“.

Dennoch gibt es erste Hinweise dafür, dass die Aversion gegen amerikanische Aktien nachlassen könnte. In den beiden letzten Februarwochen hatten Aktienfonds nach Angaben des ICI netto leichte Zuflüsse verzeichnet. Anfang März hatte es aber wieder deutliche Mittelabzüge gegeben. Aktienstratege Binky Chadha von der Deutschen Bank argumentiert, dass die Aktien nach soliden Quartalszahlen der Unternehmen steigen könnten, weil die Verunsicherung der Kleinanleger damit vermindert werde.

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