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Zäsur in Vermögensverwaltung : Fonds lohnen sich immer weniger

Verwaltetes Vermögen steigt, doch der Gewinn schrumpft: Zentrale der Fondsgesellschaft DWS in Frankfurt Bild: Wolfgang Eilmes

Fondsgesellschaften sind in einer Sinnkrise: Obwohl das verwaltete Vermögen steigt, nehmen die erzielten Gewinne nicht zu. Die gesamte Branche steht unter einem hohen Margendruck

          Das verwaltete Vermögen steigt, aber die daraus zu erzielenden Gewinne nehmen nicht zu. Schlimmer: Der Gewinnpool schrumpft. Das Phänomen hat im vergangenen Jahr die Unternehmensberatung McKinsey beobachtet. Für Philipp Koch stellt das eine Zäsur dar: „Erstmals seit 20 Jahren wurde die positive Korrelation durchbrochen“, sagt der für die Bankenberatung in Deutschland verantwortliche Partner im Gespräch mit dieser Zeitung. „Die Vermögensverwalter müssen über ihr Geschäftsmodell nachdenken, wenn sie in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben wollen“, lautet seine Empfehlung an die Branche, die sich aus Fondsgesellschaften, Versicherern, Banken und auf sehr reiche Kunden spezialisierten Häusern (Family Offices) zusammensetzt.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In Zahlen bedeutet dies, dass die Vermögensverwalter, darunter Fondsgesellschaften wie die DWS, Deka-Bank oder Allianz Global Investors, Ende 2016 rund um den Erdball ein Vermögen von 66 Billionen Euro verwalteten. Das waren 6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gleichzeitig schrumpfte aber der Gewinnpool um zwei Prozent auf 63 Milliarden Euro.

          Die Industrie verändert sich langsam

          Vergleicht man dies mit dem Niveau im Jahr 1997, dann fällt die Bilanz für die Branche noch immer beeindruckend aus: Das verwaltete Vermögen wurde fast vervierfacht, die Gewinne fast verdreifacht. Deshalb tritt Koch auch dem Eindruck entgegen, dass die Vermögensverwaltung eine sich langsam verändernde Industrie sei. Tatsächlich habe sie sich in den vergangenen 20 Jahren deutlich gewandelt. Neben dem enormen Wachstum verweist Koch auf zwei weitere grundlegende Veränderungen: Erstens seien in Europa viel mehr amerikanische Wettbewerber unterwegs als früher. Entfielen vor 20 Jahren noch 5 Prozent der in Europa verwalteten Pensionsgelder auf amerikanische Häuser, sind es nach der Analyse von McKinsey mittlerweile fast 30 Prozent.

          Zweitens hat sich die Spitzengruppe der größten Vermögensverwalter deutlich verändert. Im Jahr 2000 waren die drei größten Vermögensverwalter UBS, Allianz und Fidelity. Auf sie entfielen nach Angaben der Unternehmensberatung 40 Prozent der von den zehn größten Wettbewerbern verwalteten Vermögen. Heute sind die führenden drei Adressen Blackrock, Vanguard und State Street. „Sie haben unter den führenden zehn Anbietern einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent“, betont Koch.

          Doch der Wandel ist für ihn längst nicht vorbei. Vielmehr stehen die Vermögensverwalter vor einem Problem, das sie zum Umdenken zwingt: die geringeren Gewinne. „Die Branche ist einem hohen Margendruck ausgesetzt“, warnt Koch. Die Gründe dafür seien höhere Kosten durch aufsichtsrechtliche Vorgaben wie zum Beispiel die EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid 2, die Digitalisierung und der Preiskampf, der vor allem durch die Anbieter passiver Produkte verschärft werde.

          Fondsmanager kann nicht besser als der Markt abschneiden

          Die größten Anbieter dieser passiven Produkte, von denen die börsennotierten Indexfonds (Exchange Traded Funds; ETF) die bekanntesten sind, führen die Liste der größten Vermögensverwalter an: Blackrock mit einem verwalteten Vermögen von 4,6 Billionen Dollar und Vanguard mit 3,4 Billionen Dollar. Die ETF bilden Indizes wie zum Beispiel den Dax ab und gelten deshalb als passive Produkte. Diese sind günstiger als aktiv verwaltete Fonds, bei denen für das Management höhere Gebühren fällig werden.

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