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Aktienfonds Jetzt kommt der Härtetest für Chinafonds

15.11.2007 ·  Der Kursrutsch in Hongkong lässt den vergangenen Lorbeer der Chinafonds welken. Aber die besten China-Fonds weisen über die vergangenen sechs Monate noch einen stolzen Wertzuwachs von mehr als 50 Prozent aus. Doch das muss nicht so bleiben.

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In den vergangenen Monaten übten sich Fondsmanager mit Spezialisierung auf den chinesischen Aktienmarkt in der Disziplin, ausdauernd und regelmäßig auf den Unterschied zwischen chinesischen Aktien aus Schanghai und chinesischen Aktien aus Hongkong hinzuweisen.

Während die ausschließlich inländischen Investoren vorbehaltene Aktienbörse in Schanghai utopisch anmutende Bewertungen aufweist, werden die gleichen Aktien in Hongkong Ausländern zu einem erheblich niedrigeren Kurs angeboten, lautete die Botschaft. Das sollte offenbar ein geringeres Rückschlagsrisiko suggerieren.

Korrektur oder Beginn einer Baisse?

Doch seit zehn Tagen ist ein Kursrutsch der in Hongkong notierten festlandchinesischen Werte in Gang gekommen, der einfach keinen Boden finden will. Gemessen am Hang Seng China Enterprises Index haben die Titel seither ein Fünftel ihres Wertes verloren. China-Aktienfonds, die in den vergangenen Monaten unberührt von der amerikanischen Hypothekenkrise in einer eigenen Liga spielten, werden damit nach langer Zeit wieder einem ernsthaften Härtetest unterzogen. Wieder stellt sich die Frage: Ist dies nur eine vorübergehende Korrektur oder der Beginn einer Baisse?

Jetzt kommt der Härtetest für China-Aktienfonds

Eine Antwort ist für Anleger, die vor dem Sommer über Fonds in den Markt eingestiegen sind, noch nicht drängend. Zwar welken die Lorbeeren, die sich die China-Spezialisten in den vergangenen Jahren erworben haben. Aber die besten China-Fonds weisen über die vergangenen sechs Monate noch einen stolzen Wertzuwachs von mehr als 50 Prozent aus. Selbst die zusätzlichen Abschläge durch einen schwachen Dollar können beispielsweise einen Baring Hong Kong China Fund, der in Dollar aufgelegt ist, nicht unter diese Schwelle drücken.

Wenig Neigung zum Verkauf

Asien-Stratege Garry Evans von der britischen Großbank HSBC hat bei seinen jüngsten Besuchen von europäischen Aktieninvestoren wenig Neigung für einen Abschied von chinesischen Aktien vorgefunden. Weder habe er klassische globale Investmentfonds mit einer Untergewichtung in China-Aktien gefunden noch Hedge-Fonds, die auf fallende Kurse setzen, berichtet Evans.

Typisch mutet vor diesem Hintergrund der jüngste Kommentar der Schroders-Fondsmanagerin Louisa Lo zur laufenden Kurskorrektur an. Zunächst weist sie auf den Auslöser der Abwärtsbewegung hin. Ein Programm zur Öffnung des Aktienmarktes von Hongkong für Festlandchinesen, das erst im August angekündigt worden war und für einen zusätzlichen Kurssprung gesorgt hatte, war kurzfristig gestoppt worden.

Lo äußert dann ihre Ansicht, dass mit einem Aufschub des Programms eigentlich zu rechnen war. Die Ankündigung sei übereilt erfolgt und hätte schon wegen technischer Probleme wahrscheinlich nicht verwirklicht werden können.

Langfriststatistik täuscht

„Wir meinen, dass Investoren den Verzug bei der Umsetzung des Programms als Entschuldigung für Gewinnmitnahmen nutzen“, lautet die Schlussfolgerung der Fondsmanagerin. Die Fundamentaldaten der Region seien intakt. Sie würde daher jede größere Korrektur am chinesischen Aktienmarkt als eine ausgezeichnete Kaufchance betrachten, um die asiatischen Positionen in einem breit gestreuten Portfolio auszubauen.

Dass China-Spezialisten unsere Rangliste mit Aktienfonds anführen, die ein geringes Verlustrisiko aufweisen, mag angesichts der Kursabschläge erstaunen. Allerdings bezieht sich die Bewertung für den Kapitalerhalt auf die Verlustvermeidung in den vergangenen drei Jahren. Und da stehen die China-Fonds mit ihrer stabilen Aufwärtsbewegung noch konkurrenzlos da. Ob sich diese Kapitalerhaltseigenschaften in die Zukunft fortschreiben lassen, ist eine andere Frage.

Quelle: F.A.Z., 15.11.2007, Nr. 266 / Seite 28
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