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Dienstag, 14. Februar 2012
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Aktienfonds Gute Phase der Koreafonds könnte zu Ende gehen

27.06.2007 ·  In den vergangenen Monaten liefen in Korea investierende Aktienfonds immer besser. Ähnlich wie in Deutschland hat sich auch dort die Stimmung deutlich verbessert. Doch jetzt scheinen die Regulatoren auf die Bremse treten zu wollen.

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Die koreanische Börse ist in den vergangenen Jahren recht unterschiedlich gelaufen. Hielt sie bis Ende 2004 mit den großen Indizes allenfalls mit, begann sie 2005 einen große Aufholjagd, die sie bis zum Anfang des Jahres 2006 die großen Weltbörse abhängen ließ.

Mitte des vergangene Jahres ließ der Auftrieb dann nach und zum Jahresende fiel die Entwicklung des Kospi-Index' zwar hinter die des Dax zurück. Beide konnten aber die amerikanischen Indizes deutlich hinter sich lassen. Mit der Schwäche des Dax' konnte der koreanische Index aber wieder aufholen und so liegen die beiden nunmehr Kopf an Kopf.

Graduelle Beschleunigung der Wirtschaft

Das hat in Korea investierende Aktienfonds in den vergangene Monaten in den Ranglisten der Anlageklassen mit der besten Wertenetwicklung sukzessive nach vorne gebracht. Liegen diese Fonds auf Sicht eines Jahres noch auf Platz 28, so ist es auf Sicht von sechs Monaten schon die achte Plazierung, auf drei Monate die Nummer zwei und auf Sicht eines Monats ist der Wertzuwachs von 12,5 Prozent nicht mehr zu schlagen.

Die makroökonomischen Daten für das asiatische Land machen Analysten Hoffnung. Joseph Lau von der Credit Suisse befand zwar das Wachstum im ersten Quartal wie schon im Vorquartal für träge, hält aber das Basisszenario für deutlich besser, nachdem sich Konsum, Investitionen und Handelsbilanz von ihrer starken Seite gezeigt hätten. Er sieht eine graduelle Beschleunigung der Wirtschaft im Gange.

Das Wachstum der Exporte habe überrascht und die einfließenden Devisen gemeinsam mit niedrigen Zinsen für einen Liquiditätsüberschuss gesorgt. Zum ersten Mal seit 14 Monaten sei auch das Verbrauchervertrauen in positives Terrain geschwenkt.

Invesco setzt auf Bau und Industrie

Wer sich indes von den Koreafonds erhoffte, mehr als durchschnittlich von dem guten Markt zu partizipieren, wurde zumeist enttäuscht. Keiner der Fonds vermochte sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich vom Index abzuheben, wenngleich es immerhin vieren gelang, seine Wertentwicklung zu übertreffen.

Am besten entwickelte sich mit einem Plus von 47,7 Prozent auf Euro-Basis der Invesco Korean Equity. Der seit Mai 2006 von Young Taek Jeong und William Yuen gemanagte Fonds ist einer der älteren Koreafonds, der in der Vergangenheit indes weniger erfolgreich war. Mit einem Plus von 88 Prozent in den vergangene fünf Jahren rangiert er auf dem fünften Platz unter sechs Fonds. Auch auf Drei-Jahres-Sicht ist nur knapp der fünfte Rang unter sieben drin.

Gemäß dem Fondsbericht zum 31. Mai übergewichten die beiden Manager noch immer Industriewerte wie das Bauunternehmen Daelim und den Kraftwerksbauer Doosan Heavy (Isin KR7034020008). Sie setzen dabei unter anderem auf den Bau einer neuen Satellitenstadt in der Nähe des Zehn-Millionen-Molochs Seoul.

Pfund bringt Barings Vorteile

Weniger überzeugt waren sie zuletzt von Koreas wichtigstem Unternehmen Samsung Electronics (Isin KR7005930003), das im vergangenen Jahr immerhin ein Sechstel der koreanischen Exporte tätigte und von deren Aktien sich der Invesco-Fonds trennte. Zudem setzten Jeong und Yuen zuletzt auch auf den Konsum, indem sie den Anteil zyklischer Konsumgüter durch Aufstockung unserer Anteile an Hyundai Department Store ausbauten, wohingegen sie Anteile an Hyundai Motors abstießen.

Einen Vorteil für Euro-Anleger brachte der Baring Korea Trust mit. Als einziger unter lauter in Dollar denominierten Fonds in britischen Pfund notierend, besserte dies seine Euro-Performance deutlich auf und machen ihn auf Jahressicht zu einem knapp geschlagenen Zweiten, eine Position, die er auch auf länger Sicht verteidigen kann, während sein Standing in Fondswährung eher mittelmäßig ist.

Die glorreichen Tage des Baring-Fonds scheinen länger zurückzuliegen. Als einer von vier Fonds die seit zehn Jahren und länger aktiv sind, bringt er es sowohl in Fondswährung als auch in Euro auf die deutlichste Überrendite, die alle anderen Wettbewerber, die ebenfalls den Kospi deutlich abhängen konnten, blass aussehen lässt. Indes hatte sich der Fonds bereits Ende der neunziger Jahre vom Rest des Marktes abgekoppelt, die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre war eher schwächer.

Regulatoren befürchten Überschäumen der Hausse

Diese gehörten dem Korea-Fonds der Allianz (vormals Dit), der die deutlichsten Renditevorsprünge einfahren konnte, jedoch in den vergangene zwölf Monaten deutlich zum Durchschnitt tendierte.

Ob die aktuell gute Phase der Korea-Fonds anhalten kann, ist indes ein wenig unsicher geworden. Die vergangenen vier Tage waren von Kursverlusten an der koreanischen Börse geprägt. Dabei belasteten nicht nur die schwachen Zahlen vom amerikanischen Immobilienmarkt, dem nach China zweitgrößten Absatzmarkt für koreanische Produkte.

Auch scheinen die koreanischen Regulatoren gegen die Liquiditätshausse einschreiten zu wollen. Zum einen berichteten koreanische Medien, dass die Summe, die ein Brokerhaus an Krediten für Wertpapiergeschäfte vergeben darf auf 40 Prozent des Eigenkapitals begrenzt werden soll. Dadurch würde die Kreditsumme nach Berechnungen von Park Sun Ho, Analyst bei Good Morning Shinhan, um mehr als ein Viertel sinken. Immerhin wurden zuletzt 23 Prozent des Transaktionswerts an den koreanischen Börsen über Kreditkonten abgewickelt, bei denen die Inhaber nur eine bestimmte Sicherheitsleistung erbringen.

Zudem hatten Ökonomen bislang eine Zinssenerhöhung nciht auf der rechnung, da duie Inflation recht moderat ausfielö. Indes äußerte sich Zentralbankgouverneur Lee Seong Tae dahingehend, dass die Zinssätze nicht hoch genug sein, um vor allem das zu rasche Kreditwachstum zu dämpfen. Die Zinsen seine auch nicht so hoch, dass sie dem Wachstum abträglich wären.

Vor allem missfällt dem Zentralbanker das hohe Kreditwachstum im Immobilien- und Bausektor, der das in anderen bereichen bei weitem übertreffe. Offenbar befürchtet Tae eine Immobilienblase, denn er äußerte die Befürchtung, dass einige dieser Kredite ausfallen könnten, wenn sich der Häusermarkt verlangsame.

Das würde natürlich unweigerlich die Fonds treffen, besonders wenn sie wie Invesco auf Bauwerte setzen - indes scheinen auch Finanzwerte nicht die allerbeste Wahl. Indes hat bisher kein Fonds über einen längeren Zeitraum signifikant schlechter abgeschnitten als der Markt. Das nützt natürlich relativ wenig, wenn der Markt nicht gut läuft.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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