23.12.2006 · Die gesetzliche Rente wird teurer, wieder einmal. Die Beiträge zur Rentenversicherung steigen im kommenden Jahr von 19,5 auf 19,9 Prozent. Doch das ist noch nicht alles. Wer heute jünger als 43 ist, für den beschließt der Bundestag im März die Rente ab 67.
Die gesetzliche Rente wird teurer, wieder einmal. Die Beiträge zur Rentenversicherung steigen im kommenden Jahr von 19,5 auf 19,9 Prozent. Doch das ist noch nicht alles. Wer heute jünger als 43 ist, für den beschließt der Bundestag im März die Rente ab 67. Das macht die gesetzliche Rente noch unattraktiver - wer nicht so lange auf seinen Ruhestand warten will, muß Abschläge in Kauf nehmen.
Wer schon mit 65 aufhören will zu arbeiten, erhält jeden Monat sieben Prozent weniger. Doch bei den Deutschen beginnt die Rente derzeit im Durchschnitt kurz vor dem 61. Geburtstag - unter den neuen Regeln bedeutete das einen Abschlag von rund 15 Prozent.
Darum werben die Versicherungen für die private Vorsorge, denn damit läßt sich die Rente ordentlich aufstocken. Doch die Versicherer sind oft noch gar nicht richtig auf die neue Lage vorbereitet. Wer sich tatsächlich auf ein längeres Arbeitsleben einrichtet, für den gibt es nur wenig Auswahl. "Nur eine Handvoll Versicherer hat bisher überhaupt Verträge bis 67 angeboten", sagt Thomas Rudnik, Sprecher des Bunds der Versicherten (BdV). Das werde sich erst im Lauf des Jahres 2007 ändern.
Ganz genau auf das nächste Jahr schauen sollten auch Selbständige und Ältere kurz vor der Rente. Für sie lohnt sich oft die Rürup-Rente. Auch hier gibt es Geld vom Staat für die private Rentenversicherung, wie bei der Riester-Rente. Zwar halten Experten sie immer noch für weniger attraktiv als die Riester-Rente, doch für Selbständige gibt es keinen anderen Weg zur staatlichen Förderung - und eine Gesetzesänderung hat die Rürup-Rente anlegerfreundlicher gemacht, und zwar hauptsächlich durch zwei neue Regelungen.
Zum einen lassen sich die Beiträge seit diesem Jahr besser von der Steuer absetzen. Bisher konnten Anleger die Rürup-Rente nur bis zu einem niedrigen Höchstbetrag anrechnen - doch der war oft schon mit Kranken- und Lebensversicherung erreicht. Jetzt ist die Rürup-Rente unabhängig von den anderen Versicherungen absetzbar. Von einem Beitrag bis 20 000 Euro können Alleinstehende 2007 64 Prozent anrechnen, für Verheiratete gilt ein Höchstbeitrag von 40 000 Euro. Bis 2025 läßt sich jedes Jahr mehr absetzen, dafür steigt der Anteil der Rente, der versteuert werden muß.
Darum ist die Rürup-Rente auch für Ältere attraktiv, deren Ruhestand in den kommenden Jahren beginnt: Sie können jetzt ihre Beiträge absetzen, müssen aber von ihrer Rente noch relativ wenig versteuern. "Die rentennahen Jahrgänge haben ein gutes Verhältnis zwischen Steuern und Leistung", sagt Allianz-Sprecher Udo Rössler. Leicht auszurechnen ist das aber alles nicht. "Rürup-Rente ohne Steuerberater geht nicht", sagt BdV-Experte Rudnik.
Die Rürup-Rente wird allerdings noch aus einem anderen Grund attraktiver: Endlich dürfen auch Banken, Fondsgesellschaften und andere Anbieter Rürup-Produkte anbieten. Bisher war das den Versicherungen vorbehalten. Die neuen Anbieter werden Schwung bringen - zumal Fondssparpläne meist mehr Rendite bringen als Lebensversicherungen, wenn auch mit höherem Risiko.
Auch solche Angebote gibt es bisher allerdings kaum, im großen Maßstab kommen sie erst nächstes Jahr. Wer sich um seine Altersvorsorge kümmern will, sollte darum noch einige Monate warten. Dann wird die Auswahl größer.
Davon gibt es allerdings zwei Ausnahmen. Erstens: Wer sich noch die Riester-Zulage für 2006 sichern will, muß dazu bis Jahresende einen Riester-Vertrag abschließen. Wer sich in den restlichen Tagen aber nicht mehr ausführlich informieren kann oder auf die zusätzlichen Angebote im neuen Jahr warten will, kann für den Übergang erst mal einen Riester-Banksparplan abschließen und das Geld nächstes Jahr in Ruhe zum neuen Anbieter holen.
Zweitens: Wer noch keine Zusatzversicherung für Berufsunfähigkeit hat, der sollte nicht warten. Zwar gibt es auch dort noch nicht viele Angebote, die bis 67 reichen. Doch die Versicherungen lassen sich nach Einschätzung der Expertin Katrin Bornberg nächstes Jahr leicht verlängern - falls der Versicherte bis dahin nicht ernsthaft krank geworden ist. Und falls doch: "Gut, daß er noch eine Versicherung abgeschlossen hat."
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.567,10 | +0,90% |
| EUR/USD | 1,2493 | −0,38% |
| Rohöl Brent Crude | 106,66 $ | −0,56% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |