Den Verkaufsprospekt ziert ein Foto, das ein lächelndes Paar in der Dreißigern zeigt, dessen Augen ganz dem Wonnenproppen in den Armen der Mutter gelten. Mit solchen Motiven stellt der Schwartz Investment Trust aus Bloomfield Hills in den Vereinigten Staaten eine Ausnahme unter den Fondsgesellschaften dieser Welt dar.
Gleiches gilt für die Anlagegrundsätze: Unternehmen müssen den Richtlinien der katholischen Glaubensgemeinschaft genügen. Verdienen sie ihr Geld mit Rüstungsgütern, Pornographie oder der Anti-Baby-Pille, werden sie von Schwartz links liegen gelassen und offen gerügt.
Gleiches gilt für Firmen, die unverheirateten Partnern von Angestellten etwa Vergünstigungen in Form verbilligter Kredite gewähren. Aus diesem Grund hatte sich Schwartz im vergangenen Jahr von der größten Position, den Aktien von H&R Block, sowie Titeln von Nothrop Grumman, Rears Roebuck & Co. und SunTrust Banks getrennt, ungeachtet der guten Performance dieser Papiere.
Doch Schwartz stellt noch in einem weiteren Sinne eine Ausnahme dar: Die Fonds dieser Gesellschaft ragen durch eine herausragende Wertentwicklung aus der Masse vergleichbarer Produkte heraus. Dies gilt auch und gerade für den Ave Maria Catholic Values Fund.
Deutlich besser als S&P-Indizes und viele vergleichbare Fonds
Seit der Auflegung zum 1. Mai 2001 hat dieser Fonds sich um 28,7 Prozent verteuert. Auf Jahres gerechnet bedeutet dies eine Rendite von 9,9 Prozent. Zum Vergleich: In diesem Zeitraum hat der marktbreite S&P 500-Index gut acht Prozent verloren. Der S&P 400 Mid-Cap-Index, der kleinere und mittlere Aktiengesellschaften aus Amerika enthält, hat zwar um 15,4 Prozent zugelegt, ist aber gleichsam hinter dem Ave Maria Catholic Values Fund zurückgeblieben.
Binnen Jahresfrist hat dieser Fonds um etwa 57 Prozent zugelegt, während der S&P 500 sich um 35 Prozent hat und der S&P 400 Mid-Cap um 49 Prozent schwerer geworden ist. Noch eindrucksvoller wirkt die Stärke des Ave Maria-Fonds deutlich, wenn die durchschnittliche Performance von Fonds als Vergleichswert herangezogen wird: Diese liegt derzeit bei 17,5 Prozent auf Jahresbasis, wobei mit dem Weisenhorn Amerika-Fonds, der sich um 79 Prozent verteuert hat, nur ein Fonds besser abgeschnitten hat als das nach katholischen Grundsätzen gemanagte Pendant.
Raus aus der Harley-Aktie, rein in die Harley-Aktie
Die zehn größten Positionen im Ave Maria Catholic Values Fund sind gemessen am Wert: Ross Stores (200.000 Stück), American International Group (70.000 Stück), Craftmade International (175.000), Jonas Apparel (120.000), Exxon Mobil (85.000), Brookstone (160.000), Genuine Parts (100.000), Waters Corporation (100.000) sowie General Dynamics (35.000) und Harley Davidson (90.000). Dabei hatte Schwartz im vergangenen Jahr noch Harley-Aktie abgestoßen, weil es geheißen hatte, auch diese Gesellschaft gewähre unverheirateten Partern von Angestellten finanzielle Vergünstigungen. Nachdem sich dies als Fehlinformation herausgestellt hatte, stieg Schwartz postwendend wieder ein. Und freut sich über die Wertentwicklung dieses Titels.
Nicht ganz so eindrucksvoll wie der Ave Maria Catholic Values Fund haben sich andere Ethikfonds entwickelt: Mit Anstand Jahresbester ist der SAM Sustainable Pioneer Fund, der binnen Jahresfrist ein Plus von 41 Prozent erreicht hat, vor dem Juniter Global SRI-Fund mit einem Aufschlag von 31 Prozent und dem Henderson HF GI Sustainable Investment, der aktuell 22,7 Prozent mehr ist als im April 2003. Der Kepler Ethik-Aktienfonds wartet mit einem Wertzuwachs von 22,6 Prozent auf und der Espa Stock Ethics mit einem Plus von 17,7.
Fonds bei der Investmentgesellschaft zu erwerben
Anders als diese Fonds ist der Ave Maria Catholic Values Fund nicht in Deutschland börslich notiert. Wer diesen Fonds oder ein anderes Ave Maria-Finanzprodukt erwerben will, muß sich direkt an die Fondsgesellschaft wenden (www.avemariafund.com oder 001-888-726-9331). Schwartz verlangt eine Mindestanlage von 1.000 Dollar. Anteile am Values Fund können gegen Scheine anderer Ave Maria-Fonds getauscht und jeden Tag, an denen die Fondsgesellschaft arbeitet, zurückgegeben werden.
Schwartz Investment Trust betreut derzeit mehr als 190 Millionen Dollar als Einlagen, die von gut 1.700 Investoren stammen. „Und nicht alle sind Katholiken“, wie Schwartz hervorhebt. Für deutsche Anleger, gleich welcher Religion, wäre ein Einstieg bei dem Fonds glecihwohl mit deutlichen steuerlichen Nachteilen verbunden, was alle Fonds trifft, die keine Zulassung für den deutschen Markt haben. Und da bleibt das Finanzamt auch bei religiös angehauchten Anlagen hart.