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Kaufvertrag mit Fortum : Eon-Aktionäre spekulieren auf besseren Preis für Uniper

Fortum hatte versprochen den Konzern als Ganzes zu erhalten und auch den Hauptsitz in Düsseldorf zu belassen. Dennoch ist die Zukunft ungewiss. Bild: dpa

Seit Abschluss des Kaufvertrages mit Fortum ist die Uniper-Aktie gestiegen. Hat Eon zu früh eingeschlagen? Doch sollte der Deal platzen, wird es teuer.

          Die Gefahr scheint bislang gering. Aber sollte Bayer mit der Übernahme des amerikanischen Saatgutriesen Monsanto doch noch scheitern, müssten die Leverkusener trotzdem eine Menge Geld auf den Tisch legen. Ungefähr 3 Prozent des vereinbarten Kaufpreises von 56 Milliarden Euro würden dann als Sonderzahlung an Monsanto fällig. Mit diesem Satz von 3 Prozent liegen Bayer und Monsanto im oberen Bereich des in Deutschland und Amerika Üblichen. In ganz anderen Dimensionen bewegt sich die zwischen dem Energiekonzern Eon und dem finnischen Versorger Fortum ausgehandelte „Break-up Fee“. Satte 20 Prozent des Kaufpreises, eine Abstandszahlung von rund 750 Millionen Euro, würden fällig, wollte der Eon-Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen den geplanten Verkauf des Uniper-Minderheitsanteils an den Staatskonzern noch abblasen.

          Helmut  Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Für 22 Euro je Aktie hatte Teyssen Ende September die Veräußerung der Restbeteiligung von knapp 47 Prozent vereinbart. Fast 3,8 Milliarden Euro würde Eon daraus erzielen. Doch seitdem ging es mit den Aktien der abgespaltenen Kraftwerksgesellschaft an der Börse stetig nach oben. Am Donnerstag wurden sie zu rund 24 Euro gehandelt, am Tag zuvor in der Spitze sogar schon bei 24,30 Euro. Diese Entwicklung ruft erste kritische Investoren und Aktionärsschützer auf den Plan.

          E.ON

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          „Bei Kursen von inzwischen mehr als 24 Euro für eine Uniper-Aktie kann man sich die Frage stellen, ob das Eon-Management nicht zu schnell bei Fortum eingeschlagen hat. Die freien Uniper-Aktionäre können einen deutlich höheren Kurs realisieren, als ihn die Eon-Aktionäre aus dem Paketverkauf erwarten können“, analysiert Thomas Hechtfischer, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Noch fehlt die Genehmigung der Finanzaufsicht; vollzogen werden soll der Verkauf ohnehin erst im kommenden Jahr, weil Eon sonst hohe Steuern bezahlen müsste.

          Konstruktion festigt den Deal

          Doch selbst wenn der Kurs weiter steigen sollte, hat sich Teyssen durch die hohe Break-up-Fee an Fortum gebunden. Gegengebote würden sich für Eon erst dann rechnen, wenn der Mehrerlös höher ist als die Strafzahlung für eine Auflösung des Vertrages mit Fortum. Die Schwelle dafür liegt bei rund 26,50 Euro. Fachleute wundern sich über die Konstruktion. Gedacht seien Break-up-Fees in der Regel als Ausgleich für die Belastungen durch den Übernahmeprozess.

          Es entstehen Kosten für Berater, Anwälte und behördliche Genehmigungen, möglicherweise leidet auch das laufende Geschäft, weil das Management zu sehr mit der Fusion beschäftigt ist. Mit diesen üblichen Maßstäben lasse sich ein Wert von 20 Prozent schwerlich begründen, sagte ein auf Übernahmen und Fusionen spezialisierter Anwalt. Abgesehen von der Abstandszahlung müsste Eon auch noch sämtliche Uniper-Aktien zurückkaufen, die Fortum im Rahmen seines öffentlichen Übernahmeangebots angedient werden.

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