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Finanzprodukte für jedermann (9) Rohstoffanlagen werden immer beliebter

Während Gold im heimischen Tresor Platz findet, sieht es mit Öl oder Kupfer anders aus. Indexfonds und physisch besicherte Papiere bieten sich an.

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Investorenlegende Jim Rogers ist überzeugt, dass eine Wette auf Rohstoffe langfristig immer aufgeht: "Verbessert sich die Konjunktur, kommt es zu Knappheiten. Verschlechtert sich jedoch die Weltwirtschaft, werfen die Zentralbanken die Notenpresse an, und die Anleger gehen aus Angst vor Inflation in Sachwerte. Die Folge ist die gleiche: Die Rohstoffpreise steigen."

Auch wenn nicht alle Investoren den Optimismus von Rohstoff-Fan Rogers teilen, hat diese Anlageklasse in den vergangenen Jahren einen Boom sondergleichen erlebt. Waren Rohstoff-Investments noch vor einigen Jahren ein paar Spezialisten vorbehalten, werden sie heute von vielen Vermögensberatern als Beimischung für das Depot empfohlen. Argumentiert wird dabei meist mit dem Wachstum der Weltbevölkerung und dem steigenden Energiehunger in den Schwellenländern. Dadurch nehme die Nachfrage nach Öl, Industriemetallen und Agrarrohstoffen zu, während allerdings das Angebot begrenzt sei.

Konjunktur, Wetter, Rezession

Grundsätzlich steigen die Rohstoffpreise vor allem in Phasen des Aufschwungs, da die Industrie bei guter Konjunkturlage mehr Metalle und Energie benötigt. Bei Agrarrohstoffen ist das Wetter zudem wichtig für die Preisbildung, da es das Angebot maßgeblich beeinflusst. So sind in den vergangenen Wochen die Preise für Mais und Sojabohnen stark gestiegen, da die starke Trockenheit in den amerikanischen Hauptanbaugebieten den Pflanzen geschadet hat.

Bei Gold verhält es sich genau umgekehrt. Der Preis des Edelmetalls steigt gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, wie sie im Moment herrschen. Die europäische Schuldenkrise und die Kurseinbrüche an den Aktienmärkten lassen die Anleger nach Sicherheit streben. Diese meinen sie im Gold zu finden. Im Sommer stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls von 1500 Dollar bis auf 1914 Dollar. Dazu hat Gold den Vorteil, dass es sich relativ leicht lagern lässt - ein Kilogramm Gold findet auch im heimischen Tresor Platz, bindet zum aktuellen Kurs jedoch fast 55.000 Euro.

Kein Platz für Kakaosäcke

Das sieht bei Industriemetallen, Öl und Kakaobohnen jedoch ganz anders aus. Da die meisten Privatanleger zwar an den steigenden Rohstoffpreisen teilhaben, sich aber keinen Tanklaster mit Rohöl oder eine Tonne Kupfer in den Garten stellen möchten, wurden Produkte konzipiert, die das eine ermöglichen, das andere jedoch ausschließen. Seitdem im Sommer 2008 für viele Rohstoffe Rekordpreise gezahlt wurden, hat der Handel mit börsennotierten Rohstoffpapieren, sogenannten Exchange Traded Funds (ETF) oder Exchange Traded Commodities (ETC), einen Boom erlebt.

Waren Anfang 2008 noch etwa 44 Milliarden Dollar in Rohstoffpapieren investiert, ist es heute mehr als das Vierfache. Im Gegensatz zu den klassischen Zertifikaten wird bei den meisten ETF und ETC versucht, das Emittentenrisiko, also die Gefahr eines Zahlungsausfalls des Anbieters, auszuschalten.

Indizes genau prüfen

Das Angebot ist dabei so unterschiedlich wie die Rohstoffwelt: Anleger können sowohl auf einen Mix aus verschiedenen Rohstoffen setzen als auch auf spezielle Waren. Für Investoren, die ihr Geld über verschiedene Rohstoffklassen streuen möchten, bieten sich ETF an. Dabei handelt es sich um Fonds, die einen bestimmten Index abbilden, zum Beispiel den S&P GSCI oder den Dow Jones UBS Commodity Index. Der Anbieter des Rohstoffpapiers investiert das Geld in Terminkontrakte, sogenannte Futures, in dem Maße, wie sie in dem Index gewichtet sind.Das Angebot ist dabei so unterschiedlich wie die Rohstoffwelt: Anleger können sowohl auf einen Mix aus verschiedenen Rohstoffen setzen als auch auf spezielle Waren. Für Investoren, die ihr Geld über verschiedene Rohstoffklassen streuen möchten, bieten sich ETF an. Dabei handelt es sich um Fonds, die einen bestimmten Index abbilden, zum Beispiel den S&P GSCI oder den Dow Jones UBS Commodity Index. Der Anbieter des Rohstoffpapiers investiert das Geld in Terminkontrakte, sogenannte Futures, in dem Maße, wie sie in dem Index gewichtet sind.

Doch zwischen den einzelnen Indizes bestehen große Unterschiede: So ist der S&P GSCI zum Beispiel sehr energielastig, während der Dow Jones UBS Commodity Index ein starkes Gewicht auf Industriemetalle legt. Rohstoff ETF haben ebenso wie Indexfonds auf Aktien den Vorteil, dass es sich dabei um Sondervermögen handelt und das Geld des Anlegers somit gegen eine Insolvenz des Anbieters abgesichert ist. Zudem sind sie transparent und kostengünstig, da sie nicht aktiv verwaltet werden.

Schwieriges Rollen

Allerdings haben die Indexfonds auf Rohstoffe gegenüber solchen aus anderen Anlageklassen auch einen entscheidenden Nachteil: Anleger haben das Risiko sogenannter Rollverluste, die entstehen können, wenn ein Kontrakt ausläuft und durch einen neuen ersetzt wird. Bei Warentermingeschäften ist der gegenwärtige Preis häufig günstiger als der zukünftige.

Diese Situation nennt sich "Contango". Mit dem Erlös aus dem Verkauf eines Kontrakts, der früher fällig wird, lässt sich also kein ganzer Kontrakt mit einem späteren Fälligkeitsdatum mehr finanzieren. Der Anleger hat Verlust gemacht. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit von Rollgewinnen. Das ist der Fall, wenn der Preis des auslaufenden Terminkontrakts höher ist als der des Kontrakts, der später fällig wird. Dieser Kurvenverlauf heißt "Backwardation".

Um Rollverluste zu vermeiden, wurden sogenannte ETC entwickelt, die den aktuellen Kurs des Rohstoffs (Spotpreis) abbilden. Ebenso wie Zertifikate sind ETC Schuldverschreibungen, mit denen Anleger auf einen bestimmten Rohstoff setzen können. In der Regel sind sie zur Absicherung des Anlegers physisch hinterlegt, zum Beispiel mit Gold oder einem Korb aus Wertpapieren. Allerdings ist der Begriff ETC nicht geschützt, so dass einige Anbieter ihre Zertifikate unter diesem Namen vermarkten, obwohl die Papiere nicht abgesichert sind.

Der größte ETC der Welt ist der SPDR Gold Shares, der aktuell ein Volumen von knapp 72 Milliarden Dollar hat und 1230 Tonnen Gold hortet. Überhaupt sind 61 Prozent der Rohstoffpapiere auf Gold aufgelegt, der Anteil etwa von Industriemetallen, Agrarrohstoffen aber auch Energie ist gering (siehe Grafik). Der größte Anbieter von ETC in Europa ist das englische Unternehmen ETF Securities, das auch ETC auf Industriemetalle aufgelegt hat, die an der Londoner Metallbörse physisch hinterlegt sind. Allerdings ist das Volumen mit etwa 22 Millionen Dollar, die in Kupfer, Zinn und Zink stecken, relativ gering im Vergleich zu den Milliarden, die in Edelmetall-ETC investiert sind.

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Jahrgang 1978, Redakteurin in der Wirtschaft.

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