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Mittwoch, 15. Februar 2012
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Agrarrohstoffe In Reis kann jetzt über ein Zertifikat investiert werden

03.04.2008 ·  Reis ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel. In den vergangenen Jahren hat sich der Preis vervierfacht. Wer auf den Trend setzen will, kann dies über ein neues Reis-Zertifikat tun.

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Rohstoffe sind dank des anhaltenden Preisbooms in aller Munde. Gold und Öl marschieren von einem Hoch zum nächsten, aber auch Agrarrohstoffe sind längst auf dem Weg nach oben.

Inzwischen wird auch über Weizen, Kaffe, Mais und Soja viel in den Medien geschrieben. Etwas zu kurz kommt dagegen in den meisten Berichten nach wie vor Reis. Und das, obwohl Reis eine der wichtigsten Nutzpflanzen überhaupt ist und für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung das Hauptnahrungsmittel darstellt.

Preis hat sich seit 2003 schon vervierfacht

Beliebt ist das Nahrungsmittel natürlich insbesondere in Asien. Dort befinden sich die auch die Hauptanbau- und Hauptabsatzgebiete. Wie wichtig Reis dort für die Ernährung ist, zeigt sich daran, dass pro Kopf und Jahr in Asien rund 150 Kilogramm Reis verzehrt werden. In Amerika sind es dagegen nur elf Kilo und in Deutschland sogar nur knapp unter drei Kilo.

Die Beobachtung, dass über Reis bisher vergleichsweise wenig berichtet wird, bedeutet aber nicht, dass der Rohstoffboom an diesem Produkt vorbeigegangen wäre. Im Gegenteil: In den vergangenen vier Jahren hat sich der Preis mehr als vervierfacht. An der Terminbörse in Chicago markierten die Mai-Kontrakte für Rough-Rice gerade mit 20,26 Dollar je Pfund sogar einen neuen Rekord.

Zu tun haben die stärken Preiszuwächse mit einem wachsenden Angebots-Nachfrage-Defizit. Schon seit geraumer Zeit warnen Experten trotz einer Jahresproduktion von rund 600 Millionen Tonnen angesichts so niedriger Lagerbestände wie seit 1983 nicht mehr, vor auch längerfristig drohenden Versorgungsengpässen. Tiefe Lagerbestände haben in Indien bereits zu einem Exportverbot für Reis geführt, damit die stark gestiegene Binnennachfrage gedeckt werden kann. Und die Philippinen als weltweit größter Reisimporteur sind gerade dabei, 25.000 Tonnen Reise aus der Ostasiatischen Reisnotfallreserve zu kaufen.

Währungsrisiko beachten

Die wachsende Weltbevölkerung und die begrenzten Anbaukapazitäten könnten für dauerhaft hohe Preise sorgen. Wer an mittel- und langfristig weiter anziehende Notierungen für Reis glaubt, dem steht neuerdings erstmals eine einfache umsetzbare Anlagealternative zur Verfügung. Denn ABN Amro hat ein Open-End-Zertifikat auf den an der Chicagoer Terminbörse gehandelten Future auf Rough-Rice emittiert (Isin DE000AA0WT48). Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis beträgt außerhalb der amerikanischen Handelszeiten knapp zwei Prozent und sinkt dann ab etwa 16.00 Uhr MEZ auf ein Prozent.

Interessierte Anleger sollten allerdings bedenken, dass bei solchen Kontrakten oft Verluste bei der Verlängerung der auslaufenden Terminkontrakte hingenommen werden müssen. Im Falle von Reis sieht es derzeit zwar sogar nach leichten Rollgewinnen aus. Typischerweise aber notieren später fällige Futures höher als kurzfristig fällige. Dadurch entstehen dann beim Rollen eines kurzen in einen länger laufenden Terminkontrakt Verluste.

Beachtet werden muss auch die fehlende Währungsabsicherung. Da der Reis-Future in Dollar gehandelt wird, ergibt sich ein Währungsrisiko, das derzeit angesichts der vorherrschenden Schwäche des Dollar nicht zu vernachlässigen ist. Zu bedenken sind auch die bereits stark gestiegenen Reispreise, die jederzeit eine zumindest temporäre Gegenbewegung möglich erscheinen lassen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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