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Export von Kernkraftwerken : Südkorea, übernehmen Sie!

Das Hauptquartier von Kepco in Seoul Bild: Reuters

Der angeschlagene japanische Elektrokonzern Toshiba will sich aus dem geplanten Bau von drei Atomreaktoren im Nordwesten Englands zurückziehen. Der südkoreanische Energieversorger Kepco hat die besten Chancen, den Bau zu übernehmen.

          Der südkoreanische Energieversorger Korea Electric Power (Kepco) steuert darauf zu, in den kommenden Jahren im Vereinigten Königreich neue Kernkraftwerke zu bauen. Das mehrheitlich staatseigene Unternehmen ist nach eigenen Angaben vom angeschlagenen japanischen Elektrokonzern Toshiba als bevorzugter Bieter ausgewählt worden, um in Verhandlungen über Toshibas Tochtergesellschaft Nugen zu treten. Nugen soll in der Grafschaft Cumbria im Nordwesten Englands ein neues Atomkraftwerk mit drei Reaktoren bauen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Eine Sprecherin von Toshiba bestätigte, dass Kepco bevorzugter Bieter sei. Ob es bei den Verhandlungen um den kompletten Verkauf von Nugen oder nur von Anteilen gehe, ließ sie offen.Toshiba gab Kepco den Vorzug vor dem chinesischen Unternehmen China General Nuclear Power. Kepco strebt nach eigenen Aussagen an, die Verhandlungen in mehreren Monaten abzuschließen.

          Einstieg wäre eine gute Gelegenheit

          Für Kepco wäre der Einstieg bei Nugen eine gute Gelegenheit, sich im internationalen Geschäft mit Atomreaktoren besser zu präsentieren. Die Koreaner haben bislang erst einen internationalen Auftrag an Land ziehen können. 2009 gewann ein Konsortium unter Führung von Kepco den 20-Milliarden-Dollar- Auftrag, in den Vereinigten Arabischen Emiraten vier Reaktoren zu bauen.

          KOREA EL. PWR ADR 1/2

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          Die Regierung von Präsident Moon Jae-in hat zugesichert, den Export von Kernkraftwerken weiter zu fördern, obwohl Moon für Südkorea selbst auf lange Sicht den Ausstieg aus der Atomenergie anstrebt. Nugen und der Bau von Reaktoren in Großbritannien war Teil der Versuche Toshibas,

          sein Nuklear-Geschäft international auszubauen. Mit dem Konkurs der amerikanischen Tochtergesellschaft Westinghouse Electric aber steht auch die Zukunft Nugens unter Toshibas Fahne in den Sternen. Toshiba hatte 2014 mit 60 Prozent die Mehrheit an Nugen von der spanischen Gesellschaft Iberdrola und vom französischen Energiekonzern GDF Suez (später: Engie) übernommen. Im Sommer nach dem Untergang von Westinghouse nutzte Engie eine Verkaufsoption und verkaufte den 40-Prozent-Anteil an Toshiba.

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