06.02.2006 · Der Fonds Adig Adiselekt hat mit deutschen Nebenwerten in einem Jahr 57 Prozent zugelegt - und führt damit die FAZ.NET-Fondsrangliste an. Eine gute Wahl für Anleger, die das Risiko von Einzelpapieren scheuen, aber weiter auf Nebenwerte setzen wollen.
Analysten haben die Hausse der Nebenwerte schon häufig für beendet erklärt. Doch den Nebenwerten scheint die Expertenmeinung recht egal, sie legen munter weiter zu.
Manche Privatanleger lassen von den „kleinen“ Aktien aber gerne die Finger, weil ihnen das Risiko einzelner Papiere zu hoch ist. Wer trotzdem nicht auf die Renditechancen der Nebenwerte verzichten will, dem sei ein Blick auf entsprechende Fonds empfohlen.
Seit 1994 im Schnitt zehn Prozent Rendite
Der Fonds Adig Adiselekt von Cominvest (ISIN DE0009769562) führt die FAZ.NET-Rangliste der erfolgreichsten deutschen Nebenwertefonds mit einem Plus von 57 Prozent auf Jahressicht an. Auch auf Sicht von sechs Monaten liegt er mit knapp 30 Prozent Wertzuwachs vorne. Auf Monatssicht und im Dreijahreszeitraum belegt der Fonds Platz vier (siehe auch: FAZ.NET-Service: Fonds Tops & Flops). Vergangene Woche erreichte der Fonds ein neues Fünfjahreshoch von 120,66 Euro.
Das Management verweist darauf, daß die längste Verlustphase seit Fondsgründung 1994 nur neun Tage andauerte. Doch das sagt wenig, denn der Chart zeigt, daß die Baisse der Jahre 2000 bis 2003 dem Fonds kräftig zugesetzt hat. Von seinem im Jahr 2000 erreichten Hoch von über 200 Euro ist der Kurs deshalb noch weit entfernt. Immerhin hat der Adiselekt seit seiner Gründung im Schnitt zehn Prozent im Jahr zugelegt. Die Ratingagenturen Standard & Poors und Morningstar gaben dem Fonds jeweils vier Sterne.
Gebühren: Nicht billig, aber im Rahmen
Das Fondsmanagement verwaltet ein Vermögen von etwa 114 Millionen Euro und verlangt einen Ausgabeaufschlag von fünf Prozent. Dazu kommen 1,65 Prozent Verwaltungsvergütung im Jahr.
Das ist nicht wenig, aber Gebühren dieser Größenordnung kassieren auch die meisten anderen erfolgreichen und gut bewerteten Fonds dieses Segments. Aber es gibt auch andere Beispiele: UBS etwa, auf Jahressicht Nummer zwei der FAZ.NET-Rangliste, ist etwas günstiger und verlangt für seinen „Small Caps Germany“-Fonds (ISIN DE0009751651) einen Ausgabeaufschlag von vier Prozent.
Einige Aktien regelrecht heißgelaufen
Daß der Fonds in den vergangenen Jahren so gut lief, liegt natürlich an der guten Entwicklung der Einzelwerte. Die fünf größten Aktien im Portfolio sind Colonia Real Estate (3,57 Prozent Anteil), Merck (3,55 Prozent), Vivacon (3,45 Prozent), Beiersdorf (3,44 Prozent) und Solarworld (3,28 Prozent).
Einige dieser Aktien sind in jüngster Zeit regelrecht heißgelaufen. So beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Colonia Real Estate auf Basis der Gewinnschätzung für 2006 etwa 54, Solarworld kommt auf ein KGV von rund 46.
Der Trend zeigt seit drei Jahren nach oben
Diese Beispiele zeigen, daß dem Fonds Rückschläge wahrscheinlich nicht erspart bleiben werden. Doch diese sind zu verkraften, solange der langfristige Trend weiter nach oben zeigt - was jetzt seit drei Jahren der Fall ist.
Viele Nebenwerte entwickeln sich nach wie vor besser als die Aktien großer Konzerne. Für Anleger, die darauf setzen, daß dieser Trend noch einige Jahre anhält, scheint der Adiselekt eine gute Wahl zu sein. Wer allerdings nur auf einen schnellen Gewinn aus ist, sollte besser nach einem Fonds Ausschau halten, der weniger Ausgabeaufschlag und Gebühren verlangt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |