http://www.faz.net/-gv6-93kzb

Amerikas Technologieaktien : „Die Vereinigten Staaten sind ein großartiger Ort“

Steht zwar nicht Facebook drauf, ist aber drin. Bild: STEINBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Facebook, Amazon, Google. Die Aktien dieser dominanten Technikkonzerne sind heiß begehrt - und teuer. Fondsmanager von Artemis zeigen andere Möglichkeiten auf als das direkte Investment.

          Amerikas Präsident Donald Trump macht gern vollmundige Ankündigungen. Auch die amerikanischen Aktienmärkte haben viel von ihm erwartet, wenngleich nicht jeder Investor. „Wir haben nie an seine Infrastrukturpläne geglaubt“, sagt etwa Stephen Moore, einer der Fondsmanager der amerikanischen Aktienfonds der britischen Fondsboutique Artemis. „Das Verabschieden von Gesetzen ist nicht Trumps starke Seite.“

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Was negativ für den amerikanischen Aktienmarkt klingen mag, ist aber keineswegs so gemeint. Im Gegenteil ist man bei Artemis von diesem immer noch recht überzeugt. Das gilt auch für die zuständige Investmentdirektorin Stéphanie Sutton. „Die Vereinigten Staaten sind ein großartiger Ort für Innovationen, der immer noch junge Unternehmer anlockt.“

          Deswegen ist sie auch überzeugt, dass amerikanische Technologieaktien weiter ein gutes Investment sind. „Neue Technik und die neuen Arten, diese einzusetzen, verändern derzeit die Welt.“

          Facebook ist auch drin, wo es nicht draufsteht

          Nicht immer sei es aber simpel zu investieren. Oder besser: Die simple Art zu investieren sei nicht immer die beste. So hat es Sutton zwar Facebook angetan. Aber keineswegs weil das Unternehmen die größte Soziale-Medien-Plattform der Welt unterhält. Im Gegenteil: „In zehn Jahren wird die Facebook-Plattform vielleicht von etwas völlig anderem ersetzt worden sein.“

          Aber Facebook sei ein gutes Unternehmen, das sich immer wieder anpasse und neue Trends aufgreife. „Instagram, Messenger, Whatsapp: Unter den zehn wichtigsten Apps für jede Altersgruppe ist Facebook immer dabei.“

          Noch komplizierter ist es mit Amazon, dessen Aktie Sutton für schlicht zu teuer hält. Dabei sei das Unternehmen immer wieder mit neuen Entwicklungen zukunftsweisend, etwa mit dem elektronischen Service Echo, in Deutschland auch unter Alexa bekannt. Die Verknüpfung des Kundenprogramms Amazon Prime mit dem Geschäft der übernommenen Biosupermarktkette Whole Foods könne die Profitabilität im Einzelhandel verbessern. Es gebe aber eine billigere Möglichkeit, in das Geschäft mit Amazon zu investieren. „Amazon benötigt vor allem Lagerhäuser. Die bietet der Betreiber und Entwickler Prologis, und dessen Aktie ist um ein Vielfaches günstiger.“

          Auch Kabelgesellschaften seien wieder einen Blick wert. Nicht etwa wegen des Kabelfernsehens, das Geschäft sei tot, beerdigt von disruptiver neuer Technik etwa von Netflix. Doch weil mit dem Wachstum von Netflix mehr Datenübertragungsvolumen benötigt werde, kämen die Kabelunternehmen an anderer Stelle wieder ins Spiel. Vor allem wenn sie mit den Mobilfunkbetreibern zusammenkämen. Dafür gebe es Anzeichen.

          Netflix wiederum gehöre die Zukunft auf der Programmseite, und mit zunehmendem Wachstum werde sich auch die Angebotsqualität immer weiter verbessern. Etablierte Unternehmen haben daher Handlungsbedarf. „Bei Disney sehen wir die Möglichkeit einer Expansion im Bereich Videospiele und einem eigenen Online-Angebot“, gibt Sutton ein Beispiel.

          Gehört den Technologie-Aktien also die Zukunft? „So einfach ist das nicht“, sagt die Investmentdirektorin. „30 Prozent des Vermögens auf fünf Technologiegiganten zu verteilen, das ist nicht unser Ansatz.“ Rüstungsaktien seien ein Beispiel für ein aktuell gutes Investment außerhalb der technologischen Revolution. Nicht etwa wegen Donald Trump. „Auch Hillary Clinton hätte die Rüstungsausgaben erhöht. Es gibt hier einfach einen Investmentzyklus, und unter Barack Obama waren die Verteidigungsausgaben eben verhältnismäßig gering.“

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Auch Geld der Queen in Steueroase angelegt Video-Seite öffnen

          „Paradise Papers“ : Auch Geld der Queen in Steueroase angelegt

          Nach den „Panama Papers“ sind neue Datensätze zu Steuerenthüllungen veröffentlicht worden. In den knapp 13 Millionen Dokumenten werden auch das englische Königshaus, hochrangige Politiker und Banken genannt. Sie alle sollen Geld in Steueroasen angelegt haben.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.