29.10.2008 · Die Verluste des Dow Jones sind inzwischen fast so groß wie der Durchschnitt früherer Bärenmärkte, die von einer Rezession begleitet wurden. Im Falle eines Depressionsszenarios besteht allerdings noch immer viel Luft nach unten.
Die Weltbörsen befinden sich seit geraumer Zeit im freien Fall. In einigen Extremfällen haben manche Aktienindizes schon mehr als 80 Prozent an Wert verloren. Auch an der Wall Street ging es bereits heftig zur Sache. So haben der Nasdaq Composite Index und der S&P-500-Index gemessen an ihren Hochs rund 46 bzw. 47 Prozent an Wert verloren.
Der Dow Jones Industrial Average hat sich zwar etwas besser gehalten. Aber auch hier summieren sich die Abschläge auf immerhin schon gut 42 Prozent.
Rezession vorweggenommen
Begründet werden die Einbußen in der Regel mit der Kreditkrise und der Sorge, die Wirtschaft könne in eine Rezession geraten. Am Aktienmarkt ist dieses volkswirtschaftliche Szenario inzwischen bereits vorweggenommen, zumindest wenn die Kursentwicklung als Messlatte herangezogen wird.
In den 14 schlimmsten Bärenmärkten (zehn davon wurden von einer Rezession begleitet) der Geschichte, beliefen sich die Verluste des Dow Jones laut einer Studie von Ned Davis Research im Durchschnitt auf 44,3 Prozent (siehe Infografik). Nimmt man die Historie als Maßstab und unterstellt auch jetzt wieder eine Rezession, dürfte das Schlimmste bereits hinter uns liegen.
Bei Depression noch immer Luft nach unten
Allerdings kursieren wegen der Schwere der Kreditkrise in diesen Tagen auch immer wieder Befürchtungen, die Wirtschaft könne in eine Depression abdriften. Historisch gibt es dafür nur ein Beispiel: In den 30er Jahren, als sich dieses Desaster ereignete, sackte der Dow Jones zwischen 1929 und 1932 insgesamt um sage und schreibe 86 Prozent ab. So gesehen hätte in diesem Negativszenario die Wall Street trotz der bereits erlittenen enormen Verluste noch immer immenses Abwärtspotenzial.
Die Analysten von Ned Davis Research gehen derweil davon aus, dass im Falle einer Rezession ein Bodenbildung nahe sein könnte. Einschränkend heißt es dazu aber auch, dass die Charttechnik mit intakten Abwärtstrends noch keine Entwarnung gebe.
Selbst eine Depression schließt eine temporäre Kurserholung nicht aus
Wer der Situation selbst im Falle einer Depression noch etwas Gutes abgewinnen will, kann aus der Geschichte auch zumindest etwas Hoffnung schöpfen. Das riesige Kursminus der 30er Jahre wurde nicht mit einem Schlag eingefahren. Vielmehr wurde dieser Bärenmarkt von einer zwischenzeitlichen Bärenmarktrallye abgelöst.
Diese dauerte von November 1929 bis April 1930 und bescherte dem Dow Jones ein Plus von 48 Prozent, bevor es anschließend wieder abwärts ging. Wiederholt sich die Geschichte, besteht somit selbst im Falle einer Depression zumindest die Chance auf eine markante Gegenbewegung.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |