05.01.2005 · Die Dividendenrendite hat sich im vergangenen Jahr zu einem der erfolgreichsten Verkaufsargumente für Aktienfonds entwickelt. Der Erfolg zieht weitere Nachahmer an.
Die Dividendenrendite hat sich im vergangenen Jahr zu einem der erfolgreichsten Verkaufsargumente für Aktienfonds entwickelt. Angesichts einer immer noch andauernden Risikoscheu der Anleger nach den niederschmetternden Erfahrungen der drei Jahre währenden Aktienbaisse verspricht diese Orientierungsgröße eine gewisse Sicherheit. In der Dividendenrendite spiegelt sich das Verhältnis der gezahlten beziehungsweise zu erwartenden Ausschüttung eines Unternehmens zu dessen Aktienkurs wider.
Für europäische Standardwerte ergibt sich derzeit eine Verzinsung von gut drei Prozent auf Basis der zuletzt gezahlten Dividende. Das entspricht immerhin schon der Rendite von Anleihen mit mittlerer Laufzeit, wobei mit Blick auf das Chance-Risiko-Profil der beiden Anlageklassen das Kurs-Gewinn-Potential der Aktien ungleich höher ist. Und: Aktien wie Enel, Fortis, ABN Amro, ENI, Lloyds TSB oder Deutsche Euroshop (mit einer steuerfreien Dividende!) bieten Dividendenrenditen, die deutlich oberhalb der Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen liegen - und haben in den vergangenen Monaten auch mehr oder weniger starke Kursgewinne erzielt.
Hinzu kommt die erfreuliche Kursentwicklung von dividendenstarken Titeln im vergangenen Jahr. So legte etwa der DWS-Fonds Top Dividende in diesem Zeitraum um rund 20 Prozent zu. Gleichzeitig mutet der Absatzerfolg dieses Fonds schon fast unheimlich an. Obwohl er noch nicht einmal zwei Jahre auf dem Markt ist, verwaltet er schon ein Vermögen von knapp zwei Milliarden Euro.
Immer mehr Anbieter von Dividendenfonds
Angesichts solcher Zahlen ist es kein Wunder, daß immer mehr Anbieter versuchen, auf dieser Erfolgswelle mitzureiten. Obwohl schon im vergangenen Jahr zahlreiche Nachahmer aufsprangen, spielt die Orientierung an der Dividendenrendite unter den neu aufgelegten Aktienfonds weiterhin eine große Rolle. Zuletzt zogen die ausländischen Anbieter Henderson und HSBC auf dem deutschen Markt nach.
Auch der hiesige Marktführer DWS selbst versucht, die Erfolgsgeschichte seines Top Dividende fortzuschreiben. Mit dem neuen DWS Invest European Dividend Plus sollen nun gleich drei Lücken auf einmal geschlossen werden. Erstens ergänzt er den weltweit investierenden Top Dividende um eine europäische Variante. Zweitens bietet er eine ausschüttende und eine thesaurierende Anteilsklasse an, während der Top Dividende nur mit Ausschüttung zu haben ist. Und drittens erleichtert die Auflage über ihre Luxemburger Tochtergesellschaft der DWS die europaweite Vermarktung.
Hohe Dividendenrendite wegen eines gesunkenen Aktienkurses?
Tatsächlich können Fonds ihren Anlegern bei diesem Anlagethema einen Mehrwert liefern. Aber: Die ausschließliche Orientierung an der Dividendenrendite hat auch ihre Tücken. Der aktuelle Stand kann über die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Unternehmens hinwegtäuschen. Regelmäßig ist zu beobachten, daß Pleitekandidaten vor dem Absturz eine besonders attraktive Dividendenrendite auswiesen. Der wegen der drohenden Insolvenz reduzierte Aktienkurs führt zu einer besonders hohen Rendite, weil oft die zuletzt gezahlte Dividende zugrunde gelegt wird - obwohl mehr als unsicher ist, ob das Unternehmen jemals wieder soviel an die Aktionäre überweisen kann. Deshalb sind ein regelmäßiger Blick auf die aktuelle Ertragslage eines Unternehmens sowie eine verläßliche Einschätzung über die Stabilität der Ausschüttungen dringend geboten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |