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Absolute-Return-Fonds Im Minus

„Absolute-Return-Fonds“ verheißen Gewinn in guten und in schlechten Zeiten. Viele halten das Versprechen aber nicht. Anleger können über Dachfonds ihr Risiko streuen.

© dpa Vergrößern Manchmal bleibt nur wenig übrig: Im Jahr 2011 lag kaum ein Absolute-Return-Fonds im Plus.

Je toller die Versprechungen, desto größer ist die Enttäuschung, wenn diese nicht eingehalten werden. Die Enttäuschung über Absolute-Return-Fonds war zuletzt enorm. Die Produkte stellen Anlegern positive Ergebnisse in jeder Marktlage in Aussicht, manche versprechen gar, stets einen bestimmten Prozentsatz an Rendite zu bringen. Schon in guten Marktphasen haben allerdings viele der Fonds Probleme, ihr Versprechen einzulösen. Nach den Kursturbulenzen des vergangenen Jahres sah es noch schlechter aus.

Im Jahr 2011 lag kaum ein Absolute-Return-Fonds im Plus, zeigen Zahlen des Datenanbieters Lipper. Im Schnitt machten die Produkte rund drei Prozent Minus, manche Fonds stürzen gar um 20 Prozent oder mehr ab. „Viele Manager haben sich mit ihren Marketingversprechen weit aus dem Fenster gelehnt, ohne entsprechende Ergebnisse zu liefern“, sagt Detlef Glow, Leiter der Fondsanalyse bei Lipper. Von der jüngsten Markterholung dürften zwar auch Absolute-Return-Fonds profitieren. Das Debakel des vergangenen Jahres hängt ihnen aber noch immer nach.

Branche zweifelt an Existenzberechtigung

Absolute-Return-Fonds sind in eine tiefe Krise gerutscht. Die Produkte haben ihre selbstgesteckten Ziele so deutlich verfehlt, dass selbst in der Branche Zweifel an der Existenzberechtigung der Produktgattung aufkommen. Nicht zuletzt haben Fondsmanager auch Probleme, die teils hohen Kosten für ihre Produkte zu rechtfertigen. „Viele Fondsmanager hatten eine solch epidemisch auftretende Krise nicht auf dem Radar“, räumt Frank Dornseifer ein, Geschäftsführer des Bundesverbands Alternative Investments (BAI).

Die Frage ist nun, wie es weitergeht mit den Produkten, die nach dem Willen vieler Fondsgesellschaften das neue Lieblingsinvestment für verunsicherte Aktienanleger werden sollten. Eine Antwort hat die Branche bereits gefunden: Nach den vollmundigen Versprechen der vergangenen Jahre bemüht man sich nun darum, die Erwartungen der Anleger zu dämpfen. „Wer jetzt jeden Monat eine positive Rendite erwartet, hat das Konzept nicht vollständig verstanden“, sagt BAI-Geschäftsführer Dornseifer. Kapitalerhalt und die Optimierung des Rendite-Risiko-Profils stünden bei den Fonds im Vordergrund. „Man muss die Erwartungen etwas absenken und die Gesamtentwicklung der Fonds über einen längeren Zeitraum betrachten.“ Das bedeutet: etwa auf Jahres- statt auf Monatssicht.

Diversifikation über gute Dachfonds

Anleger sollten sich am besten überhaupt nicht auf ein einzelnes Produkt verlassen, sagt Martin Busack, Geschäftsführer der Kapitalanlageberatung Absolut Research. „Mit Einzelfonds kann man kaum immer positive Renditen erzielen.“ Stattdessen sollten Anleger in ihrem Portfolio viele unterschiedliche Strategien einsetzen. „Nur dann hat man eine Chance, echten Absolute Return zu bekommen.“ Wer Diversifikation über mehrere Absolute-Return-Fonds erreichen wolle, solle sich am besten einen guten Dachfonds suchen. „Die Auswahl der Strategien ist nicht einfach“, sagt Busack. Die Anlage in einen guten Dachfonds allerdings auch nicht. Für Privatanleger gibt es wenig Auswahl, zudem werden für Dachfonds oft vergleichsweise hohe Verwaltungsgebühren fällig.

Konfrontiert mit der harten Realität setzen sich neu aufgelegte Absolute-Return-Fonds nun bodenständigere Ziele. Viele neue Produkte machen keine Versprechungen mehr nach oben, sondern nur noch nach unten, bemühen sich also um Verlustobergrenzen statt um positive oder gar besonders hohe Renditen. „Verlustbegrenzung liegt im Trend“, bestätigt Branchenkenner Busack. Schön für die Fondsmanager: Machen sie keinen Gewinn, freuen sich die Anleger, ohne Verlust davongekommen zu sein - statt enttäuscht zu sein, weil die versprochene Rendite ausgeblieben ist.

Quelle: F.A.S.

 
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Veröffentlicht: 31.03.2012, 19:23 Uhr

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